© BIOGENA

© Alimentastic Food Innovation

Functional Food: Mehr als nur ein Trend?

Functional Food ist mehr als ein kurzlebiger Trend. Für Verbraucher bedeutet das: mehr Auswahl, mehr Transparenz und ein bewussterer Umgang mit Ernährung. Falstaff Profi im Interview mit Laurenz Hoffmann.

von Kristina Mitrovic
11. März 2025

Functional Food steht für eine neue Generation von Lebensmitteln, die nicht nur sättigen, sondern auch einen gezielten gesundheitlichen Mehrwert bieten. Doch wie entwickelt man solche Produkte nachhaltig und innovativ? Laurenz Hoffmann von »Alimentastic Food Innovation« gibt Einblicke in die Zukunft dieser spannenden Branche.

Allen voran: Was ist Functional Food?

Functional Food bezeichnet Lebensmittel, die gezielt mit zusätzlichen Nährstoffen oder funktionellen Inhaltsstoffen angereichert sind, um eine bestimmte gesundheitliche Wirkung zu erzielen. Das können Vitamine, Mineralstoffe, Proteine oder auch spezielle Pflanzenstoffe wie Adaptogene und Antioxidantien sein. Doch es geht nicht nur um die Nährstoffe – Functional Food umfasst auch den Trend hin zu einer bewussten Ernährung, die gezielt bestimmte gesundheitliche Vorteile unterstützt, etwa für das Immunsystem, die Verdauung oder die geistige Leistungsfähigkeit. »Ziel ist es, die Verdauung zu fördern, das Immunsystem zu stärken oder die mentale Leistungsfähigkeit zu verbessern.«

Warum gerade jetzt?

Das wachsende Gesundheitsbewusstsein ist ein wesentlicher Faktor für den Anstieg von Functional Food. Menschen suchen nach Wegen, aktiv ihre Gesundheit zu unterstützen, sei es durch Stärkung des Immunsystems, Verbesserung der Verdauung oder Erhöhung der mentalen Leistungsfähigkeit. Wissenschaftliche Fortschritte liefern zudem immer genauere Erkenntnisse über den Nutzen bestimmter Inhaltsstoffe.

Auch gesellschaftliche Entwicklungen spielen eine Rolle: Der demografische Wandel bringt eine ältere Bevölkerung mit speziellen Ernährungsbedürfnissen hervor, und der Trend zu pflanzlicher und nachhaltiger Ernährung schafft Nachfrage nach innovativen Produkten.

Falstaff: Herr Hoffmann, was macht Functional Food aus Ihrer Sicht so relevant?

Laurenz Hoffmann: Functional Food wird sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren vom Trend zum festen Bestandteil unserer Ernährung entwickeln. Konsumenten legen zunehmend Wert auf Lebensmittel, die gezielt gesundheitliche Vorteile bieten – sei es für das Immunsystem, die mentale Leistungsfähigkeit oder die Verdauung.

Nachhaltigkeit ist ein großes Thema in der Lebensmittelbranche. Wie setzen Sie hier Akzente?

Nachhaltigkeit beginnt bei uns mit der Auswahl der Rohstoffe und reicht bis zur Verpackung. Wir setzen auf regionale Lieferanten, um Transportwege zu reduzieren, und verwenden vegane Rezepturen, die nicht nur ressourcenschonend, sondern auch gesund sind. Besonders stolz sind wir auf unsere biologisch abbaubaren Kaffeekapseln aus Maisstärke, die eine umweltfreundliche Alternative bieten.

Welche Herausforderungen gibt es bei der Entwicklung nachhaltiger Verpackungen?

Die größte Herausforderung liegt darin, eine Balance zwischen Nachhaltigkeit und Produktschutz zu finden. Verpackungen müssen nicht nur umweltfreundlich sein, sondern auch empfindliche Mikronährstoffe schützen. Dank unserer langjährigen Erfahrung und innovativen Partnern entwickeln wir Lösungen, die diese Ansprüche erfüllen.

Gibt es bestimmte Inhaltsstoffe oder Verfahren, die Sie bewusst meiden?

Wir verzichten bewusst auf stark verarbeitete Extruderprodukte und setzen stattdessen auf natürliche Alternativen wie Pilze. Diese benötigen weniger Energie in der Verarbeitung und erhalten ihre natürlichen Nährstoffe besser. Zudem versuchen wir, Rohstoffe regional zu sourcen, um CO₂-Emissionen gering zu halten.

Wie sehen Sie die Zukunft von Functional Food?

