Warum essen wir, was wir essen? Dieser Frage geht Tine Steen in ihrem Sachcomic mit Humor auf den Grund.
© avant-verlag
von redaktion
07. Dezember 2025
Schimpansen verzehren als erstes die Leber ihrer Beutetiere, Kapuziner-Affen mögen fermentierte Früchte. Tine Steen verarbeitet solche Informationen in einem Comic-Band, den man trotz 296 Seiten am liebsten gleich auslesen möchte. Fragen und »Cliffhanger« treiben nämlich die spannende Frage voran, warum wir essen, was wir essen.
Bestünde das Buch aber nur aus Passagen wie dem Interview mit einem Australopithecus (»Kaum Früchte und Stummelaffen«), hätte man einen Sachcomic für Anthropologie-Fans vor sich. Augenöffnend für heutige Ernährungsgewohnheiten wird es ab Kapitel drei. Da werden Rohkost- und Vegan-Anhänger den Urmenschen gegenübergestellt. Mit einer klaren Aussage: Erst das chemische Verändern der Nahrung alias »Kochen« setzte die Kultur in Gang. Die mongolische Art, Murmeltiere zuzubereiten, verblüfft dann mit ihrem modernen Ansatz. Doch diese Passage zum Ursprung der Kochmethoden gibt noch mehr Anregungen. Etwa im Zusammenhang zwischen Form eines Gerichts und dem Distanzieren vom Schlachtungsakt. Vergnüglich und lehrreich sind die vielen Geschichten aus einer Zeit, als man für die Cocktail-Party noch einen Bienenstock und Straußeneier brauchte. Oder hätten Sie gewusst, dass man in Nizza schon vor 40.000 Jahren Muschel-Gelage gefeiert hat?

Warum kaufen?
Wie der Mensch zum Kochen fand – und so überlebte. Das schildert der Sachcomic voll erstaunlicher Einsichten.
296 Seiten, Avant Verlag, € 29
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