Zauner Pop-up Innsbruck - Falstaff PROFI

Vor Ort bei der Eröffnung in Innsbruck (v.l.n.r.): Dr. Christof Splechtna (Vorstand Raiffeisen-Landesbank Tirol), Philipp Zauner und Claudia Huber (Quartiersmanagement DAS RAIQA)

© Simon Fischler

Süßes Pilotprojekt: »Zauner« wagt sich mit temporärem Pop-up nach Innsbruck

Der Traditionsbetrieb verlässt erstmals Bad Ischl: »Zauner« will mit einem Pop-up-Store Innsbruck erobern. Doch dahinter steckt mehr als ein Standortwechsel. Es ist ein Testlauf für neue Vertriebs- und Markenkonzepte.

von Brigitte Radl
30. April 2026

Es ist eine Premiere in der fast 200-jährigen Geschichte der k.u.k. Hofzuckerbäckerei: Erstmals verlässt »Zauner« die gewohnten Gefilde von Bad Ischl und expandiert – mit einem temporären Standort im neuen »Quartier DAS RAIQA« in Innsbruck. Von September 2026 bis Jänner 2027 dient der Pop-up-Store als Testlauf, um neue Märkte zu erschließen und die eigene Marke über die gewohnte Region hinaus bekannt zu machen.

»Wir wollen zeigen, dass sich die einzigartige Verbindung aus Tradition, Handwerk und Qualität auch an einem neuen Ort erlebbar machen lässt«, so Philipp Zauner, der das Familienunternehmen in siebenter Generation führt. »Der Zauber unserer Heimat lässt sich nicht kopieren – aber man kann ihn schmecken. Und genau das bringen wir nach Tirol.«

Zauner Pop-up Innsbruck - Falstaff PROFI
Bringen die Klassiker der k.u.k. Hofzuckerbäckerei in den Westen: Verena Böck und Philipp Zauner. | © Kressl

Das Beste vom »Zauner«

Auf rund 40 Quadratmetern zeigt das Unternehmen eine kuratierte Auswahl seiner Klassiker – vom Zaunerstollen bis zu saisonaler Confiserie, die je nach Jahreszeit adaptiert wird. Das optische Highlight ist ein kunstvoll gestaltetes Schaustück aus der »Zauner«-Backstube, das sinnbildhaft für die hohe Konditor-Kunst des Hauses steht. Das Sortiment richtet sich an Einheimische wie auch internationale Gäste, die in Innsbruck unterwegs sind.

Ergänzt wird das Angebot durch Einblicke in das Handwerk selbst. Ein bewusst gesetzter Kontrapunkt, wie Philipp Zauner sagt: »Gerade in einer Zeit, in der vieles industriell gefertigt wird, ist es uns wichtig zu zeigen, was echte Handarbeit bedeutet. Unsere Produkte tragen die Handschrift unserer Konditoren – und genau das macht sie besonders.«

Zwischen Herkunft und Skalierung

Der Schritt des Hofzuckerbäckers ist strategisch: Statt sofort in fixe Standorte zu investieren, setzt »Zauner« auf ein flexibles Pop-up-Modell. So lässt sich testen, wie stark Marke, Produkte und Preisniveau auch außerhalb des Salzkammerguts funktionieren. Gleichzeitig bleibt die Produktion weiterhin am Stammsitz.

Für die Branche ist das ein spannender Ansatz: Gerade traditionsreiche Betriebe stehen vor der Herausforderung, neue Zielgruppen zu erreichen, ohne ihre Identität zu verwässern. Temporäre Formate wie Pop-ups bieten hier eine Möglichkeit, Expansion risikoarm auszuprobieren und gleichzeitig Frequenz sowie Markenpräsenz in urbanen Märkten aufzubauen.

Mehr als ein Gastspiel

Das Projekt ist als Pilot angelegt, mit offenem Ausgang. Ob daraus weitere Standorte entstehen, wird maßgeblich davon abhängen, wie das Konzept angenommen wird. Klar ist aber schon jetzt: Der Schritt zeigt, dass selbst stark regional verankerte Betriebe neue Wege gehen müssen, um langfristig relevant zu bleiben.

TIPP: Lesen Sie auch unsere PROFI-Story über den 120. Geburtstag des »Zauner«-Stollens >>

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