Bowls lassen sich hervorragend »veganisieren«.
© Rafael Maggion / Unsplash
Das sind die Food-Trends 2023
Wie sieht die Zukunft für Lebensmittelindustrie, Handel und Gastronomie in den nächsten Jahren aus? Die Food-Trends 2023 verraten es.
von Alexandra Gorsche
26. Dezember 2022
Die Welt der Ernährung dreht sich immer schneller und Gastronom:innen, Händler:innen und Hersteller:innen müssen zusehen, nicht den Anschluss zu verlieren. Hanni Rützler, renommierte Foodtrend-Forscherin, analysiert bereits zum zehnten Mal in Folge im Food Report die Hypes und Entwicklungen rund ums Essen weltweit – und das in bewegten Zeiten.
New Glocal
Schon die Pandemie hat dem globalen Handel und den Just-in-Time-Lieferketten massiv zugesetzt und die von Klimaaktivist:innen schon länger vorgebrachte Kritik am Global Sourcing weiter befeuert. Der nun auch durch den Krieg dynamisierte Food-Trend, in dem sich der Wunsch nach einem neuen, sinnvolleren Verhältnis von lokal produzierten und global importierten Lebensmitteln spiegelt, wird sich zu zukunftsfitten Leitplanken für die Lebensmittelwirtschaft entwickeln.
Was ist New Glocal?
New Glocal berücksichtigt nicht nur lokale und globale Aspekte, sondern verleiht diesen auch eine neue Hierarchie. Die regionale Verfügbarkeit wird zum primären Kriterium. Und dort, wo der Lebensmittelhandel weiter auf internationale Importe setzt, werden sich die Spielregeln nach und nach verändern.
Trendprognose
Die Trendbewegung in Richtung Glokalisierung wird von starken Dynamiken vorangetrieben: Die ökologischen Folgen einer rücksichtslos globalisierten Nahrungsmittelindustrie geraten zunehmend ins öffentliche Bewusstsein. Die ersten Ausfälle und Knappheiten in Pandemie-Zeiten zeigten die Abhängigkeiten von globalisierten Lieferketten sowie deren Fragilität bereits auf. Geopolitische Krisen machen die Verletzlichkeit des Systems noch schmerzlicher bewusst.
Auswirkungen für die heimische Gastronomie
Aber was bedeutet das nun für unsere heimische Gastronomie? New Glocal wird kein vorübergehender Trend sein, sondern
ist ein Vorbote der nächsten Evolutionsstufe in der globalen Lebensmittelproduktion, die sich durch einen neuen Fokus auf Regionalität und nachhaltiges Wirtschaften mit resilienten Verschränkungen zu überregionalen und globalen Strukturen auszeichnen wird. Schritt für Schritt wird dies auch zu einer Neuausrichtung des Sortiments in Supermärkten, aber auch zur Ausweitung des internationalen Direktvertriebs führen. Und gerade für Gastronom:innen und Hoteliers ist es mehr denn je wichtig, funktionierende Lieferketten sicherzustellen. Umso näher die Lieferant:innen, umso besser.
Regenerative Food
Endlich wieder ein gesünderer Planet! »Regenerative Food«, ein Trend, der einen Ausweg aus der neben der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine nach wie vor bestehenden Krise weist: der Klimakrise. Eine regenerative Lebensmittelerzeugung kann die Treibhausgasemissionen reduzieren, indem sie die Abhängigkeit von synthetischen Düngemitteln verringert und gesunde Böden mit einem hohen Gehalt an organischen Stoffen und einer größeren mikrobiellen Vielfalt schafft.
Regenerative Methoden können auch in der konventionellen Landwirtschaft gut an unterschiedliche örtliche Gegebenheiten angepasst werden. Dazu zählen unter anderem die Verwendung verschiedener Pflanzensorten und Deckfrüchten, die Agroforstwirtschaft und sogenannte Rotationsweiden, auf denen Rinder, Schafe und Ziegen nur für bestimmte Zeiten grasen, um den Weidepflanzen und dem Boden Zeit zu geben, sich wieder zu erholen. Gesunde Böden tragen zur Wiederherstellung des natürlichen Kohlenstoffkreislaufs bei und erhöhen die Fähigkeit des Bodens, Kohlenstoff zu binden und damit den Klimawandel zu bekämpfen.

