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Kreateure: Heiko Nieder (li.) erstellte schon seinen eigenen Blend, Kirk Westaway und Nick Bril folgten mit der aktuellen »Chefs Edition« nach.

© Roland Graf

Chef-Entschleuniger: Koch-Quintett entwickelte Davidoffs »Chef Edition 2025«

Auf komplexe Aromen verstehen sich Spitzenköche wie Christian Bau und Nick Bril – wenn es um ihre Gerichte geht. Eine Zigarre zu erstellen, war aber Neuland: Zu fünft kreierten sie die »Chefs Edition« von Davidoff.

von Roland Graf
03. November 2025

Zwei Zigarren im Monat, zu mehr kommt Nick Bril derzeit nicht. Der Chef des weltbekannten »The Jane« in Antwerpen zieht nämlich gerade um. »In drei Wochen eröffnen wir, ich bin also total entspannt, kannst Du Dir vorstellen« scherzt der Koch-Star aus Belgien. Teil des Gags ist, dass er das in Zürich tut, während daheim die Handwerker seiner neuen Wirkungsstätte den letzten Schliff geben. Doch das Event, für das Brill während des Gesprächs Austern mit weiteren Meereskomponenten ausgarniert, ist für den 41-Jährigen ein Muss. Zum einen stellt das Gourmetfestival »Epicure« seit zehn Jahren einen Fixpunkt für vermögende Foodies dar. Heiko Nieder, mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet, versammelt im »The Dolder Grand« seine Kollegen zu einem Feuerwerk der kreativen Spitzenküche und Bar. Doch dieses Jahr verbindet auch ein weiterer Punkt die beiden Chefs.

Händisch: Die Zusammenstellung einer Davidoff zeigte Meister-Roller José Alberto Castillo. | © Davidoff / Jakub Stachowiak

Nuancen wie am Teller

Nieder hatte bereits vor sieben Jahren die Ehre, eine eigene Zigarre zu kreieren. Auch Südtirols Drei-Sterner Norbert Niederkofler (2021) und  Peter Knogl (2016) arbeiteten schon am Blend einer »Chefs Edition« von Davidoff mit. Heuer, zum 150. Geburtstag von Oettinger-Davidoff, wurde dazu ein neues Quintett auserkoren. Paolo Casagrande (»Lasarte«, Barcelona), Christian Bau (»Victor’s Fine Dining«, Perl), Kirk Westaway (»Jaan«, Singapur) und Michael Beltran (»Ariete«, Miami) versuchten sich als Zigarren-Kreative. »Zum Glück haben wir alle denselben Blend ausgewählt«, berichtet Bril vom langen Brainstorming hinter der der »Chefs Edition 2025«.

Sie feierte in Zürich Premiere, wobei die Chefs einzelne Komponenten der neuen Zigarre in ihrem Menü betonten. Bei Kirk Westaway stand zum einen die leichte Röst-Note zugleich mit der nussigen Cremigkeit im Fokus eines Perlhuhns mit Knusperchip.

Röstig und cremig: Diese Zigarren-Nuancen zitierte Kirk Westaways Perlhuhn-Gericht. | © Roland Graf

Zur Eleganz hingereift

Noch deutlicher wurde die Inspiration dann bei seinem BBQ-Spitzkohl, direkt vom Big Green Egg. Eingelegte Zitrone setzte den Kontrapunkt zum Rauch und zeigte so eine ungewöhnliche Note der neuen Davidoff auf – denn auch sie trägt diesen leichten Zitrusgeschmack mit sich! »Diese Zitrusnoten sind keineswegs leicht zu erzielen“, erläuterte Matthieu Rebjock parallel zum Six-Hands-Dinner von Nieder, Bril und Westaway die Herstellung der Premiumzigarre. Die Selektion der Tabake sei so wichtig wie die der Zutaten in der Küche und auch ein Teil des Geheimnisses. Doch bei der »Chefs Edition 2025« wandte Davidoff auch ein neues Verfahren der Tabakreifung an. Die Ballen der Tabake, aus denen später die Zigarre gerollt wird, lagerten in Palmblättern.

»Das ermöglicht eine andere Durchlüftung“, so Rebjock, zuständig für den Schweizer Markt. Beim Entzünden ist es vor allem die Leichtigkeit der neuen Davidoff, die auffällt. Trotz großen Formats (»Toro«) zeigt sich sofort eine feine Gewürz-Note, allerdings keine drückend schweren Aromen. Ein Beispiel dafür ist die Absenz der »Schokolade«, die sich wohl in 90 % aller Zigarren-Kostnotizen findet.

Filigran: Wie in der »Chefs Edition« ging es bei Kirk Westaways Amuse Bouche um Feinheit. | © Roland Graf

Nur keine Bitter-Noten! 

Statt »dunklen« Akkorde und Bitternoten denkt man geschmacklich eher an die säurig-würzige Frische eines Robusta-Kaffees. Es war genau diese Note, die Heiko Nieder in seinem Dessert eingefangen hat. Seine leichte Kaffeecreme, verbunden mit Haselnuss und Pastinake brachte ebenfalls keinen nachbitternden Mokka-Ton mit, sondern sanfte, beinahe nussige Geschmacksnoten. Die Meisterschaft des »Dolder“-Chefs zeigte sich aber auch in der Schichtung dieses Desserts, von der man viel für eigene Zigarren-Pairings lernen kann. Denn wie bei der »Chefs Edition 2025« selbst kamen zunächst Kirsche und Schokolade auf den Gaumen, ehe der Kaffee-Touch Abkühlung und Belebung zugleich brachte.

Der komplexe Aufbau des »Fillers«, in dem auch 15 Jahre alter San Vincete-Tabak eine wichtige Rolle spielt, hat auch eine optische Entsprechung. Denn die »Chefs Edition 2025« kommt im Echtholz-Kistlerl à zehn Stück in den Fachhandel. Weltweit gibt gerade 17.500 Kisten, in Österreich sind es 200. Der Deckel aus Marmor macht die Boxen dann unverkennbar. So wie die Gerichte der fünf Chefs eben.

PROFI-Chefredakteur Roland Graf kam in den Genuss, die »Chefs Edition« in Zürich zu verkosten. | © Davidoff / Jakub Stachowiak

 

Schwerelos und elegant: Die »Chefs Edition« im Test

Die typischen Tabake von Davidoffs Feldern in der Dominikanischen Republik bilden den Filler der fast 16 Zentimeter langen Neuheit. Darunter sorgte ein 15 Jahre gereifter San Vicente-Tabak für das Rückgrat; dazu kommt eine Neuheit – erstmals wurde Tabak in Palmblätter gerollt und fünf Jahre gereift. Das Umblatt stammt aus Mexiko, während für die Deckblätter nur die beste Qualität aus dem auf »wrapper« spezialisierten Ecuador in Frage kam. Verkostet hat Davidoffs »Chef’s Edition 2025« PROFI-Chefredakteur Roland Graf bei der Präsentation in Zürich.

Aromatisch ist die Toro sofort da! Helles Getreide geht in Haselnuss-Akkorde über und wird von einer persistenten Würze begleitet – auch im letzten Drittel fällt sie nicht ab: Robusta-Kaffee, etwas geflämmte Limette und ein generell ohne Schwere auskommender Eindruck werden von zartem Muskatnuss-Nachhall abgerundet. »Technisch« betrachtet, erhöhen ein sehr heller Asche-Hut und schön regelmäßiger Abbrand die Freude an der neuen »Chef’s Edition« noch.

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