Chianti DOCG gibt grünes Licht für Rosé
Für Chianti DOCG gibt es neue Produktionsvorschriften: Neben der Einführung des Chianti Rosé DOCG, wurde die Unterzone »Terre di Vinci« eingeführt sowie strengere Maßnahmen zur Gewährleistung der Rückverfolgbarkeit und des Verbraucherschutzes.
Der Chianti DOCG tritt mit aktualisierten Vorschriften auf den Markt. Die neuen Produktionsvorschriften, die vom Ministerium für Landwirtschaft, Ernährungssouveränität und Forstwirtschaft genehmigt und im Amtsblatt veröffentlicht wurden, sind nun in Kraft getreten. Die Maßnahme stellt den Abschluss eines Prozesses dar, der im Jahr 2020 vom Konsortium »Consorzio Vino Chianti« mit dem Ziel gestartet wurde, die Herkunftsbezeichnung an die Veränderungen im Weinsektor und an die neuen Anforderungen der Märkte anzupassen.
Rosé und »Terre di Vinci« feiern Debüt
Zu den wichtigsten Neuheiten zählt der Chianti Rosé DOCG, eine neue Weinsorte, die entwickelt wurde, um der steigenden Nachfrage nach Roséweinen sowohl in Italien als auch im Ausland gerecht zu werden. Der Chianti Rosé wird überwiegend aus Sangiovese gekeltert werden, wobei der Anteil zwischen 50 und 100 Prozent liegen muss. Für den Verschnitt sind zudem alle in der Toskana zugelassenen roten Rebsorten erlaubt.
Neben dieser Neuerung wird nun auch das Teilgebiet »Terre di Vinci« offiziell in die Geografie der Herkunftsbezeichnung aufgenommen – eine Anerkennung, die ein Gebiet mit starker weinbaulicher und historischer Identität würdigt, das mit dem Geburtsort von Leonardo da Vinci verbunden ist und seit Jahren von den lokalen Weingütern gefördert wird.
Mehr Kontrollen zur Gewährleistung von Transparenz
Die neue Richtlinie sieht zudem strengere Kontrollverfahren vor. Es ist nun verpflichtend, vor dem Transport der zum Verkauf bestimmten Chargen von Chianti und Chianti Superiore die Eignungsbescheinigung der Kontrollstelle einzuholen. Außerdem ist eine Vorabmeldung für den Transport von noch gärendem Jungwein vorgesehen, der für die DOCG bestimmt ist, mit dem Ziel, die Rückverfolgbarkeit der Lieferkette zu verbessern und den Verbrauchern mehr Sicherheit zu bieten.
Diese Änderungen stellen einen Mittelweg zwischen Identität und Innovation dar. Einerseits halten wir weiterhin an den Elementen fest, die den Chianti zu einem der weltweit bekanntesten italienischen Weine gemacht haben; andererseits führen wir Instrumente ein, die es den Weingütern ermöglichen, den Herausforderungen des Marktes und des Klimawandels effektiver zu begegnen.
Giovanni Busi
Präsident des Chianti-Weinkonsortiums
Giovanni Busi
Präsident des Chianti-Weinkonsortiums