Functional Food wird immer stärker in den Mainstream vordringen. Besonders Produkte, die die mentale Leistungsfähigkeit, das Immunsystem oder die Regeneration unterstützen, werden gefragt sein. Nachhaltige Konzepte und pflanzliche Alternativen werden den Markt prägen. Europa hat hier noch Aufholbedarf, aber das Bewusstsein wächst.

Welche regulatorischen Hürden gibt es?

In der EU sind Health Claims stark reguliert und müssen wissenschaftlich belegt sein. Das erschwert es, den Nutzen funktioneller Inhaltsstoffe klar zu kommunizieren. Daher setzen wir auf Transparenz und fundierte wissenschaftliche Rezepturen, um das Vertrauen der Verbraucher zu stärken.

Was sind aus Ihrer Sicht spannende Innovationen im Bereich Functional Food?

Alternative Proteinquellen wie fermentierte Produkte oder natürliche Pilzproteine sind sehr spannend. Auch neue Darreichungsformen wie funktionale Gummis oder individuell dosierbare Mikroverkapselungen bieten großes Potenzial. Es geht darum, gesunde Ernährung noch einfacher in den Alltag zu integrieren.

Nutzen Sie persönlich Functional Food?

Definitiv. Functional Food gehört mittlerweile fest zu meiner täglichen Ernährung. Ich nutze funktionelle Getränke und gezielte Mikronährstoffe, um meine Leistungsfähigkeit zu unterstützen. Gerade in einem anspruchsvollen Alltag ist das für mich unverzichtbar geworden.

Europa im Rückstand, USA als Vorreiter

Im internationalen Vergleich zeigt sich ein gemischtes Bild. In den USA und Asien sind funktionelle Lebensmittel bereits stark etabliert. In Europa hingegen entwickelt sich der Markt langsamer. Besonders Deutschland und Österreich zeigen noch Zurückhaltung, während Nordeuropa und die Schweiz als Vorreiter gelten. Hoffmann betont: »Der amerikanische Markt ist innovationsfreudiger und schneller in der Umsetzung neuer Trends.«

Lesenswert

Bevor der erste Gast sitzt, sind bereits Hunderttausende Euro investiert: Allein Equipment und Weinkeller schlagen mit rund 250.000 Euro zu Buche.

© unsplash.com/Igor Rand

Restaurant-Kalkulation im Detail: PROFI weiß, was die Sterne-Küche kostet

Fine Dining ist ein teures Vergnügen – für Gäste wie Gastgeber. Ein deutsches, junges Sternerestaurant ließ PROFI in seine Zahlen schauen, möchte aber ­anonym bleiben. Auch so wird transparent, was Spitzenleistungen kosten.

Grüner Veltliner Gala 2026

Zahlreiche Gäste, ausgelassene Stimmung: das war das »Falstaff Grüner Veltliner Festival 2026«.

© Jan Tiam Dorfer

Auftakt in den Sommer: Das war das Falstaff »Grüner Veltliner Festival 2026«

Beim Falstaff »Grüner Veltliner Festival 2026« im Wiener MuseumsQuartier wurden die Sieger des neuen Weinguides sowie des Heurigen- und Buschenschanken Guides 2026 gekürt. PROFI war dabei – das sind die Top Betriebe aus Österreich!

BBQ Grill Gastro - Falstaff PROFI

Knackige Kruste: Rubs funktionieren auch bei Gemüse – hier Selleriesteak – bestens.

© Wiberg/Mona Lorenz

BBQ-Königsdisziplin Brisket: So würzen Sie richtig!

Der BBQ-Klassiker erfordert anderes Würzen als ein schnell gegrilltes Steak. Wenn Sie den ­Unterschied beachten, gelingt nicht nur die perfekte Kruste. Sie sparen auch Zeit mit der idealen Gewürzmischung!

Rawlston Williams Karibik Rezept - Falstaff PROFI

Der Clou dieses Gerichts: die grüne Würzpaste »Epis«. Auf Haiti hat jeder »Chef« seine eigene Version davon.

© NICO SCHINCO

Würzige Haiti-Küche: Rawlston Williams’ Rezept für Tasso de Bœuf

Die haitianische Küche ist bekannt für intensive Gewürze und aromatische Marinaden. Rawlston Williams verbindet in seinem Tasso de Bœuf Kräuter, Chili und Bitterorange zu einem kräftigen Gericht. Ihre Gäste werden überrascht sein!

Rezept Massimo Bottura - Falstaff PROFI

Kunst am Teller – geschmacklich wie optisch: das »verrückte Kalb« von Spitzenkoch Massimo Bottura.

