Zum Inhalt springen
 © Shutterstock

Alles nur geklaut? Warum fremde Pommes besser schmecken

Pommes frites
Wissenschaft

Pommes schmecken eigentlich immer gleich – sollte man meinen. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass nicht nur das Essen zählt, sondern auch, wie man es bekommt. Manchmal macht gerade ein kleiner Regelbruch den größten Unterschied im Geschmack.

Die Vorstellung ist altbekannt: Was man eigentlich nicht haben darf, wirkt oft besonders attraktiv. Das gilt nicht nur im übertragenen Sinn, sondern offenbar auch ganz konkret beim Essen. So schmecken nicht nur »gestohlenes Brot« oder »verbotene Früchte« am besten, sondern offenbar auch gemopste Pommes.

Eine aktuelle Studie zeigt nämlich, dass nicht nur das Essen selbst entscheidet, wie gut es uns schmeckt, sondern auch die Art, wie wir es bekommen und ob dabei ein kleines Gefühl von Regelbruch im Spiel ist. Für die Untersuchung bekamen 120 Personen identische Portionen Pommes frites. Der einzige Unterschied lag im Kontext: Die Pommes wurden entweder ganz normal serviert, als Geschenk gegeben oder in zwei Varianten heimlich vom Teller einer anderen Person genommen – einmal mit geringem und einmal mit höherem Risiko, erwischt zu werden.

Verbotene Früchte

Das Ergebnis ist eindeutig. Je stärker die Situation als »verboten« oder riskant wahrgenommen wurde, desto besser wurden die Pommes bewertet. Besonders in der »Hochrisiko«-Situation lagen die Bewertungen deutlich über denen der regulär gegessenen Portionen, obwohl die Pommes objektiv identisch waren. Auch die Wahrnehmung einzelner Eigenschaften verschob sich. Die stibitzten Pommes wirkten knuspriger, salziger und intensiver. Die Forschenden führen das auf psychologische Effekte zurück, etwa auf Reaktanz – also die Tendenz, Dinge attraktiver zu finden, sobald sie eingeschränkt oder nicht erlaubt erscheinen. Dazu kommen Aufregung und ein leichtes Schuldgefühl, die das Geschmackserlebnis zusätzlich verstärken können.

Geschmack im Kopf

Die Studie ordnet sich in eine Reihe von Untersuchungen ein, die zeigen, dass Geschmack nicht allein durch die Lebensmittel selbst bestimmt wird. Auch soziale und emotionale Faktoren beeinflussen, wie intensiv etwas wahrgenommen wird. Geschmack entsteht nämlich nicht nur auf der Zunge. Manchmal entscheidet auch der kleine Moment zwischen »sollte ich das?« und »ach komm, eine noch« darüber, wie gut etwas wirklich schmeckt.


Redaktion
Mehr zum Thema
1 / 12