© Robin Consult Fellner

© Robin Consult Fellner

Zweite Chance für Insekten: »Le Burger« packt Mehlwurm-Patty ins Bun

Ein Sandwich mit Wurm gefällig? Diesem Gedanken verdankt der »Wormwich« seinen Namen. Im zweiten Anlauf will »Le Burger« so alternatives Protein im Fast Food-Bereich popularisieren. Ökologisch spricht viel für die Mehlwurm-Patties.

von Roland Graf
03. Februar 2025

Alternative Proteinquellen, mit denen die Ernährung sichergestellt und Treibhausgase vermieden werden sollen, gibt es aktuell drei. Das In vitro-Fleisch, Hülsenfrüchte und Insekten. Auf letztere setzt »Le Burger« mit einem neuen Angebot in 16 heimischen Filialen und der Dependance in München. »Wormwich« nennt sich der Mehlwurm-Burger. »Für die Entomophagie, das Essen von Insekten, sind in der EU vier Arten zugelassen«, reichte Cornelia Felbinger die rechtlich-wissenschaftliche Sicht nach. Als Mitarbeiterin am Campus Wieselburg der FH Wiener Neustadt kennt sie die Unterschied zwischen Wanderheuschrecke, Hausgrille und dem Buffalo Worm – den anderen drei essbaren Insekten neben dem Mehlwurm. »Eher erdig« schmecke die Grille, der Mehlwurm sei hingegen angenehm »nussig«.

Die Basis für die Burger stammt aus der Europäischen Union, hat ein Öko-Zertifikat und kommt als Granulat der Spezies »Tenebrio molitor« alias Mehlwurm zu »Le Burger«. Für das Patty wird der Insekten-Part um Bohnen, Knoblauch und Gewürze ergänzt. Farbe gibt der Extrakt Roter Rüben, wie »Culinary Director« Lukas Teschmit anlässlich der Premiere erläuterte.

Optisch dank Brioche Bun, Eisbergsalat, Tomaten und Röstzwiebeln ein normaler Burger – der Wormwich.

Ressourcen-schonendes »Patty«

Wie für die vegetarischen Burger wurde auch hier ein 100 Gramm schweres Laibchen verwendet. Das Granulat macht dabei 11,64% aus. »Dieser Anteil klingt nach wenig Gewicht«, habe sich aber in den langen Testreihen als ideal erwiesen, so Teschmit. Im Volumen mache der Mehlwurm insofern mehr aus, »als das Granulat die in den restlichen Zutaten enthaltene Flüssigkeit stark annimmt«. Ernährungsphysiologisch bringt der Mehlwurm Vitamine und ungesättigte Fettsäuren mit, »die ähnlich wie Omega 3 bei Fischen sind«, so FH-Forscherin Felbinger. Vor allem aber sei der ökologische Vorteil des Insektenproteins beachtlich: Im direkten Vergleich verursacht ein Kilo Mehlwurm-»Fleisch« nur ein Zehntel der Emissionen von Rindfleisch.

r die Gründer von »Le Burger«, Lukas und Thomas Tauber, war das mitentscheidend: »Mit Initiativen wie dem »Wormwich« positioniert sich »Le Burger« als Unternehmen, das bereit ist, neue Wege zu gehen, um Nachhaltigkeit und Genuss in Einklang zu bringen«. Denn es ist der zweite Anlauf mit Insekten im Brötchen: 2019 hat man Mehlwürmer und knusprige Grillen serviert. In der neuen Form will man die letzte Hemmschwelle gegen Neues, den Ekel vor Insekten, ausschalten. Als vegetarisch gilt der Wurm zwar nicht, doch intern bemisst man den Erfolg an den bisherigen Verkaufszahlen der »Veggie Patties«. Diese haben einen Anteil von rund zehn Prozent aller verkauften Burger. »Wenn der Wormwich zwei Prozent unserer Bestellungen ausmacht, ist das ein großer Erfolg«, definiert der Systemgastronom das Ziel.

Hellrot dank Roter Rübe, einer weiteren natürlichen Zutat des Pattys auf Mehlwurm-Basis.

