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Stretching: Deswegen sollten Sie sich öfter dehnen

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Dehnen gehört zu den am häufigsten unterschätzten Formen der Körperpflege. Wer regelmäßig stretcht, tut nicht nur seinen Muskeln etwas Gutes, sondern investiert in langfristige Beweglichkeit, Haltung und Wohlbefinden. Wir zeigen, wie es richtig geht.

Viele berufliche Tätigkeiten sind heute mit langem Sitzen verbunden. Darunter leiden auf Dauer Haltung und Mobilität: Die Muskeln verkürzen sich schleichend und schränken die Beweglichkeit immer weiter ein. Regelmäßiges Stretching kann helfen, beweglich zu bleiben, Spannungsgefühle zu reduzieren und das Körpergefühl zu verbessern.

Wechselwirkungen

Wichtig ist dabei: Beweglichkeit entsteht nicht nur durch Dehnen. Ebenso zentral sind Mobilisierung und Kräftigung. Dynamische Mobilisierungsübungen bereiten Gelenke und Muskulatur auf Bewegung vor und verbessern die Bewegungsqualität. Kräftigung sorgt dafür, dass der Körper die gewonnene Beweglichkeit stabil und kontrolliert nutzen kann.

Deshalb ist die Kombination aus Dehnen, Mobilisieren und Kräftigen am sinnvollsten, weiß Lisa Frasz. Sie ist ausgebildete Pilatestrainerin mit einem Hintergrund in Molekularbiologie. Sie unterrichtet derzeit unter anderem bei re:flow in Wien. Hier gibt es regelmäßig Stretching Classes, die sich auf die Verbesserung vom Bewegungsumfang bei gleichzeitiger Stabilität und korrekter Körperhaltung konzentrieren. Wir haben sie nach ihren Empfehlungen rund ums Dehnen gefragt.

Lisa Frasz

Lisa Frasz ist ausgebildete Pilatestrainerin mit einem Hintergrund in Molekularbiologie – ihr Schwerpunkt liegt auf Ernährung und Gesundheit. Dieses Wissen fließt direkt in ihren Unterricht ein: Sie vermittelt Bewegung ganzheitlich und wissenschaftlich fundiert, mit starkem Fokus auf Technik, Kraft und Haltung.

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Falstaff HappyLife: Was sind die häufigsten Fehler beim Dehnen?

Lisa Fasz: Vor allem Anfänger dehnen oft zu intensiv oder zu lange. Die Dehnung sollte langsam beginnen, mit einem leicht spürbaren Zug, der sich mit ruhiger Atmung und etwas Zeit vertiefen kann, wenn sich der Muskel entspannt. Ein weiterer häufiger Fehler ist, direkt in eine tiefe Dehnpositionen zu gehen, ohne den Körper vorher mit Aufwärmen oder sanften Mobilisierungsübungen darauf vorzubereiten.

Sollte man lieber vor oder nach dem Sport dehnen?

Am besten ist meist beides! Vor dem Sport eignen sich vor allem dynamische Mobilisierungsübungen, weil sie den Körper aktivieren, auf Belastung vorbereiten und durch sanfte Bewegung die Range of Motion verbessern können. So lässt sich mehr aus der Übung oder dem Training herausholen. Längeres statisches Dehnen direkt vor intensiver Belastung ist dagegen meist nicht die beste Wahl.

Nach dem Training kann ruhiges, statisches Dehnen sinnvoll sein, um herunterzufahren und die Regeneration zu unterstützen. Nach sehr intensivem Krafttraining oder Wettkämpfen ist allerdings oft ein sanftes Cool-down mit ruhiger Mobilisierung die bessere Methode.

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Lieber morgens oder abends?

Morgens kann Stretching helfen, den Körper zu aktivieren, den Blutfluss zu fördern und erste Steifheit zu lösen. Abends ist es oft angenehm, mit ruhigen Dehn- und Mobilisierungssübungen zu entspannen, den Tag ausklingen zu lassen und den Körper nach langem Sitzen wieder zu öffnen.

Sind statische oder dynamische Übungen besser?

Am besten ist meist die Kombination aus beidem. Dynamische Übungen eignen sich gut zum Aufwärmen und Mobilisieren, statische Dehnungen eher für den Ausklang oder für separate Beweglichkeitseinheiten. Wer langfristig beweglich und belastbar bleiben möchte, sollte nicht nur dehnen, sondern auch mobilisieren und kräftigen.

Denn für gesunde, alltagstaugliche Beweglichkeit reicht Dehnen allein meist nicht aus: Mobilisierende Übungen verbessern die Bewegungsqualität und bereiten Gelenke und Muskulatur auf Belastung vor, während Kräftigung dafür sorgt, dass der Körper die gewonnene Beweglichkeit stabil und kontrolliert nutzen kann. Deshalb ist eine Kombination aus Mobilisation, Kräftigung und ergänzendem Stretching in den meisten Fällen am sinnvollsten.

Lisa Fasz's Top 5 Dehnübungen

  1. Figure-4-Stretch zur Öffnung der Hüfte.
  2. Low Lunge zur Dehnung des Hüftbeugers.
  3. Hamstring Stretch im Stehen oder Knien um die Oberschenkel Rückseite zu dehnen.
  4. Side Body Bend zum Öffnen der Körperseite.
  5. Brustöffner in Rückenlage, zum Beispiel mit Pilates-Ball, Rolle oder Polster unter dem oberen Rücken, die Arme im T oder über Kopf.

Jessica Haberl
Koch
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