Vom Wohnen zum Kuratieren: Altbau wird zum privaten Kabinett
Architekt Jakob Bader inszeniert seine Münchner Wohnung wie eine persönliche Ausstellung.
Als Architekt ist Jakob Bader es gewohnt, Räume zu entwerfen. Doch mit dem Kauf einer Altbauwohnung im Münchner Stadtteil Schwabing wechselte er die Perspektive: vom Planer zum Bauherrn. Eine Rolle, die nicht weniger komplex ist – aber deutlich persönlicher.
Mit der Unterstützung eines erfahrenen Malerbetriebs und ausgewählten Produkten von »Brillux« entwickelte er ein Wohnkonzept, das weit über klassische Gestaltung hinausgeht. Statt sich zurückzuhalten, setzt Bader bewusst auf Opulenz, auf starke Kontraste und auf Räume, die Geschichten erzählen. Das Ergebnis: eine Wohnung, die sich weniger wie ein Zuhause im klassischen Sinne anfühlt – sondern wie eine kuratierte Ausstellung.
Bereits beim Betreten wird klar, dass hier nichts dem Zufall überlassen wurde. Elemente aus dem Treppenhaus wurden in den Eingangsbereich geholt. Kunstwerke treffen auf kräftige Farben, historische Elemente auf moderne Akzente. Ein markanter Esstisch in leuchtendem Orange passt zur Fassade des gegenüberliegenden Hauses und setzt ein selbstbewusstes Statement.
Bader denkt Räume nicht isoliert, sondern als Gesamterlebnis. Jeder Bereich erfüllt eine eigene Rolle, bleibt dabei aber Teil einer übergeordneten Komposition. Besonders deutlich wird das im Schlafzimmer, das in ruhigen Grüntönen gehalten ist – höhlenartig, warm, gemütlich.
Sein Ansatz folgt keinen kurzfristigen Entscheidungen, sondern ist genau durchdacht. So auch die Küche mit auffälligen Spiegelelementen. Architektur muss gelebt werden.
Man sollte mutig sein und alles aus einem Objekt herausholen.
So entsteht ein Zuhause, das nicht nur funktional ist, sondern emotional wirkt. Ein Ort, der inspiriert, überrascht und immer wieder neue Perspektiven eröffnet – ganz wie ein gutes Kunstwerk.