Mehr Raum für Fairness: Warum Safer Spaces im Communitysport unverzichtbar sind
Viele Menschen erleben Sport nicht als offenen, einladenden Ort, sondern als Raum, in dem Ausschlüsse fortgeschrieben werden. Wir erklären, warum Safer Spaces im Communitysport mehr sind als ein Trendbegriff und wie sie unser Verständnis von Teilhabe grundlegend verändern.
Lange galt Sport als vermeintlich neutraler Begegnungsort, an dem Leistung im Vordergrund steht und Herkunft oder Identität keine Rolle spielen. Untersuchungen aus der Sportsoziologie zeigen jedoch seit Jahren, dass genau das Gegenteil zutrifft: Sport reproduziert häufig gesellschaftliche Machtstrukturen, sei es durch männlich dominierte Vereinsstrukturen, durch unreflektierte Körpernormen oder durch unausgesprochene Verhaltensregeln, die nur jene kennen, die ohnehin dazugehören.
Für viele Menschen bedeutet das: Der Zugang zum Sport wird nicht durch fehlendes Interesse erschwert, sondern durch Angst vor Bewertung, vor Diskriminierung oder vor einem Umfeld, das über lange Zeit nur bestimmte Gruppen selbstverständlich berücksichtigt hat. Safer Spaces setzen genau dort an, sie versuchen, diese strukturellen Hürden transparent zu machen und abzubauen.
Die Realität vieler Trainingsräume: Gut gemeint reicht nicht
In vielen Communitysport-Angeboten existiert eine klare Diskrepanz zwischen Anspruch und gelebter Praxis. Zwar betonen Vereine und Studios häufig Werte wie »Offenheit« oder »Teamgeist«, doch ohne konkrete Maßnahmen bleibt dies häufig eine leere Formel. Typische Herausforderungen sind:
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unausgesprochene Verhaltensnormen, die Neulinge ausschließen
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sprachliche oder kulturelle Barrieren
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Räume, die für manche Körper oder Bedürfnisse schlicht nicht gedacht sind
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ein Mangel an Sensibilisierung für Diskriminierungsformen – auch unbeabsichtigte
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Hierarchien zwischen Trainer:innen und Teilnehmenden, die Unsicherheiten verstärken
Safer Spaces entstehen nicht durch Absicht, sondern durch Strukturarbeit. Das bedeutet: Regeln, Schulungen, räumliche Anpassungen, klare Ansprechpersonen und ein Bewusstsein für die eigene Verantwortung als Anbieter:in.
Wer profitiert? Vor allem jene, die bisher nicht gehört wurden
Besonders betroffen vom Fehlen sicherer Sportorte sind Menschen, die im öffentlichen Raum häufiger Grenzüberschreitungen erleben: queere Personen, Frauen, Menschen mit sichtbaren oder unsichtbaren Behinderungen, Personen mit Migrationsgeschichte oder solche, die nicht dem gängigen Körperideal entsprechen.
Der entscheidende Punkt: Safer Spaces schaffen nicht »Sonderzonen für einige wenige«, sondern ermöglichen erstmals echte Teilhabe auf Augenhöhe. Sie öffnen Sport für all jene, die bislang nur am Rand vorkamen und das verändert auch das Gesamtgefüge. Gruppen werden vielfältiger, Austausch intensiver, das Miteinander respektvoller.
Warum Safer Spaces die Zukunft des Communitysports bestimmen
Gesellschaften verändern sich. Sport muss diese Veränderungen spiegeln, wenn er relevant bleiben will. Vor allem jüngere Generationen erwarten von Freizeiteinrichtungen Werte wie Diversität, Inklusion und aktives Eintreten gegen Diskriminierung. Communitysport, der diese Erwartungen ignoriert, verliert langfristig Mitglieder und Wirkungskraft. Communitysport, der sie ernst nimmt, gewinnt Vertrauen und schafft Räume, die nicht nur körperlich stärken, sondern sozial integrieren.