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Mark Hulsbergen, Simon Staffler und Alan Hulsbergen

Mark Hulsbergen, Simon Staffler und Alan Hulsbergen
© Simon Staffler

Wein, Motoren und die Toskana: Alan Hulsbergen im Falstaff-Talk

Wein
Automobil
Toskana

Zwischen den Reihen des Chianti Classico und den röhrenden Motoren der Mille Miglia: Wir treffen in Siena Alan Hulsbergen, einen Schweizer Unternehmer, der die Toskana gewählt hat, um große Weine zu produzieren, und der uns von seiner Vision der Welt zwischen Sangiovese und alten Bentleys erzählt.

Die Piazza del Campo in Siena, an der die Mille Miglia vorbeirauscht, ist eine zeitlose Kulisse. Hier treffen wir Alan Hulsbergen, den Besitzer von Villa Trasqua, einem Weingut im Herzen des Chianti Classico-Gebietes: ein Schweizer Unternehmer mit einer Sammlung von Oldtimern und einer klaren Vision von der Welt. Er erzählt uns, wie man zum Hüter eines Ortes mit einer tausendjährigen Geschichte wird - und warum Wein, Motoren und Leben so natürlich ineinandergreifen.

Alles beginnt mit einer Streichholzschachtel

Die Leidenschaft für Autos begann schon in jungen Jahren. »Mein Vater hat sie an mich weitergegeben«, sagt Hulsbergen. »Es beginnt mit Matchbox-Modellen, dann kommt das Go-Kart, dann das erste Auto. Ein Triumph, dann ein Bentley. Und Sie haben in einem Rolls Royce geheiratet.« Er lacht mit der Leichtigkeit eines Menschen, der weiß, dass er ein gutes Leben hatte. Seine Sammlung ist heute größer geworden, aber das Herzstück bleibt ein Bentley 3-Liter von 1923. »Auch in diesem Jahr ist es das älteste Auto im Rennen. Wir nennen ihn die Old Lady, mein Bruder fährt ihn. Das ist verrückt.«

Ein Turm, ein Panorama, eine Wahl des Lebens

Die Ankunft in der Villa Trasqua, im Chianti Classico, war nicht geplant. »Sie brachten uns dorthin, und als wir den Turm der Villa bestiegen und den 360-Grad-Blick sahen – nur toskanische Hügel, Olivenbäume, Weinberge – waren wir schon verliebt.« Der Kauf geht auf das Jahr 2001 zurück: Das Anwesen wird in historischen Dokumenten erstmals im Jahr 1001 erwähnt. Ein Jahrtausend später, ein Fall. Die ersten Jahre bringen einige Fehler mit sich: »Wir haben internationale Sorten gepflanzt. Dann kam Franco Bernabei, um uns wieder auf den richtigen Weg zu bringen.« Der Chefwinzer der Familie -'Mister Sangiovese, ein großer Gentleman' - hat seit mehr als zehn Jahren die Produktion auf die lokale Rebsorte ausgerichtet. »Das zeigt sich nun in den Ergebnissen der Gran Selezione. Er entwickelt sich außerordentlich gut.«

Verwalter, nicht Eigentümer

Dieses Jahr wird die Villa Trasqua fünfundzwanzig Jahre alt und steht unter der Leitung der Familie Hulsbergen. Aber die Art, wie Alan darüber spricht, verrät eine Vision, die über den bloßen Besitz hinausgeht. »Wenn Sie die Geschichte dieses Ortes zurückverfolgen, stellen Sie fest, dass er schon immer alle möglichen Ereignisse überlebt hat, von Adelsfamilien bis hin zu Pestepidemien. Wir sind die Hüter dieses Augenblicks. Wir haben die Ehre, Trasqua für ein paar Jahre zu begleiten, es am Leben zu erhalten und das Land zu schützen.«
Die Zukunft liegt bereits in den Kindern und Enkeln. Der jüngste Bruder hat darum gebeten, auf dem Anwesen zu leben.»Ich weiß nicht, was die nächsten Generationen tun werden, aber die Richtung scheint klar zu sein.«

Der Weinmarkt? Schwierig, aber Qualität zahlt sich aus

Wein segelt nicht in ruhigen Gewässern, und Hulsbergen macht keinen Hehl daraus. »Es gibt zu viel Wein auf der Welt, zu viel Angebot. Der Markt ist schwierig.« Aber Villa Trasqua hält seinen Kurs: Wachstum in Italien, Wachstum in den USA. »Die Entscheidungen, die in der Vergangenheit getroffen wurden, sind zu würdigen. Wenn Sie auf Qualität setzen, zahlt der Markt es Ihnen früher oder später zurück.«

Alan Hulsbergen
© Simon Staffler
Alan Hulsbergen

Das Museum in Bewegung

Die Mille Miglia ist auch eine Gelegenheit, über die Zukunft des Automobils nachzudenken. »Ich bin ein Benzinmann, das ist offensichtlich. Aber ich verstehe, dass sich etwas ändern muss. Was wir hier machen, ist ein Museum in Bewegung – tausende von Menschen entlang der italienischen Straßen bewundern diese Autos. Sie muss bewahrt werden.« Die Zukunft wird wahrscheinlich elektrisch sein, vielleicht mit Wasserstoff. »Aber der Lärm dieser Motoren, wenn sie auf den Platz fahren, ist unbeschreiblich.« Das Traumauto? »Ein Alfa Romeo 8C. Schade, dass er zwischen fünfundzwanzig und dreißig Millionen Euro kostet.«

Das Italienische, das Unerklärliche

Schweizer Herkunft, Italiener durch Adoption, Toskaner durch Liebe: Was hat Italien, was andere nicht haben? »Zunächst einmal die Geschichte. Und die Italiener gehen nie unter. Sie mögen sich schlecht fühlen, aber sie finden immer einen Weg, das Leben zu genießen. Das Italienische ist außergewöhnlich: Emotionen, Wärme, die Fähigkeit zu kämpfen und sich dann zu umarmen und weiterzumachen«, sagt Hulsbergen. In der Schweiz gibt es Stabilität – 'ein immenses Privileg'. Aber es ist nicht vergleichbar. »Diese Vielfalt ist genau das, was Europa so schön macht. Sie muss geschützt werden.«


Simon Staffler
Simon Staffler
Direktor Falstaff Italien
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