© Lena Staal / STAAL & JOHS

»Verrücktes Kalb«: Massimo Botturas Rinderfilet in Gemüseasche

Ein außergewöhnliches Kalbsgericht, das Kreativität und Technik vereint – und auch noch besonders schön anzusehen ist. Die perfekte Begleitung: ein Wein, der nach reifen, roten Beeren und zarter Lederwürze schmeckt.

Kamado mag Kalb: Die Hitze im Keramikgriller belässt die Saftigkeit.

© Christian Maislinger/Transgourmet

Experten-Tipps: So erkennen Sie Fleischqualitäten, die Ihren Gästen munden

Grillen ganz ohne Fleisch? Kaum vorstellbar. Doch in der Gastronomie werden besondere Ansprüche ans saftige Steak gestellt. Vier Auskenner erklären, worauf Sie bei der Fleischauswahl achten sollten.

Meist gelesen

Rawlston Williams Karibik Rezept - Falstaff PROFI

Mit indischem Einschlag: Pholourie sind ein Streetfood-Klassiker in Trinidad & Tobago.

© NICO SCHINCO

Karibik-Rezept aus Trinidad: So gelingen knusprige Pholourie

Die karibische Küche lebt von Gewürzen, Kräutern und kräftigen Aromen. Rawlston Williams zeigt mit seinen Pholourie aus Trinidad & Tobago, wie Sie aus einfachen Zutaten einen charakterstarken und hierzulande überraschenden Snack machen.

Rezept Massimo Bottura - Falstaff PROFI

Frisch, saftig und leicht: Die Zitronen-Tarte ist ein typisches Dessert in der italienischen Emilia-Romagna.

© Lena Staal / STAAL & JOHS

Dessert-Hit von Massimo Bottura: Zitronen-Tarte mit Minzsauce

Der italienische »Rockstar des Fine Dining« zeigt, wie eine »Torta al Limone« auf Spitzenniveau gelingt: mit Zitronengras-Gelato, Minzsauce und fruchtigem Zabaione. Dazu empfiehlt Falstaff den bittersüßen italienischen Kultlikör Campari.

Mike Süsser Männermarkt - Falstaff PROFI

Neues Projekt mit Augenzwinkern: Mike Süsser hat den »Männermarkt« eröffnet.

© beigestellt

Mit Mike Süsser im »Männermarkt«: Neues Konzept für ein »altes« Problem

Eines der bekanntesten Fernsehgesichter der Kulinarik-Welt geht neue Wege: Mike Süsser setzt im beschaulichen Almtal auf eine Pasta-Manufaktur im Zeichen des Affen. Alles zum unkonventionellen »Männermarkt« des Kochs.

Bier Round Table - Falstaff PROFI

Hopfen und Malz nicht verloren: Die Experten sehen zuversichtlich in die Zukunft des Bieres.

© Jan Tiam Dorfer

Schauen Sie rein! Das war der PROFI Round Table zum Thema Bier-Umsatz

Beim PROFI-Round Table rund um das Thema »Bier« trafen sich fünf Experten aus der Branche und diskutieren, wie es mit dem Bier in der österreichischen Gastronomie läuft. Die Antworten jetzt für Sie als exklusives Video zum Nachschauen!

Rawlston Williams Karibik Rezept - Falstaff PROFI

Winzige Weißfische, mit Gewürzen knusprig gebraten: Damit können Sie Ihre Gäste im Sommer überraschen!

© NICO SCHINCO

Streetfood aus der Karibik: Rawlston Williams’ Tri Tri Fritters

Karibische Küche lebt von Gewürzen, Texturen und mutigen Aromen. Rawlston Williams bringt mit seinen Tri Tri Fritters ein Stück Saint Vincent auf den Teller. Ihre Gäste werden das Gericht lieben, vor allem im Sommer!

Rawlston Williams Karibik Rezept - Falstaff PROFI

So bunt wie die Karibik sind auch die Rezepte in Rawlston Williams »Caribbean Cookbook«.

© Phaidon Verlag, canva.com

Buch der Karibik: Rawlston Williams exotisches Koch-Kompendium

Am Image kann es nicht liegen! Und doch erfuhr die Karibik als eine der wenigen Weltgegenden kaum Beachtung als Kücheninspiration. Der New Yorker Chef Rawlston Williams ändert das. Bunte Rezepte, die ideal für den Sommer sind und die er in 28 Inselnationen sammelte.

Der Newsletter für echte Profis

Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!