Restaurant-Tipp der Woche: »La Sala«
Das »La Sala«, Hamburgs neueste kulinarische Attraktion, besticht nicht nur durch seine außergewöhnliche Lage im begrünten Wehrmachtsbunker. Im Mittelpunkt stehen kreative Gemüsekreationen, während auch Fisch und Fleisch mit raffinierten Aromen glänzen.
»La Sala« ist bis auf den letzten Platz besetzt. Und das, obwohl das Restaurant vor Kurzem erst eröffnet hat. Das liegt auch an der Location: einem ehemaligen Wehrmachtsbunker mitten in Hamburg, der um fünf Etagen aufgestockt, mit 23.000 Bäumen und Sträuchern bepflanzt wurde und jetzt die neue Attraktion an der Elbe ist. Das »Sala« gehört zum ebenfalls hier residierenden Hotel »Reverb by Hard Rock« und teilt sich den weiten Blick über die Stadt mit den Menschen, die den »Bergpfad« rund um den Bunker hinauf zum Rooftop-Garden gehen.
Auch was hier auf den Tischen landet, ist sehenswert: Vor allem Gemüse, mit Granatapfelkernen und Kräutern hübsch angerichtet, spielt hier die Hauptrolle. Fleisch und Fisch werden auf der Speisekarte als Nebendarsteller angekündigt. Das ist aber eher Tiefstapelei. Zum Start präsentiert eine Etagere ein Paprikamoussetörtchen mit dattelsüßem Raucharoma, ein mit Kapern und Oliven aufgepepptes Tatar vom Feersischen Rind und ein Thunfisch-Tatar, das Wasabi, eingelegter Ingwer, Sesam und Wakame-Algen-Salat zum erfrischenden Highlight werden lassen.
Den Hauptgang hat die Küche im Sharing-Prinzip in Schüsseln und Schalen mit wildem Brokkoli, grünem Spargel und Pak Choi angerichtet – alles mit ausdrucksstarken Röstaromen und bissfest gegart. Dazu gibt es einen glasig auf der Haut gebratenen Kabeljau in einem fruchtigen Ponzu-Ingwer-Soja-Sud. Das Must-eat für fleischessende Gäste: ein 36 Stunden gegarter, auf der Zunge zerfließender Duroc-Schweinebauch mit krosser Kruste und Honig-Thymian-Aromen. Nach diesem Feel-good-Mahl fallen leider Crème brûlée, Erdbeereis und Tiramisu als süßer Dreiklang-Abschluss uninspiriert aus.