Von Oscars bis Golden Globes: Was Stars über das Essen vor Ort verschweigen
Glanz, Glamour und goldene Preise – während der Award Season zeigt sich Hollywood von seiner schönsten Seite. Warum das Essen dabei manchmal anders ausfällt, als wir uns vorstellen, zeigt ein Blick hinter die Kulissen.
Preisverleihungen sind durchinszenierte Abende. Jede Kamerafahrt ist geplant, jedes Kleid vorab kuratiert, jedes Wort der Dankesrede bedacht gewählt. Nichts wird für die glamourösesten Events des Jahres dem Zufall überlassen. Das Essen hingegen blieb dabei oft randständig – zumindest früher. Der amerikanische Journalist Kyle Buchanan beschreibt kürzlich in der New York Times, wie sich jedoch das Publikumsinteresse in den vergangenen Jahren verschoben hat. Damals wollten Leser:innen primär wissen, wer den Oscar gewinnt. Heute fragen sie: »Was gab es zu essen?«
Als jüngstes Beispiel: Das Award-Dinner bei den Critics' Choice Awards ging erst vor Kurzem im Netz viral. Das Menü der Verleihung wurde in sozialen Medien ausführlicher diskutiert als manche Preiskategorie. Serviert wurden nämlich Cracker, Trauben und ein paar schmale Streifen Käse. Schauspielerin Janelle James griff das augenzwinkernd in einer Dankesrede auf und bemerkte, dass man bei dieser Show inzwischen wisse, womit zu rechnen sei. Der verbreitete Mythos, A-Listen-Gäste speisen Kaviar und Champagner im Überfluss, lässt sich nämlich oft gar nicht bestätigen.
Nicht alles Gold, was glänzt
Zwar obliegt die Wahl des Menüs meist den Veranstalter:innen selbst, doch manchmal haben sogar Stars ein Wörtchen mitzureden. Bei den Golden Globe Awards setzte sich Joaquin Phoenix 2020 für ein vollständig veganes Menü ein – ein Signal in Richtung Nachhaltigkeit und Tierschutz. Als er im Folgejahr nicht mehr für einen Preis nominiert war, wurde allerdings wieder Sushi und Schwarzdorsch mit Miso von Nobu serviert.
Aber essen die Schauspieler überhaupt das, was ihnen serviert wird? Schließlich folgen manche oft einem bestimmten Diät-Plan oder einer speziellen Ernährungsweise. Bei den mit Stars gespickten Gotham Awards im vergangenen Dezember blieben die Schalen mit geschmolzenem Käse-Dip jedenfalls völlig unberührt.
Buchanan bemerkt ohnehin, dass bei den Academy Awards das Essen traditionell eher knapp bemessen ist – so sehr, dass Moderator Jimmy Kimmel in einem Jahr kleine Snacks unter den Sitzen platzieren ließ, um die Wartezeit zu überbrücken. Was viele nicht wissen: Der eigentliche kulinarische Höhepunkt folgt häufig erst danach, bei After-Partys oder privaten Feiern.
Ein Blick hinter die Kulissen
Warum interessieren uns die Teller der Stars so sehr? Vielleicht, weil sie Einblicke in eine Welt bieten, die sonst so perfekt inszeniert ist. Außerdem kann ein Teller mehr erzählen als ein Outfit: über Organisation, Zeitgeist, Ernährungsgewohnheiten und Prioritäten der Stars. Warum Menschen so gerne wissen möchten, was bei den Stars und Sternchen auf den Tellern solcher Veranstaltungen landet, ist daher verständlich. Ein etwas minimalistisch ausfallendes Menü wie bei den Critics' Choice Awards, relativiert den Glamour, den die Hollywood-Welt sonst ausstrahlt. Und außerdem wirken Stars neben ein paar Crackern und versteckten Snacks unter den Sitzen irgendwie ein Stück nahbarer – trotz der Couture, die sie tragen.