Einstiegspreis für den »Wormwich«

Mit massiver Bewerbung (inkl. Tisch-Aufstellern) sollen die Gäste auf das neue Angebote aufmerksam werden. Der Slogan dazu gibt sich modern wie der Burger selbst: »Wo ist hier der Bug?«. Geschmacklich erinnert der nach gedünsteten Hülsenfrüchten duftende Burger an Rollgerste und Borlotti-Bohnen. Im Biss ist der »Wormwich« relativ weich und Kuchen-ähnlich; eine dezente Würzung soll den Eigengeschmack akzentuieren. Ein Vorteil gegenüber Rind fällt bei der Verkostung auf: Auch kalt geworden, ist der Geschmack gleich angenehm.

Dass man der alternativen Proteinquelle eine »faire Chance« geben will, betont Teschmit im Gespräch mit FALSTAFF profi: »Der Burger-Preis von 9,50 Euro ist unser niedrigster und soll den »Wormwich« als echte Alternative anbieten«.

Lesenswert

Rezept Massimo Bottura - Falstaff PROFI

Frisch, saftig und leicht: Die Zitronen-Tarte ist ein typisches Dessert in der italienischen Emilia-Romagna.

© Lena Staal / STAAL & JOHS

Dessert-Hit von Massimo Bottura: Zitronen-Tarte mit Minzsauce

Der italienische »Rockstar des Fine Dining« zeigt, wie eine »Torta al Limone« auf Spitzenniveau gelingt: mit Zitronengras-Gelato, Minzsauce und fruchtigem Zabaione. Dazu empfiehlt Falstaff den bittersüßen italienischen Kultlikör Campari.

Mike Süsser Männermarkt - Falstaff PROFI

Neues Projekt mit Augenzwinkern: Mike Süsser hat den »Männermarkt« eröffnet.

© beigestellt

Mit Mike Süsser im »Männermarkt«: Neues Konzept für ein »altes« Problem

Eines der bekanntesten Fernsehgesichter der Kulinarik-Welt geht neue Wege: Mike Süsser setzt im beschaulichen Almtal auf eine Pasta-Manufaktur im Zeichen des Affen. Alles zum unkonventionellen »Männermarkt« des Kochs.

Rawlston Williams Karibik Rezept - Falstaff PROFI

Winzige Weißfische, mit Gewürzen knusprig gebraten: Damit können Sie Ihre Gäste im Sommer überraschen!

© NICO SCHINCO

Streetfood aus der Karibik: Rawlston Williams’ Tri Tri Fritters

Karibische Küche lebt von Gewürzen, Texturen und mutigen Aromen. Rawlston Williams bringt mit seinen Tri Tri Fritters ein Stück Saint Vincent auf den Teller. Ihre Gäste werden das Gericht lieben, vor allem im Sommer!

Rawlston Williams Karibik Rezept - Falstaff PROFI

So bunt wie die Karibik sind auch die Rezepte in Rawlston Williams »Caribbean Cookbook«.

© Phaidon Verlag, canva.com

Buch der Karibik: Rawlston Williams exotisches Koch-Kompendium

Am Image kann es nicht liegen! Und doch erfuhr die Karibik als eine der wenigen Weltgegenden kaum Beachtung als Kücheninspiration. Der New Yorker Chef Rawlston Williams ändert das. Bunte Rezepte, die ideal für den Sommer sind und die er in 28 Inselnationen sammelte.

ZU TISCH - Falstaff PROFI

Tausende Besucher strömten in den kleinen oberfränkischen Ort Wirsberg.

© Jesper Hilbig

Genuss und Wissen: »ZU TISCH!« zeigt, wie Foodfestivals heute funktionieren

Über 80 Manufakturen und Köche sowie mehr als 50 Workshops, Tastings und Talks: Das Festival »ZU TISCH!« erzeugt Aufmerksamkeit weit über die Grenzen Frankens hinaus – und hat sich längst vom Genuss-Event zur Plattform entwickelt.

Kulinarisches Paznaun - Falstaff PROFI

TVB Paznaun-Ischgl

© Von Juli bis Oktober 2026 verwandeln sich neun ausgewählte Hütten und Almen im Paznaun in besondere Genussstationen.