© Maria Orlova / Pexels
Veganizing Recipes
Neben neuen Hightech-Imitaten von Fleisch und Fisch glänzen auch fleischlose Adaptionen von Wirtshausklassikern, die ohne komplizierte Zutatenlisten auskommen. Die nach wie vor angesagten Bowls lassen sich zum Beispiel hervorragend »veganisieren« – ob süß oder herzhaft, Frühstück oder Mittagssnack.
Healthy Snacking
Mittlerweile problemlos ohne tierische Zutaten möglich: Gemüse, Früchte oder Salat, Nüsse oder Kerne sind perfekt für einen schnellen Snack geeignet. Dazu kommen dann noch Sattmacher wie Quinoa, Couscous oder Bulgur, diese bieten jede Menge Spielraum. Und dann dürfen wir auf sogenannte Superfoods nicht vergessen: Avocado, Granatapfel oder Chiasamen stehen beispielsweise bei gesundheitsbewussten Genießern hoch im Kurs. Die regionalen Alternativen dazu heißen Rote Bete, Leinsamen oder Grünkohl. Mit Fantasie und Kreativität entstehen leckere pflanzliche Alternativen – in Form von gesunden Snacks, raffinierter Vielfalt oder beliebten Kindheitserinnerungen.
Die vielfältige Zukunft des Fleischkonsums
Fleisch verliert seine Rolle als Leitprodukt unserer Esskultur – zumindest in den Visionen innovativer Lebensmitteltechnolog:innen und Investor:innen sowie im veganen Diskurs um »richtige« Ernährung. Plant-based Food hat sich zu einem der wichtigsten Food-Trends unserer Zeit entwickelt. Neben pflanzenbasierten Produkten kündigen sich nun auch weitere Alternativen wie Alt-Protein und Cellcultured Food an, die Fleisch und Fisch in Geschmack und Textur immer ähnlicher werden.

Lesenswert
Je früher, desto lieber: Wahre Eisfans erwarten sehnlichst die Saison.
© canva.com/Faruk Tokluoglu
Eis-Neuheiten 2026: Diese Trends sollten Gastronomen kennen und nutzen
Stanitzel oder Becher? Diese Frage bestimmte das Geschehen an der Eis-Theke. Heute haben Gäste andere Erwartungen ans Gefrorene. So zählt etwa Textur so viel wie der eigentliche Geschmack: PROFI hat die »eisigen« News.
Radeln im Schnee: Fatbikes sind 2026 eine Fixgröße im alpinen Wintersport-Angebot.
© Unsplash / Hendrik Morkel
Schnee von Morgen: Diese 5 Entwicklungen prägen den Wintertourismus 2026
Massive Investitionen stehen an: Südtirol nützt den Olympia-Schub, anderswo geht es im alpinen Winter um vielseitigere Erlebnisse – inklusive neuer Trendsportarten, die Sie nicht verpassen sollten!
Clubnacht ohne Alkohol – und ohne Nacht: Die »Kaffee House Raves« im Wiener »Café Vogel« finden untertags statt.
© Alisa Guseva / INTOUCH SOUND
Siebträger und DJ vorhanden? Dann kommt jetzt die Party-Idee für 2026
Das gute alte Rave feiert Wiedergeburt. Seit längerem wird der Cappuccino zum neuen Cocktail, wenn in Weltstädten zur »Coffee-Party« geladen wird. Der Trend lässt sich leicht mitmachen und holt vor allem junge Gourmets ab, wie das Beispiel aus Wien-2 zeigt.
Coole Destinationen boomen: Der Norden punktet mit kühlem Charme in Sommern mit 35 Grad und mehr.
