Mehlwurm-Burger ganz ohne Ekel-Faktor: »Le Burger« gibt ihm eine Chance
Bei der Fast Food-Kette der Familie Tauber ist der Wurm drin: 16 »Le Burger«-Filialen in Österreich und Deutschland sind um ein »Patty« reicher – Mehlwürmer geben ihm den nussigen Touch. FALSTAFF machte vorab den »Wormwich«-Test.
Die Wissenschaft hatte zuerst das Wort: »Wir sprechen von Alternativen Proteinquellen«, leitete Cornelia Felbinger die Verkostung des neuen Mehlwurm-Burgers ein. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Campus Wieselburg der FH Wiener Neustadt hat sich viel mit »Entomophagie«, dem Essen von Insekten, beschäftigt. Von den vier zugelassenen Insekten-Arten in der EU sei vor allem »Tenebrio molitor«, besser bekannt als Mehlwurm, interessant. Anders als etwa die Grille ließe sich dieser Wurm zu einem Granulat verarbeiten und habe nicht nur ein angenehmes Mundgefühl, »sondern auch einen leicht nussigen Geschmack«. Um den geht es auch Lukas Teschmit, den »Culinary Director«, der in der Filiale Mariahilfer Straße der »Le Burger«-Kette zur Verkostung geladen hat.
Ressourcen-schonendes »Patty«
Zwischen die Briochehälften kommt ein Patty (Laibchen) aus Mehlwurm-Granulat, Bohnen und Gewürzen, das mit Roter Rübe eine angenehme rote Tönung erhielt. »Wormwich« nennt sich diese Kreation, die mit Mayonnaise, Eisbergsalat, Tomaten, Röstzwiebeln und Ketchup kombiniert ist. »Insektenprotein vereint gesundheitliche und ökologische Vorteile, indem es weniger Ressourcen wie Wasser, Land und Energie benötigt«, ergänzt Cornelia Felbinger. Im direkten Vergleich verursacht das Kilo Mehlwurm-»Fleisch« nur ein Zehntel der Emissionen gegenüber Rindfleisch. Das war auch für die Gründer von »Le Burger«, Lukas und Thomas Tauber, entscheidend: »Mit Initiativen wie dem Wormwich« positioniert sich Le Burger als Unternehmen, das bereit ist, neue Wege zu gehen, um Nachhaltigkeit und Genuss in Einklang zu bringen«.
Daher hat man sich nach einem Erst-Versuch 2019 – damals kam auch eine knusprige Grille aufs Burger-Bun – erneut entschlossen, erneut auf Insekten zu setzen. Diese Art des Proteins gilt übrigens nicht als vegetarisch, der Wurm selbst trägt aber ein Öko-Zertifikat und wird eigens und in Übereinstimmung mit den hohen Lebensmittelstandards gezüchtet. Wie aber schmeckt nun der »wurmige« Fleischersatz im Burger-Gewand? Auch ohne Punkt dafür zu geben, widmete sich der FALSTAFF genau der Textur, Optik, Aromatik und dem Geschmack des neuen Angebots.
FALSTAFF-Test: So schmeckt der Mehlwurm-Burger
Durchgängig hellrot, ohne dunkleren Farbkern, zeigt sich das Patty in leicht krümeliger Textur. Der Duft erinnert an gedämpfte Hülsenfrüchte. Speziell Burgenländer werden eine Ähnlichkeit mit der Bohnenstrudel-Fülle erschnuppern. Der Biss des »Wormwich« ist relativ weich und fast Kuchen-artig. Die Würzung fiel bewusst sanft aus; der leicht süßliche Eigengeschmack, der gedünsteter Rollgerste und Borlotti-Bohnen ähnelt, ist eigenständig und angenehm. Im Gegensatz zu Rindfleisch verändert sich dieser Eindruck auch beim kälter werdenden Burger nicht. Der Nachgeschmack erinnert dann ein wenig an Kaspressknödel mit mildem Käse. Wer irgendwie erdige Noten oder unangenehm stückigen Biss erwartet/befürchtet hat, wird überrascht sein von dieser kompakten Fleischalternative!
Einstiegspreis für den »Wormwich«
Dass man der alternativen Proteinquelle eine »faire Chance« geben will, betont Teschmit im Gespräch mit FALSTAFF: »Der Burger-Preis von 9,50 Euro ist unser niedrigster und soll den »Wormwich« als echte Alternative anbieten«. 17 Filialen führen den Burger ab 1. Februar 2025. Mit massiver Bewerbung (inkl. Tisch-Aufstellern) sollen die Gäste auf das neue Angebote aufmerksam werden. Und umweltschonend zum Wurm-Patty greifen. Der Slogan dazu gibt sich modern wie der Burger selbst: »Wo ist hier der Bug?«.
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