© Oliver Pichler Media

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Die »Großglockner Bergbahnen« werden von den Eigentümern selbst weiterbetrieben

Verkauf wurde abgeblasen, nachdem die potentiellen Investoren »nicht zu Gesprächen bereit« waren.

von Alexander Schöpf
22. März 2024

Der Verkauf der »Großglockner Bergbahnen« ist vom Tisch. Eine potentielle Investorengruppe hatte Interesse am Erwerb der Aufstiegsanlagen gezeigt. Damit die Transaktion über die Bühne geht, hätten die Eigentümer rund um die Familien Schmidl und Schröcksnadel bis gestern, Donnerstag, gegenüber dem Anwalt der Investorengruppe Ferdinand Lanker grünes Licht geben müssen.

Nachdem aber keine direkten und persönlichen Gespräche mit den potentiellen Investoren möglich gewesen seien und auch weder die Rahmenbedingungen für den Verkauf, noch die Referenzen und die Pläne der Investoren bekannt gewesen seien, wurde der Verkauf abgeblasen. Für Freude sorgt diese Entscheidung bei den Mitarbeiter:innen: »Die beim AMS rechtlich notwendig durchgeführte Anmeldung von Kündigungen aus dem Dezember kann und wird nun zurückgenommen werden«, so die »Großglockner Bergbahnen«.

Politik kritisiert Schließung der »Fleißbahnen«

Für den jetzt eingetretenen Fall, dass der Verkauf nicht abgewickelt werden kann, hatten die Eigentümer bereits ein Alternativszenario entwickelt: Sie werden die Bergbahnen nun eigenständig weiterbetreiben. Ziel sei es, den Betrieb der Bergbahnen für die Einheimischen und Mitarbeiter:innen sowie die Sicherung des Wintertourismus in der Region »langfristig in einer betriebswirtschaftlich vertretbaren Form abzusichern«.

Um das Skigebiet nachhaltig zu sichern, müssen aus Sicht der Eigentümer die Zahl der Anlagen und damit die Kosten reduziert werden. In den letzten Jahren sei der jährliche Abgang mit einem Betrag zwischen 0,5 und einer Million Euro zu beziffern gewesen. Eine Maßnahme, um die Ausgaben einzudämmen, ist die Schließung der »Fleißbahnen«, die aus einer Tunnelbahn und einem Sessellift bestehen.

Bei der lokalen Politik ist man, ob der Neuigkeiten weniger erfreut. Für den zustandigen Landesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) ist die Einstellung der »Fleißbahnen« die »schlechteste Variante für den Tourismus«. Der Heiligenbluter Bürgermeister Martin Lackner hofft indes, dass es doch noch zu einer Einigung mit den Investoren kommt. »Ich habe von den Unternehmern das Signal bekommen, dass sie sehr wohl mit den Eigentümern ins Gespräch kommen wollen, um eine zukunftsfähige Lösung für das Skigebiet Heiligenblut am Großglockner zu finden. Besonders schmerzhaft wäre eine dauerhafte Schließung der ›Fleißbahnen‹. Die Schließung der Fleiß, das ist für mich ein Szenario, das langfristig für die Bergbahnen zum Boomerang wird«, so Lackner gegenüber dem ORF Kärnten.

Mehr Beherbergungsbetriebe gefordert

Die »Großglockner Bergbahnen«-Eigentümer verweisen hingegen auf den starken Rückgang der Nächtigungszahlen in der Region, die die Problemlage der Bergbahnen und der gesamten Region »dramatisch verdeutlichen« und der Grund für die »leider notwendigen Maßnahmen« seien. »In den letzten 15 Jahren sind mangels Initiativen in Heiligenblut und daher mangels des Angebotes an entsprechenden Beherbergungsbetrieben die Nächtigungen um 40 Prozent eingebrochen. Diese Gäste fehlen – übrigens zu einem beinahe identen Prozentsatz – natürlich auch im Skigebiet, weshalb es auch hier leider Anpassungen braucht«, teilen die Bergbahnen über ihren Sprecher Franz Xaver Gruber mit. Darüber hinaus sei im Bereich Werbung und Marketing sehr stark auf das Thema Nationalparkregion gesetzt worden, ohne dieses ausreichend mit dem Bergbahn- und Skiangebot zu kombinieren.

Erstes Ziel für den Winter- und Sommertourismus in der Region müsse es sein, ausreichende und moderne Beherbergungsbetriebe anzubieten, so die Forderung der »Großglockner Bergbahnen«-Betreiber: »Nur so werden die Gäste wieder verstärkt die vielfältige Region und ihr Angebot rund um den Großglockner und im Mölltal besuchen.«

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