400 Jahre Reeperbahn: So schmeckt Hamburgs sündigste Meile
Sie ist Mythos, Bühne und Boulevard: Die Reeperbahn wird 400 Jahre alt. Heute reicht ihr kulinarisches Spektrum von der Currywurstbude bis zum Fine Dining im 23. Stock.
Theater, Musicals, (erotische) Clubs – die sündigste Meile der Welt feiert in diesem Jahr ihr 400. Jubiläum. Hinter den Glitzerfassaden und neonhellen Lichtreklamen lebt Hamburg seinen Hang zum Vergnügen aus und zieht damit jedes Jahr Millionen von Touristen in die Hafenmetropole an der Elbe.
Dabei war der schillernde Kiez in St. Pauli nicht immer schon so frivol. Ursprünglich entstand die Reeperbahn im 17. Jahrhundert als unscheinbarer Standort fürs Handwerk, das innerhalb der Stadtmauern Hamburgs keinen Platz mehr fand. Denn die Reeperbahn lag außerhalb der damaligen Stadttore. Ihren Namen verdankt sie den Reepschlägern, die das Tauwerk für Schiffe herstellten. Dafür brauchte es Bahnen von mindestens 300 Metern Länge. Ein Denkmal am Beginn der berühmten Straße erinnert an diese Handwerkskunst.
Heute gibt es Hunderte von Imbissen, Kneipen und Restaurants auf und rund um die »sündige Meile«. Einige von ihnen gehören zu den Toplocations der Hansestadt. Eine kleine Auswahl:
Italienische Tradition: »Cuneo«
»Cuneo« – den Namen kennt (fast) jeder in Hamburg. Rot ist die Tür zu diesem Traditionslokal. So rot wie der Rotlichtbezirk, in dem es residiert. Und das schon seit 1905. Ein Italiener ohne Pizza, dafür mit klassischen Pastagerichten, Fleisch und Fisch. Ein Kultlokal, in dem Stars, Normalos und die Hamburg-Prominenz (oder was sich dafür hält) einkehren. Noch immer gilt hier: Unbedingt vorher reservieren! Die Seeteufelmedaillons mit Butter und Salbei oder die hausgemachten Ravioli in der Nähe der berüchtigten Herbertstraße und der durch Film und Fernsehen bekannten Davidwache haben ihre Liebhaber!
www.cuneo1905.de
Über den Wolken: »Clouds Heaven’s Bar & Kitchen«
Gerade erst wiedereröffnet nach umfangreicher Renovierung kann das »Clouds« mit seinem unschlagbaren Standortvorteil punkten: Die Location liegt im 23. Stock der »Tanzenden Türme« am Beginn der Reeperbahn. Eine Etage höher gibt es auch noch eine Skybar, für alle, die noch höher hinauswollen. Von hier oben hat man einen unglaublichen Blick auf ganz Hamburg, vor allem auf die Elbe, den Hafen und die Elbphilharmonie. Sternekoch Michel Rinkert verantwortet hier zusammen mit Küchenchef Maurice Exner die Küche im höchstgelegenen Restaurant der Stadt in 105 Metern Höhe, die stark französisch inspiriert ist. Seezunge à la Meunière oder ein Chateaubriand sind hier die Favoriten.
www.clouds-hamburg.de
Deutsche Tradition: Das »Freudenhaus«
Rote Wände, rote Polster – alles am »Freudenhaus« nimmt Bezug zu seiner Adresse auf St. Pauli, nahe der Reeperbahn. Was hier serviert wird? Mit Liebe zubereitetes Labskaus mit Gabelrollmops und gebratenen Wachteleiern, Rinderroulade mit Apfelrotkohl, in Butter gebratenes, paniertes Kalbsschnitzel mit Kartoffel-Speck-Gurkensalat oder Hamburger Pannfisch in Senfsauce, so wie er sein muss. Als »Süßes Nachspiel« gibt’s die berühmte Hamburger Rote Grütze. Wer auf deutsche Küchenklassiker steht, ist hier am richtigen Platz.
www.stpauli-freudenhaus.de
Scharfe Currywurst: »Heisse Ecke«
Die Currywurst in der »Heissen Ecke« auf dem Spielbudenplatz ist in ganz Hamburg berühmt. Ein Musical wurde sogar nach dem Imbiss benannt. Das historische Vorbild »Heiße Ecke« gibt es zwar schon lange nicht mehr, die Grillspezialitäten, die der Imbiss schräg gegenüber der Davidwache jetzt offeriert, sind aber um Längen besser. Kreiert hat sie der Kitzbüheler Gastronom Christoph Wilson: Heisse Ecke Currywurst – das Original – , die ReeperHahn Geflügelbratwurst, die Rote Lola Krakauer und die Zitronenjette – eine vegane Variante. Die Grillwürste werden nach hauseigenem Rezept von Oberharzer Schweinen (Haltungsform 4) von einer Göttinger Metzgerei produziert; die Currysauce entsteht in Brandenburg und wird sogar auf den Schiffen der AIDA-Flotte serviert.
www.heisse-ecke.com