»Zeit ist Geld« ist das Credo, das die Hotellerie und Gastronomie bestimmt.

»Zeit ist Geld« ist das Credo, das die Hotellerie und Gastronomie bestimmt.
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Arbeitszeit trifft Zeitgeist

Hotel

Wie Sie die Arbeitszeit Ihrer Mitarbeiter optimal planen und sich dabei Zeit, Nerven und Geld sparen können, erfahren Sie in den folgenden 10 Punkten.

1. Auf die Minute genau
Aus dem Arbeitsvertrag sollte klar hervorgehen, wie viele Arbeitsstunden für das vereinbarte Entgelt zu leisten sind. Je genauer Sie die Soll-Stunden vereinbaren, desto kosteneffizienter werden Ihre Mitarbeiter sein – auch in steuerlicher Hinsicht.

2. Dienst nach Plan
Ihr wichtigstes und kurzfristigstes Budget ist der Dienstplan. Eine unüberlegte Einteilung oder arbeitsrechtliche Fehler in der Planung führen fast immer zu höheren Mitarbeiterkosten und eventuell auch zu Verwaltungsstrafen.

3. Freier Fall
Der Fall eines Entgeltanspruchs aus fehlender Freizeit kann schneller eintreten, als Sie denken. Der Freizeitanspruch Ihrer Arbeitnehmer ist aus Gesetz und Kollektivvertrag genau geregelt und kann bei Nichteinhaltung teuer werden.

4. Alles über Stunden
Überstunden können schon im Arbeitsvertrag vereinbart werden. In der Gastronomie und Hotellerie optimalerweise als genaue Stundenanzahl pro Woche.

5. Genau durchgerechnet
Denken Sie unbedingt an die Vereinbarung zur Durchrechnung von Arbeitsstunden. Wussten Sie, dass Überstunden ein ganzes Jahr durchgerechnet werden können?

6. Mehr Zeit, mehr Geld?
In Hotellerie und Gastronomie entstehen Überstunden, wenn mehr als acht Stunden pro Tag oder mehr als 40 Stunden pro Woche gearbeitet wird. Das ist für Sie sicher nicht neu. Aber das vielleicht: Nicht jede Überstunde muss zwingend zu einem Zuschlag führen, wenn gewisse Voraussetzungen (Arbeitsvertrag, Durchrechnung) geschaffen werden.

7. Zu 100 % geregelt
Jede geleistete Arbeitsstunde am Feiertag muss mit 100 % Zuschlag abgegolten werden – das sagen die meisten Kollektivverträge. Sie können jedoch mit einer entsprechenden vertraglichen Vereinbarung dafür sorgen, dass eine eventuelle Überzahlung diese Zuschläge abdeckt. So entstehen keine zusätzlichen Kosten am Feiertag.

8. Anwesenheit
Jede Minute, die sich der Mitarbeiter im Betrieb aufhält, definiert sich als Anwesenheitszeit. Treffen Sie klare Regelungen, um diese zur tatsächlichen Arbeitszeit abzugrenzen, und optimieren Sie so Ihre Mitarbeiterkosten.

9. Von Zeit zu Zeit
Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie viel Zeit Sie für die Erfassung von Arbeitszeiten verwenden? Was kostet eigentlich Ihre Zeit? Nutzen Sie Systeme und Software, die Sie zum Controller statt zum Erfasser machen – beispielsweise branchenspezialisierte Planungsprogramme und elektronische Stechuhr-Software.

10. Gut geplant, besser abgesichert
Die Arbeitsinspektion hat 2016 in Österreich 68.000 Kontrollen und Beratungen durchgeführt. Versuchen Sie – natürlich praxisgerecht –, Ihre Mitarbeiter so einzuteilen (siehe Punkt 4 & 5), dass Sie entspannt sein können, wenn Sie an der Reihe sind.

Jörg Lesacher

Der Geschäftsführer der »hgc Hotellerie & Gastronomie Consulting GmbH« in Villach unterstützt Tourismusbetriebe mit Know-how und Struktur beim Mitarbeitermanagement.
www.facebook.com/hgcGROUPonline
www.hgcgroup.at

Artikel aus »Falstaff KARRIERE« 04/2017
www.falstaff.at/karriere/magazin/

Jörg Lesacher
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