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»Wiesbauer Gourmet«: Neue Gastro-Rezepte nach dem Hochwasser-Schock
Die Bilanz-Präsentation der Fleischerei Wiesbauer brachte auch Neuigkeiten für die 2.500 Gastro-Kunden. Überraschend schnell hat man sich zum Glück vom Hochwasser-Schaden erholt. Und startet mit »White Label«-Optionen.
von Roland Graf
04. Februar 2025
Mit 237 Mio. Euro schrieb »Wiesbauer« 2024 einen nahezu identen Gruppenumsatz wie im Jahr davor: Mit 118 Mio. Euro entfiel rund die Hälfte auf den »Wiesbauer«-Stammbetrieb in Wien–Liesing. Mit 81 Mio. Euro trug aber auch die Gastro-Sparte »Wiesbauer Gourmet« einen wesentlichen Teil zum Gruppenumsatz bei. Das ist in etwa das Niveau von 2023, wie Geschäftsführer Thomas Schmiedbauer ausführt: »Dass wir im vergangenen Jahr sowohl Umsatz als auch Absatz stabil halten konnten, ist in Anbetracht der Umstände als gutes Ergebnis zu werten«.
500 Tonnen Hochwasser-Verlust
Unternehmensteile wie »Landmetzgerei Senninger« (16 Mio. Euro) und »Wiesbauer Dunahús« in Ungarn (22 Mio. Euro) blieben im Ertrag praktisch gleich. Zwei Millionen Euro weniger verbuchte die Gastro-Sparte, was auf den verheerenden Hochwasserschaden im vergangenen September am Standort Sitzenberg-Reidling (NÖ) zurückzuführen ist. Ware im Wert von 5 Millionen Euro, Produktionsmaschinen und der Tiefkühlraum fielen damals den Fluten zum Opfer. Gravierend für »Wiesbauer Gourmet« war aber auch der Verlust des Fuhrpark mit rund 40 LKW. Insgesamt verlor man durch das Naturereignis 500 Tonnen Ware.
Einsatzkräfte sowie Mitarbeiter leisteten aber Gewaltiges, um die Ausfälle und Lieferverzögerungen so gering wie möglich zu halten. Konkret lief die Produktion in Sitzenberg-Reidling schon nach zwei Wochen wieder zu 90%. Für 2025 steht als Folge ein Neubau an, der das vom Hochwasser völlig zerstörte Tiefkühl-Lager ersetzen soll. »Es wird deutlich größer und moderner sein als bisher und schafft zusätzliche Kapazitäten«, verspricht Wiesbauer den Kunden.

Gastro-Kleinserien als neues Angebot
Neben dem vorgezogenen Umbau der Fertigung (eigentlich erst für 2026 geplant) bringt auch eine Übernahme Neuigkeiten für die 2.500 Gastronomiekunden der Fleischerei. Knapp vor Jahresende 2024 wurde die Fleischerei Kabinger in Payerbach ein Teil »Wiesbauer Gourmet«. Der 97 Jahre alte Betrieb in der Rax-Region war vor allem für seine hochwertige Wurstspezialitäten für die Gastronomie bekannt. Die 50 Facharbeiter mit teils langjährigem Know-how wurden von Wiesbauer übernommen. 2025 soll Kabinger bereits 15 Mio. Euro Umsatz generieren. Dazu werden auch neue Rezepturen beitragen, wenn es nach »Wiesbauer Gourmet«-Geschäftsführer Ernst Stocker geht: »Zusätzlich zu den regionalen Schmankerln wollen wir den Produktionsstandort für die gemeinsame Entwicklung innovativer Rezepturen nutzen. So können wir Partnern aus Gastronomie und Handel künftig auch Sonderproduktionen in kleinen Mengen anbieten«.
Thomas Schmiedbauer kündigt weitere Investitionen für 2025 an: »Wir wollen weiter gesund wachsen«. Dafür sind sechs Mio. Euro vorgesehen, die in den Maschinenpark, den Ausbau der Photovoltaik-Anlagen sowie die digitale Transformation im Unternehmen fließen werden.
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