Was das Team des Winterthurers «Rosa Pulver» seit Jahren umsetzt, hat Vorbildcharakter: natürlich betreffend Geschmack, betreffend Service, aber ebenso betreffend Nachhaltigkeit. Und das ganz locker, ohne je den Zeigefinger zu erheben. So auch bei unserem Besuch zum Jahresanfang, der im «Rosa Pulver» fast schon traditionellerweise vegan begangen wird. Wer die Kreationen von Küchenchef Michael Dober kennt, weiss aber, dass man hier tierische Produkte ganz sicher nicht vermissen wird. Das beginnt schon beim Sauerteigbrot, welches das Team seit Jahren selbst bäckt und zu den Besten des Landes gehört. Normalerweise wird dazu aufgeschlagene Butter oder auch mal Schweineschmalz gereicht. Heute gibt es eine aromatisierte Margarine. Dem Genuss tut das keinen Abbruch. Das Gleiche gilt bei den darauffolgenden Gerichten. Der Gast hat die Wahl zwischen vier, fünf oder sieben Gängen, mit der Option, auch noch einen Zwischengang einzuschieben, wenn einem danach ist. Zum Glück wurden wir vom aufmerksamen Service danach gefragt! Der Zwischengang «All about carrots» gehörte eindeutig zu den Highlights. Im Zentrum eine geräuchte Karotte, die an aromatischer Tiefe kaum zu übertreffen ist, begleitet von diversen Karottenvariationen. Köstlich auch die als Schnecke angerichteten Pizzoccheri mit Rosinencreme, Knoblauch, Ponzusauce und Miso. Das kleine Highlight dient als Sidedish zum Hauptgang rund um Schwarzwurzel und Miso. Die Hautprodukte auf dem Teller – Buchweizen, Miso und das Gemüse – stammen wie vom «Rosa Pulver» gewohnt von Betrieben aus der Region und aus biologischer Produktion. Absolut vorbildlich eben.