Am Kölner Eigelstein ist ein neues Lokal entstanden, das mit auffallend gefühlvoller, nachhaltiger Gestaltung und progressivem Charakter einen ambitionierten Kontrapunkt zum leicht verlotterten Viertel zwischen Hauptbahnhof und Ebertplatz schafft. Auf der Karte steht pflanzenbasierte Küche: vegane Gerichte mit zarten vegetarischen Einsprengseln, wobei die kreative Präsentation von Gemüse sichtbar im Vordergrund steht – in einer angenehm unverkopften, ehrlichen Art und Weise. Der Fokus auf strikte Regionalität und Saisonalität komplettiert den sehr (selbst-)bewusst äußerst eng gesteckten Rahmen. Bis auf wenige Ausnahmen stammt alles, von den Zutaten für die Gerichte bis zu den Materialien im Gastraum, aus einem Umkreis von 50, maximal 100 Kilometern. Dass das in Teilen sehr gut funktioniert, zeigen Gerichte wie ein auf einer Crème aus weißen Bohnen und fermentiertem Knoblauch gebetteter, mit Ratatouille gefüllter Raviolo in einem See aus pflanzlicher Beurre blanc, der durch Roggenbrot-Brösel und leicht marinierte gelbe Zucchini ein knusprig-knackiges i-Tüpfelchen bekommt. Zum Fünf-Gänge-Abendmenü gehörte auch bissfest gegarter, geschmacklich aber recht puristischer Buchweizen mit einem Salat aus Gurke und Portulak sowie Gurkensud, Gurkengranité, gepopptem Buchweizen und Olivengurken von Bio-Frings, einer Biogärtnerei vor den Toren der Stadt. Auf Gewürze etc., die mehr als 100 Kilometer nach Köln reisen, verzichtet man gänzlich. Die Pilze stammen von einer urbanen Pilzfarm ums Eck, der Wein aus Deutschland. Besteck, Servietten, Tische, Kochjacken, Arbeitsschuhe – alles stammt aus kleinen Manufakturen in direkter Nähe oder wird upgecycelt.