Gipfel der Genüsse: Gourmetköche warten im Paznaun auf 2.000 Metern

Regionale Produkte allein reichen oft nicht mehr aus, um Gäste zu begeistern. Im Paznaun setzt man deshalb auf eine enge Zusammenarbeit von Produzenten, Hüttenwirten und Spitzenköchen – und macht daraus ein touristisches Gesamtkonzept.

Meist gelesen

Rezept Massimo Bottura - Falstaff PROFI

Optisches Highlight: Diese Lasagne erfreut nicht nur den Gaumen, sondern auch das Auge.

© Lena Staal / STAAL & JOHS

Lasagne à la Bottura – italienische Glückseligkeit für Gaumen und Auge

Spitzenkoch Massimo Bottura verwandelt die klassische Lasagne in ein komplexes Gericht für Profis – vielschichtig, geschmacklich ausbalanciert und perfekt ausgeführt. Falstaff empfiehlt dazu einen rubinfarbenen Roten vom Weingut »Drei Donà« in der Emilia-Romagna.

Wer seine Karte modernisieren, jüngere Zielgruppen ansprechen oder einfach einen starken Eyecatcher braucht, liegt mit dem Crunchy Kimchi Burger genau richtig.

© Foto beigestellt

Produkt der Woche: Crunchy Kimchi Burger

Advertorial

Der Crunchy Kimchi Burger bringt frischen Wind auf Ihre Karte – laut, bunt und maximal im Trend. Der Food-Hype aus Südkorea liefert genau das, was Gäste heute lieben: echte Gemüsestücke, internationale Trendgeschmäcker und richtig viel Crunch.

Köche kochen für die Krebshilfe

Prominente Unterstützung für die »Österreichische Krebshilfe«: Jenny Frankl und Bernhard Murg vom »Kabarett Simpl« mit Bio-Spitzenköchin Clara Aue und ihrer Charity-Kreation.

© Moving Stills

Im Marktrestaurant Gutes tun: »HEU & GABEL« kocht für die »Krebshilfe«

Bio-Spitzenköchin Clara Aue, Jenny Frankl und Bernhard Murg vom Kabarett Simpl zeigten bei Sonnenschein am Meidlinger Markt, wie viel Wärme entsteht, wenn Genuss und guter Zweck aufeinandertreffen.

Familie Blochberger Eis-Greissler - Falstaff PROFI

Milch übrig: Georg und Andrea Blochberger machten aus einer kreativen Idee eine erfolgreiches Unternehmen.

© Eis-Greissler

Eis

15-Jahr-Jubiläum: Wie der »Eis-Greissler« aus einer Notlösung ein Geschäftsmodell machte

Mit »Schnitzel«- und »Grammeleis«: Der »Eis-Greissler« feiert Jubiläum und zeigt, wie sich aus einem einfachen Produkt durch Storytelling, Erlebnisse und mutige Ideen eine starke Freizeitmarke entwickeln lässt.

Vina Graz - Falstaff PROFI

Hommage an die Mama: Thi Ba Nguyen (links) und ihre Suppe dürfen auch auf dem Top-Level nicht fehlen!

© Roland Graf

Fine Dining auf Vietnamesisch: Das »Vina« Graz schwimmt gegen den Strom

Es ist ein Statement gegen Spar-Wahn. Und eines, das dem Gästewunsch folgt: Zusätzlich zu den Streetfood-Klassikern bietet Robert Nguyen ein aufwändiges Sechs-Gang-Menü. Mit dabei natürlich auch: die Suppe von seiner 85-jährigen Mutter.

Branchentagung - Falstaff PROFI

Manfred Ronge präsentiert bei der 17. Branchentagung der Österreichischen Gemeinschaftsverpfleger Zukunftsthemen – darunter KI, Robotik und Digitalisierung.

© Schörg VISUALS

KI, Kosten und Robotik – das treibt Österreichs Gemeinschaftsverpfleger derzeit um

»Zukunft nicht abstrakt diskutieren, sondern gemeinsam greifbar machen« – unter diesem Motto trifft man sich bei der 17. Branchentagung der Gemeinschaftsverpflegung zum Austausch über Digitalisierung, Automatisierung und Sicherheit.

Der Newsletter für echte Profis

Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!