Sicilia en Primeur 2025: Präsentation der neuen Weine in Sizilien
Die Präsentation der neuen Weine Siziliens, die jährliche Sicilia en Primeur, fand 2025 in Modica statt.
An der Sicilia en Primeur präsentierten 57 der insgesamt 101 Weinproduzenten, die der Vereinigung Assovini Sicilia angeschlossen sind, über 300 ihrer aktuellen Weine vor einem kritischen Publikum von 100 Weinjournalist:innen aus der ganzen Welt. Die Etiketten waren ein eindrucksvoller Beweis für die Dynamik und Qualität, welche die sizilianischen Produzent:innen antreibt.
Modica, die Kleinstadt im westlichen Zipfel Siziliens, berühmt für ihre barocke Kulisse und die körnige Schokolade, war Gastgeber der diesjährigen Präsentation der sizilianischen Weine. Dort wurden in den Räumen des mittelalterlichen Castello dei Conti die Weine von einer perfekt agierenden AIS-Brigade (italienischer Sommelier-Verband) ausgeschenkt. Vorträge im örtlichen Teatro Garibaldi ermöglichten, tief in aktuelle Themen einzutauchen, wie etwa die Kommunikation mit den neuen Generationen, Neuromarketing, Weintourismus, Nachhaltigkeit, verantwortungsvoller Konsum und Produktionsqualität.
Vorangegangen waren elf dreitägige Weintouren, bei denen die internationale Presse die vielfältigen Weinbaugebiete der Insel erkundeten und Betriebe besuchten. Eine Bestätigung für den Erfolg des Konzepts von Assovini, bei dem neben dem Wein auch das Umfeld, die Insel und das jeweilige Produktionsgebiet der Weine im Mittelpunkt stehen.
Beschleunigt durch Rodungsprämien der EU ist die Insel Sizilien mit inzwischen noch 98.753 Hektaren Rebfläche, zu der auch die vulkanische Insel Pantelleria im Südwesten und die nordöstlich gelegenen Liparischen Inseln gehören (2000 waren es noch 138.019 ha), immer noch die größte Weinregion Italiens und bestreitet 15 Prozent von Italiens Anbauflächen, aber nur 2 Prozent Wertanteil an Italiens Weinexport. 26.519 Betriebe produzieren Trauben, davon füllen 1016 eigene Weine ab.
Investition in die Zukunft
1998 taten sich drei herausragende Winzer mit Blick für die Zukunft zusammen und gründeten Assovini. Sie hießen Giacomo Rallo (Donnafugata), Diego Planeta (Settesoli) und Lucio Tasca d’Almerita vom gleichnamigen Weingut. 2004 brachten sie die erste Veranstaltung Sicilia en primeur in Palermo auf den Weg. Wer sich an die erste Veranstaltung erinnert und diese mit der diesjährigen, der 21. vergleicht, erkennt den konsequenten Weg zum Auf- und Ausbau der erfolgreichen Marke Sicily.
Heute repräsentiert Assovini mehr als 80 Prozent der in Sizilien abgefüllten Flaschen mit einem Exportwert von mehr als 170 Millionen Euro. 50 Prozent werden auf den über 110 ausländischen Märkten umgesetzt. Weil in Sizilien seit mehr als 20 Jahren in nachhaltige Produktionsmethoden investiert wird, liegt die Insel mittlerweile in ganz Italien an der Spitze: 38 Prozent der von Assovini-Produzenten bearbeiteten Weinberge sind bio. Auch zum Tourismus haben die Weingüter viel beigetragen, so etwa mit der Strada dei Vini. Die Anzahl der Önotouristen pro Weingut stieg von weniger als 500 noch vor einigen Jahren auf über 3700 (im Durchschnitt pro Weingut). 27 Jahre später sind es die Söhne der Gründer, die sich in wesentlichen Funktionen bei Assovini oder im Consorzio Vini DOC genauso engagiert um die Zukunft der sizilianischen Weine kümmern: Antonio Rallo, Alessio Planeta, Alberto Tasca d’Almerita.
Nur ein Viertel der gesamten Weinproduktion Siziliens wird auf der Insel abgefüllt. Genossenschaften haben häufig keine eigenen Abfüllanlagen, viele Winzer:innen operieren namenlos, anderer Wein geht in den Norden, wo er in Cuvées für kräftige Aromen sorgt. Anders als in fast allen Anbaugebieten Italiens, spielen die 22 DOC-Weine und der eine DOCG-Wein auf Sizilien (noch) keine dominierende Rolle. DOC-Weine machen nur etwa drei Prozent der Gesamt-Rebfläche aus, den ersten DOCG-klassifizierten Wein gibt es seit 2005.
Obwohl der Anteil an Rotweinen in den vergangenen Jahren zunimmt, produziert Sizilien traditionelle mehr Weiß- als Rotwein. Neben den Weinen aus Vittoria (Provinz Ragusa) gelten bei vielen Fachleuten und Kenner:innen die Weine vom Ätna als die Stars. Insbesondere Weißweine gedeihen auf den fruchtbaren Berghängen bis auf fast 1000 Meter Höhe, die – ganz im Gegensatz zum kochenden Innern – große Temperaturdifferenzen zwischen Tag und Nacht aufweisen. Ideal für ausdrucksstarke Weiße, die häufig in Stockerziehung (Alberello) gezogen und von Steinmauern vor dem ständigen Wind geschützt werden. Aber auch Rotweine können sich behaupten, vorzugsweise die Sorten Nerello Mascalese und Nerello Cappuccio. Im Auge behalten sollte man die Weine der DOCG Cerasuolo di Vittorio und die Süßweine der Insel Pantelleria.