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Deswegen sollten Sie Boxen ausprobieren

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Boxen galt lange als Sport für harte Kerle, dabei entdecken immer mehr Frauen genau darin ihre Stärke. Wir haben mit einem erfahrenen Trainer gesprochen, warum gerade Frauen vom Boxtraining profitieren.

Wer an Boxen denkt, hat oft Schweiß, Fäuste und eine raue Atmosphäre im Kopf:  wenig, das auf Anhieb nach einem Ort klingt, an dem sich Frauen wohlfühlen. Und doch zeigt sich in Wien ein anderes Bild: Bei FAME Boxing sind rund drei Viertel der Teilnehmerinnen weiblich. Wir haben mit Felix Böker, Geschäftsleiter und Trainer bei FAME Boxing, darüber gesprochen, was Boxtraining so besonders macht, wie ein typisches Training abläuft und warum gerade Frauen davon profitieren.

Felix Böker

Felix Böker begann im Alter von 16 Jahren mit dem Boxen und trainierte zwei Jahre lang auf Wettkampfniveau im Kickboxen in Wien. Als zertifizierter Funktionaltrainer kombiniert er in seinen Einheiten fließende Boxkombinationen mit Verteidigungsbewegungen und funktionalen Ganzkörperübungen. Bei FAME Boxing ist er bei beiden Standorten als Geschäftsleiter und Trainer tätig.

Studio 1010 – Stubenring 6, 1010 Wien
Studio 1040 – Karolinengasse 28, 1040 Wien

 

© Aaron Jiang

Was macht Boxtraining aus Ihrer Sicht so besonders im Vergleich zu klassischem Fitnesstraining?

Felix Böker: Für mich ist es die einzigartige Kombination aus Koordination, Timing, Balance, Kraftübertragung und Ausdauer. Boxen fordert Körper und Geist und gibt gleichzeitig die Möglichkeit dem Alltag zu entfliehen. 

Viele haben beim Boxen erstmal Berührungsängste. Was raten Sie Menschen, die noch nie einen Handschuh angezogen haben?

Felix Böker:  Diese Angst ist völlig verständlich, aber sie sollte niemanden davon abhalten, es auszuprobieren. Bei uns werden First Timer von Beginn an so begleitet, dass sie sich schnell wohlfühlen. Handschuhe kann man sich bei uns ausleihen und es wird ausschließlich mit dem Boxsack gearbeitet. Es gibt keinen Sparring-Partner. Speziell für First Timer haben wir auch die sogenannte Basic Klasse mit mehr Erklärungen und Grundlagenübungen. Aber ins Schwitzen kann man dort trotzdem kommen.

Bei FAME Boxing wird ausschließlich mit dem Boxsack gearbeitet.

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Wie ist ein typisches FAME-Boxing-Training aufgebaut, und was können Einsteiger:innen beim ersten Mal erwarten?

Felix Böker: Unser Training dauert 50 Minuten. Vor dem Warm-up werden die sechs Grundschläge erklärt. Danach starten wir mit dem ersten Box-Teil (10 Min.), gefolgt von einer funktionalen Ganzkörperrunde (10 Min.). Dieser Wechsel wiederholt sich ein zweites Mal. Alles läuft zu motivierender Musik und in einer dunkleren Atmosphäre, so kann man sich gut auf sich selbst fokussieren. 

Braucht man für Boxtraining spezielle Vorkenntnisse oder eine bestimmte Grundfitness, um einzusteigen?

Felix Böker:  Ein klares »Nein«. Unsere Coaches passen jede Einheit so an, dass alle Fitnesslevel mitmachen können. Wichtig ist vor allem Geduld: Boxen braucht Zeit. Wer dranbleibt und an den Basics arbeitet, wird schnell Fortschritte erzielen.

Was unterscheidet euer Konzept von klassischem Boxtraining im Verein?

Felix Böker: Wir arbeiten komplett kontaktlos. Es gibt keinen Sparring-Partner. Dazu kommt eine besondere Atmosphäre: dunkler, Musik, weniger klassische Box-Ästhetik. Etwa 75% unserer Teilnehmerinnen sind Frauen. Das macht unser Studio zu einem Ort, an dem sich viele besonders wohlfühlen.

Dreiviertel der Kursteilnehmer bei FAME Boxing sind Frauen.

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Welche körperlichen Effekte bemerken Frauen typischerweise als Erstes, wenn sie regelmäßig boxen?

Felix Böker: Die meisten spüren zuerst: weniger Stress, mehr Energie. Körperlich werden Arme, Schultern und Rücken straffer. Durch die ständige Rotation aus der Hüfte wird die Bauchmuskulatur gekräftigt. Das definiert die Taille und verbessert die Haltung.

Boxen gilt oft als Ausdauer- und Krafttraining zugleich – wie wirkt sich das konkret auf Muskelaufbau und Fettverbrennung aus?

Felix Böker: Boxen ist echtes Ganzkörpertraining: Arme, Schultern, Core, Hüfte und Beine arbeiten gleichzeitig. Die Intensität ist so hoch, dass du nicht nur während, sondern auch nach dem Training spürst, wie dein Körper arbeitet. Das Ergebnis: mehr Definition, mehr Energie, weniger Stress.

Beim Boxen spürt man die Kraft des eigenen Körpers.

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Welche Rolle spielt Boxtraining für das Selbstbewusstsein und das Körpergefühl, besonders bei Frauen?

Felix Böker: Es ist ein unglaubliches Gefühl, Schläge richtig zu werfen und die Kraft des eigenen Körpers zu spüren. Wer regelmäßig kommt, merkt schnell: Ich werde stärker, nicht nur körperlich, sondern auch mental. Ich sehe diese Entwicklung bei jeder Teilnehmerin, die dranbleibt.

Boxen wird oft auch als Ventil für Stress und aufgestaute Energie beschrieben. Wie erlebst du das bei deinen Teilnehmerinnen?

Felix Böker: Absolut. Viele kommen nach einem stressigen Tag zu uns, um Dampf abzulassen. Besonders beeindruckend finde ich, dass bei uns Frauen mit ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten trainieren: vom Jobstress bis zur frisch gebackenen Mutter. Eine Teilnehmerin sagte mir kürzlich: »Ich will ein starkes Vorbild für meine Familie sein.« Genau dafür steht FAME.

Warum sollten Frauen Boxtraining ausprobieren, auch wenn sie sich unsicher fühlen?

Felix Böker:  Weil Boxen dir zeigt, was in dir steckt: körperlich und mental. Es ist kein Wettkampf gegen andere, sondern ein Duell mit dir selbst für dich selbst. Und das Beste ist, du musst keine Athletin sein oder die ganze Ausrüstung haben, um anzufangen. Du musst nur kommen.


Jessica Haberl
Autor
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