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Was tun bei Lipödeme?

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Unglaublich, aber wahr: Bis zu zehn Prozent aller Frauen leiden daran, die wenigsten wissen davon. Unschöne Fettansammlungen an Beinen und Armen können sich als Lipödeme entpuppen. Happy Life sprach mit dem plastischen Chirurg Dr. Johannes Matiasek darüber.

Lipödeme sind Frauen vorbehalten, ­hormonell ausgelöst und nachhaltig nur auf eine Art behandelbar: unter dem Messer. Die unschönen Fettansammlungen können sich als große psychische Belastung entpuppen. Der plastische Chirurg Dr. Johannes Matiasek klärt im Happy Life Interview über die Möglichkeiten einer Behandlung auf.

Happy Life Was versteht man unter Lipödem?

Priv.-Doz. Dr. Matiasek Ein Lipödem ist eine sogenannte atypische Fettverteilungsstörung an Beinen und/oder Armen, es haben sich hier mehr Fettzellen gebildet als am Körperstamm. Das führt dazu, dass die Gliedmaßen dicker erscheinen als der restliche Körper.

Welche Auswirkungen hat das Lipödem – abgesehen von optischen Beeinträchtigungen?

In diesem Fall haben die Lymphbahnen eine Schwäche und der Abtransport funktioniert schlechter, sodass das Zuviel an Fettgewebe die Lymphbahnen zusammenpresst (oder komprimiert). Dann entstehen Druck- und Spannungsschmerzen und generelle Schwellungen nehmen zu. Die Rechnung ist einfach: Je mehr Schwellungen da sind, desto schmerzhafter wird es für die Patientin!

Was sind die Auslöser für Lipödeme?

Das weiß man leider nicht genau. Fakt ist, dass nur Frauen davon betroffen sind und dass hormonelle Umstellungen dafür verantwortlich sind. Meist zeichnen sich die ersten Symptome bereits in der Pubertät ab. Hormonpräparate wie die Pille können Lipödeme auslösen oder verschlimmern. Auch Schwangerschaft und Wechseljahre wirken verstärkend.   

Was kann man dagegen tun?

Konservative Behandlungsmaßnahmen beinhalten Kompressionswäsche und Lymphdrainage. Erfolge stellen sich aber nur ein, wenn man die Wäsche konstant trägt und zweimal wöchentlich Lymphdrainage macht. Der Nachteil ist aber, dass die Fettzellen bleiben. Um Beschwerden zu mindern, muss man das Fettgewebe reduzieren. Die Lymphe braucht Platz, um arbeiten zu können.

Was gilt es zu beachten, wenn man sich für eine -Fettabsaugung entscheidet?

Der Heilungsprozess kann bis zu einem Jahr dauern. Bis die Lymphbahnen ihren Weg zurück zur vollen Funktion finden, muss man sie auch unterstützen, etwa mit Lymphdrainagen. Auch der Kreislauf muss sich erst erholen und das Gewebe sich generieren.

Kann es auch zu Komplikationen kommen?

Man sollte sich unbedingt für eine:n geübte:n, auf Lipödem spezialisierte:n plastische:n Chirurgin oder Chirurgen entscheiden, da durch die falsche Absaugtechnik die Lymphbahnen beschädigt werden können. Hier muss man ganz behutsam arbeiten: stets in Richtung der Lymphbahnen.

Was ist der Unterschied zu einem Lymphödem?

Ein Lipödem tritt stets an beiden Beinen und/oder Armen auf, ein Lymphödem meist nur auf einer Seite.

Warum ist die Unterscheidung so essenziell?

Weil man bei einem Lymphödem große Gefahr läuft, mehr Schaden anzurichten! In diesem Fall gilt es, das Lymphödem mittels Mikrochirurgie zu operieren, um das Abflusshindernis zu beheben. Man darf aber auf keinen Fall eine Fettabsaugung machen!

Kann man dem Lipödem vorbeugen?

Leider nein. Man sollte sich aber stets bewusst sein, dass die Pille der Auslöser sein kann. Wenn man auf diese Art der Verhütung verzichtet, reduziert man auch das Risiko, daran zu erkranken! Hier fehlt aber bis heute die Grundlagenforschung!

 

ZUR PERSON

Priv.-Doz. Dr. Johannes Matiasek ist plastischer Chirurg und unter anderem auf Lipödem spezialisiert und um eine solide Aufklärung bemüht. drmatiasek.at

 

Erschienen in
Falstaff Happy Life Magazin 2/2024

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Melanie Gleinser-Moritzer
Autor
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