Kühler Genuss: Frisches, klares Wasser darf auf den Tischen nicht fehlen.
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Wasser als Premium-Getränk: Wie Sie das Nass mit Gewinn verkaufen
Chloriertes Wasser aus der Leitung ist hierzulande eine echte Horrorvorstellung. Was anderswo Luxus ist, gehört als Teil der Gastfreundschaft einfach dazu. Gleichzeitig entdeckt die Gastronomie Wasser zunehmend als eigenständiges Produkt.
von Roland Graf
03. Mai 2026
Am Anfang stand eine simple Frage: Warum transportiert man Mineralwasser über Hunderte Kilometer, wo es im Alpenraum nahezu überall hochwertiges Trinkwasser gibt? Dietman Meraner stellte diese Überlegungen von Berufs wegen an. Als Eigentümer der Weinkellerei P. Meraner GmbH wollte er das ideale – also geschmacklich neutrale – Wasser zur Weinbegleitung finden. Allein, eine befriedigende Antwort fand er nicht. Womit er sich selbst um ein System zur Aufbereitung von Leitungswasser in der Gastronomie kümmerte. Es war die Geburtsstunde von »wellwasser®«, einer heute weltweit geschützten Marke.

Das eigene Premium-Getränk
Der Tiroler bietet damit ein in drei Stufen aufbereitetes Wasser in gleichbleibender Qualität direkt über die Schankanlage an. »Die Anlagen sind kompakt, robust und für den intensiven gastronomischen Alltag konzipiert; der Wartungsaufwand beschränkt sich auf einen jährlichen Filterwechsel«, so Meraner. Da das Wasser sowohl prickelnd als auch still aus der Leitung in die eigenen Karaffen kommt, ersetzt »wellwasser®« Flaschenwasser zur Gänze. Was sich nicht zuletzt auch bei kleineren Betrieben spürbar bemerkbar macht: Schon 6.000 Flaschen Mineralwasser im Jahr bedeuten umgerechnet eine Transportlast von mindestens 12 Tonnen!
Das wirkt sich nicht nur auf die CO2-Bilanz im Hotel oder Restaurant aus, man hat auch ein Alleinstellungsmerkmal zu bieten, das zu einem guten Gesprächsanlass wird. Neben dem Storytelling am Gast entzieht sich das aufgewertete Leitungswasser aber auch der Preisdiskussion. »Sie verrechnen kein Wasser, sondern ein Premiumgetränk, nämlich »wellwasser®« und Ihre Dienstleistung«, gibt Dietman Meraner die Argumentationslinie vor.

Mieten anstatt zu schleppen
Mittlerweile hat die Idee, lokal gefiltertes, perfekt temperiertes Wasser anzubieten, etliche Gaststätten überzeugt. Denn Systeme wie »wellwasser®« oder »Purezza« (ein Produkt der Culligan Austria GmbH) geben den Gastronomen nicht nur einen Qualitätsstandard für die Gäste an die Hand, sondern schaffen auch eine deutliche Entlastung im täglichen Betrieb. Das gilt für die Anschaffungskosten ebenso wie die praktische Verwendung. »Das praktische Mietmodell garantiert planbare Ausgaben bei minimalem Aufwand«, argumentiert »Purezza«-Geschäftsführer Robert Stolz. Dem stehen bei klassischen Wasserflaschen – auch bei Hauszustellung durch Getränkehändler –Lagerfläche, möglicher Glasbruch und Personalzeit für die Entsorgung gegenüber.
Die logistischen Hauptvorteile liegen für den Filterwasser-Anbieter daher auf der Hand:
- Kein Flaschenhandling
- Kein Lagerraum nötig
- Kein Rücktransport von Leergut

Ein nasses Paradoxon
Robert Stolz streicht vor allem auch einen Punkt hervor, den man als feuchtes Paradox der Betriebswirtschaft bezeichnen könnte: »Ein Wassersystem wie »Purezza« ist wirtschaftlich hochattraktiv – gerade für Betriebe mit hohem Wasserumsatz«. Denn je mehr vom Wasser direkt in der Gastronomie verkauft wird, desto mehr rechnet sich dieses System auch. Ist die Gerätemiete erst verdient, zahlt jede weitere Karaffe auf das Lokal-Konto ein. Daher ist auch der Hinweis auf diese Art des speziellen Nasses in der Getränkekarte wichtig. Denn immerhin hat man mit der Alternative, die Anschaffungskosten und Umwelt schont, auch eine Besonderheit für den Gast geschaffen.
Flaschen als Lifestyle
Klassisches Mineralwasser in Flaschen hat also neue Konkurrenz bekommen. Bei einem der größten Anbieter der Welt, »Nestlé Waters«, sieht man diese Entwicklung entspannt. Denn Restaurants, die Premium-Mineralwasser aktiv empfehlen, steigern nachweislich ihre Durchschnittsumsätze, ist Heidi Butterbach überzeugt. Die Senior Brand Managerin sieht »S.Pellegrino« und »Acqua Panna« als rund um den Globus etablierte »Ikonen gehobener Tischkultur«. Gäste verbinden sie neben Qualität und Stil mit einem Hauch italienischer Lebensart. »Wer diese Marken führt, sendet ein klares Signal – für Anspruch, für Geschmack, für ein Gesamterlebnis«, so Butterbach.

Unterschiede herauszufiltern, verkenne den Charakter von Mineralwässern: »Wie beim Wein prägen Herkunft und Terroir das sensorische Profil. Bodenbeschaffenheit, Gesteinsschichten und die Dauer der natürlichen Filterung beeinflussen Mineralisierung, Textur und Aromatik«. So verdanke etwa »S.Pellegrino« seinen Geschmack einer rund 30-jährigen Reise durch die Gesteinsschichten der Alpen. Aus den Hängen der Dolomiten versickert das Wasser tief im Erdreich, bevor es in San Pellegrino Terme wieder an die Oberfläche tritt.
Fließende Erzählungen
»Für die Gastronomie eröffnet das neue Gesprächsanlässe am Tisch«, ist die Marken-Managerin überzeugt. Wie beim Wein geht es darum, Empfehlungen auszusprechen, Wasser bewusst zu kombinieren und Genussmomente bei Tisch zu intensivieren. In einem sind sich aber Filtersystem-Anbieter und Mineralwasser-Abfüller einig: Gäste schmecken diese Unterschiede – bewusst oder intuitiv. Genau hier liegt die Chance: Gut erklärt und angeboten, wird Wasser wird vom Begleiter zur bewussten Entscheidung.
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