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© Unsplash / Freunde des Snacks

»Veggie Chicken Burger« unter Beschuss: EU verbietet 29 Wörter

Europäische Union
Burger
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Vegan

Die Zahlen zeigen: Immer mehr Europäer:innen reduzieren Fleisch. Gerade jetzt kommt ein EU-Verbot gegen Veggie-Begriffe. Ist das notwendig – oder ein Signal in die falsche Richtung?

Es klingt zunächst wie eine Randnotiz aus der Bürokratie-Ecke, könnte aber große Auswirkungen haben: Die EU-Kommission hat einen Vorschlag präsentiert, der bestimmte Begriffe für pflanzliche Produkte verbieten will. Konkret geht es um 29 Wörter. Nicht etwa Schimpfwörter, sondern harmlose Begriffe wie »Chicken«, »Steak« oder »Drumstick« – zumindest dann, wenn sie auf vegetarischen oder veganen Produkten stehen. Künftig also kein »Veggie Chicken Burger« mehr, sondern vielleicht ein »pflanzlicher Proteinfladen im Stil von Geflügel«? Und warum das Ganze? Offiziell, um Verwechslungen zu vermeiden.

Ist das ein echtes Problem?

Studien und Umfragen sprechen eine andere Sprache: Laut dem österreichischen Verein für Konsumenteninformation (VKI) gab es in den vergangenen Jahren keine einzige Beschwerde, dass jemand versehentlich ein pflanzliches Produkt gekauft hätte.

In Österreich ist seit 15 Jahren kein Fall einer Verwechslung aufgetreten.
Felix Hnat, Geschäftsführer der Veganen Gesellschaft Österreich

Gleichzeitig wünschen sich laut der höchsten EU-Verbraucherschutzorganisation BEUC 80 Prozent der Konsument:innen, dass pflanzliche Produkte traditionelle Begriffe wie »Burger« oder »Wurst« tragen dürfen – weil das Orientierung bei Geschmack und Zubereitung gibt. »Neue Verbote würden nur Verwirrung stiften – und Kosten verursachen,« so Hnat.

Der Markt verändert sich längst

Während Brüssel also über Bezeichnungen diskutiert, hat sich das Konsumverhalten in Europa stark verändert. Mehr als die Hälfte der Österreicher:innen hat seit 2021 ihren Fleischkonsum reduziert. 5 Prozent leben vegan, 15 Prozent  fleischlos. Besonders wächst die Gruppe der Flexitarier:innen, die aktiv weniger Fleisch essen: In Österreich sind das 37 Prozent, europaweit 27 Prozent.

Pflanzliche Alternativen wachsen mit zweistelligen Raten, in Österreich zuletzt um rund 20 Prozent pro Jahr. Im Handel reagieren die großen Ketten längst: »Billa« bietet seine vegane Eigenmarke inzwischen preislich auf Augenhöhe mit Fleisch an.

Während also der Markt weiterhin sichtbar konstant wächst, dreht sich in Brüssel die Diskussion um Etiketten. »Ich finde die EU als Institution wichtig«, sagt Hnat. »Aber mit kleinlichen, weltfremden Debatten wie dieser tut man sich keinen Gefallen. Wichtiger wären Themen wie Tierwohl, Klimaschutz und faire Wettbewerbsbedingungen.«

Eine Grundsatzfrage

Natürlich kann man über Transparenz reden. Wie wäre es stattdessen mit mehr Klarheit? »Eine gut sichtbare Kennzeichnung ›pflanzlich‹ oder ein Gütesiegel – das reicht völlig«, so Hnat. »Dann dürfen alle Begriffe verwendet werden, die Konsument:innen helfen, das richtige Produkt zu finden.«

Für die Fleischwirtschaft hingegen geht es um mehr als Wörter. Der Markt verändert sich, alternative Proteinquellen gewinnen an Bedeutung, und Prognosen zufolge wird 2040 weniger als die Hälfte des Fleischmarkts noch aus konventionellem Fleisch bestehen.


Kristina Mitrovic
Kristina Mitrovic
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