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Überraschendes Umfrageergebnis: Beschäftigte im Tourismus sind am zufriedensten

Die Arbeitsbedingungen in der Hotellerie und in der Gastronomie sind immer wieder Gegenstand von kontroversen Diskussionen. Eine von der Wirtschaftskammer in Auftrag gegebene Befragung liefert jetzt ein differenzierteres Bild.

von Alexander Schöpf
25. Januar 2024

Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft ist mit ihren rund 90.000 Betrieben, insgesamt 500.000 Mitarbeiter:innen und einer Wertschöpfung von über 13 Milliarden Euro eine der Säulen von Österreichs Wirtschaft. In der öffentlichen Diskussion kommt die Branche dennoch oft nicht gut weg. Das zeigt sich vor allem dann, wenn es um den Tourismussektor als Arbeitgeber geht. So werden die Arbeitsbedingungen immer wieder als einer der Hauptgründe für den Fachkräftemangel in der Branche ausgemacht.

Hohe Zufriedenheit, Top-Weiterempfehlungsrate

Umso überraschender ist das Ergebnis, das jetzt eine von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in Auftrag gegebene Umfrage durch das »Market Institut« offenbart: Die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen ist nicht nur grundsätzlich sehr hoch, sondern auch noch höher als in anderen Branchen. So sind 93 Prozent der Befragten im Tourismus zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz, während es in anderen Branchen 90 Prozent sind.

Auch bei der Weiterempfehlungsrate sind Beschäftigte im Tourismus top: 64 Prozent würden den Betrieb, in dem sie beschäftigt sind, auf jeden Fall weiterempfehlen und weitere 26 Prozent würden es zumindest in Betracht ziehen. Zum Vergleich: In anderen Branchen sind es 63 bzw. 19 Prozent. 17 Prozent würden ihren Arbeitgeber hingegen nicht weiterempfehlen, während es im Tourismus nur zehn Prozent sind.

Darum arbeiten Menschen gerne im Tourismus

Auf die Frage »Warum ein Job im Tourismus?« antworten Mitarbeiter:innen im touristischen Bereich, dass sie die Sicherheit des Arbeitsplatzes (73 Prozent vs. 66 Prozent in nicht-touristischen Berufen), die gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben (65 vs. 65 Prozent) sowie die angemessene Entlohnung im Vergleich zu anderen Arbeitgebern in der Region (62 vs. 52 Prozent) schätzen. Ebenfalls positiv verbucht wird, dass die Branche offen und kommunikativ ist, dass selbstständiges Arbeiten möglich ist sowie das Verhältnis zu den Vorgesetzten.

© WKO/Marketinstitut
© WKO/Market Institut

 

 

Über die Umfrage

Durchgeführt wurde die Befragung zwischen Ende September und Mitte Oktober 2023. Insgesamt wurden 1.000 Interviews – sowohl telefonisch als auch online – durchgeführt. 500 der Befragten kommen aus dem Tourismus (40 Prozent Hotellerie, 40 Prozent Gastronomie, 20 Prozent andere Freizeitbetriebe), die anderen 500 aus allen anderen Wirtschaftsbereichen.

Auf die Auswahl der Befragten habe der Auftraggeber WKO »keinen Einfluss« gehabt, wie »Marke Institut«-Geschäftsführer David Pfarrhofer gegenüber dem Branchenportal »Tourist Austria International« sagt. Diese sei ausschließlich durch das »Market Institut« erfolgt und zwar »quer durch den Gemüsegarten« und »auch ohne Wissen der Betriebe«. Die Schwankungsbreite beträgt +/- 4,8 Prozent.

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