© canva.com
Sieben Trends für 2026: Diese Entwicklungen prägen das Gastgewerbe
Was bringt das neue Jahr? Unsere Übersicht quer durch die Betriebstypen schafft Vorsprung. Ein Service für alle, die keine verrückten Eintagsfliegen suchen, sondern wirklich wissen wollen, was 2026 relevant ist – und Umsatz verspricht.
© ©IHG Hotels & Resorts / Kimpton
Kulinarik und Cocktail-Trends für 2025
Wie schmeckt die Zukunft? »Kimpton Hotels & Restaurants« hat die Food- und Cocktail-Trends für 2025 analysiert: Von Chili-Crunch-Kreationen bis hin zu alkoholfreien Meisterwerken – ein Ausblick auf die kommenden kulinarischen Highlights.
© Sonja Priller
Innovative Gastrokonzepte: Warum Pinsa Romana ein fester Bestandteil auf modernen Speisekarten wird
Längst ist Pinsa Romana mehr als nur eine kulinarische Neuheit. Mit ihrem leichten Teig und vielfältigen Belagoptionen überzeugt die italienische Spezialität immer mehr Gäste und Gastronomen. Haubis bringt nun Pinsa-Teige nach Originalrezept auf den Markt – vegan, laktosefrei und mit Sauerteig. Was hinter dem Trend steckt und warum er eine echte Bereicherung für Gastronomiebetriebe ist.
Meist gelesen
Die »Alles für den Gast« ist das zentrale Event für die Gastronomie- und Hotelleriebranche
© Foto beigestellt
»Alles für den Gast« 2024: Innovationen & Trends
Advertorial
Erleben Sie die Highlights der »Alles für den Gast« 2024 und sichern Sie sich Ihr Ticket!
Die richtige Kombination von Farben und Möbeldesign schafft eine Atmosphäre, die Gäste begeistert und zum Wiederkommen einlädt.
© Foto beigestellt
Farbpsychologie und Möbeldesign: 5 Tipps zur Möbelgestaltung im Restaurant
Advertorial
Ein Restaurantbesuch ist heute mehr als gutes Essen – er umfasst Service und Atmosphäre. Jedes Detail, von der Farbgestaltung bis zum Möbeldesign, beeinflusst das Wohlbefinden der Gäste. Schon beim Betreten entscheiden Sie unbewusst, wie lange Sie bleiben und ob Sie wiederkommen.
Symbolbild © FamVeld
EM-Sensation für Österreich: »Burgenland Tourismus« verzeichnet Nächtigungsrekorde im Mai
Viele Feiertage in dem Monat und eine erfolgreiche Partnerschaft mit der Nationalmannschaft bringen dem Bundesland ein Plus im Tourismussektor.
© Hotel Ambassador Zürich
Das sind die Hotel Interior Trends 2024
Advertorial
Von der beruhigenden Kraft von Soft Nature bis zu kräftigen Farben und dem fröhlichen Boho-Style – hier sind die Top-Hotel Interior- und Farbtrends, die Hotelgästen unvergessliche Aufenthalte bescheren.
© Pexels/Andrea Piacquadio
Tipps für Gastronomen, um sich auf Solo-Dining einzustellen
Indem Gastronomen auf die Bedürfnisse von Solo-Dinern eingehen, können sie nicht nur ihre Zielgruppe erweitern, sondern auch ein umfassendes und einladendes Erlebnis für alle Gäste schaffen.
Alleine essen zu gehen wird immer beliebter. © Pexels
Solo-Dining: Ein Genuss für Einzelgäste in der globalen Kulturkulinarik
»Table for one« oder »Dinner for one«? Solo-Dining wird weltweit zum kulinarischen Trend, der nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern auch gesellschaftliche Veränderungen widerspiegelt. PROFI verrät, warum immer mehr Menschen alleine essen gehen und wie die Gastronomie darauf reagiert.
Der Newsletter für echte Profis
Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!

