»Tupperware« in der Krise: Wie der einstige Marktführer in die Insolvenz rutschte
Durch eine Neuausrichtung der Marke soll diese nicht nur erhalten bleiben, sondern auch die finanzielle Abwärtsspirale gestoppt werden.
Die Erfolgsgeschichte des Konzerns begann nach dem Zweiten Weltkrieg: die bunten und verschließbaren Frischhalteboxen waren damals in unzähligen Haushalten vertreten. Wer könnte die »Tupperware«-Partys vergessen, auf denen immer die neuesten Produkte präsentiert wurden? Jetzt allerdings sieht die Zukunft der amerikanischen Traditionsmarke »Tupperware« düster aus – das Unternehmen steckt in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten. Der einstige Marktführer für Frischhalteboxen kämpft mit massiven Geldproblemen, sinkenden Verkaufszahlen und steigenden Betriebskosten. Gleichzeitig wächst der Druck von ungeduldigen Gläubigern, die um ihre Investitionen fürchten.
Die finanzielle Schieflage von »Tupperware« ist allerdings keine Premiere, das Unternehmen ist im Laufe der letzten Jahre immer wieder in Bedrängnis geraten. Mittlerweile dürfte der Konzern auf keinen grünen Zweig mehr kommen und scheint Schwierigkeiten damit zu haben, den Geschmack der Konsument: innen zu treffen. Medienberichten zufolge stellte »Tupperware« nun einen Insolvenzantrag und spielte bereits mehrere strategische Optionen durch. Das Ergebnis? Eine Neuausrichtung des Unternehmens – diese soll nicht nur wieder eine breitere Masse ansprechen, sondern auch den Erhalt der Marke »Tupperware« sicherstellen.
Pandemie als Hoffnungsträger
Wie es weiters heißt, äußerte der US-Konzern bereits im letzten Jahr seine Bedenken darüber, ob die finanziellen Schwierigkeiten zu bewältigen sein und ob der Betrieb fortgeführt werden kann. Spannend: Der Betrieb hat seit zwei Jahren keine neuen Geschäftszahlen mehr vorgelegt. In diesem Jahr belief sich der Umsatz auf rund 1,3 Milliarden Dollar – umgerechnet auf circa 1,2 Milliarden Euro. Im Großen und Ganzen handelt es sich hierbei, um einen Umsatz-Rückgang von 42 Prozent im Vergleich zu fast fünf Jahren davor. Während der Pandemie konnte »Tupperware« von einem kurzfristigen Boom profitieren, da das vermehrte Kochen zu Hause für eine höhere Nachfrage sorgte. Dieser Erfolg wurde jedoch durch den späteren Anstieg der Preise für Rohstoffe wie Kunststoffharz sowie für Arbeitskräfte und Transportkosten wieder abgebremst.
Seitdem setzen Konkurrenzunternehmen, der Onlinehandel und sogar Essenslieferdienste dem Unternehmen weiter zu und stellen zudem die Notwendigkeit in Frage, größere Mengen von Essensresten aufzubewahren. Erst 2022 wagte das US-Unternehmen einen entscheidenden Schritt und begann, seine Produkte über den Diskonter »Target« anzubieten. Ziel war es, die jüngere Generation auf die Marke aufmerksam zu machen. Im Jahr zuvor hatte das Unternehmen eine Übereinkunft mit seinen Kreditgebern getroffen, um die Schulden neu zu ordnen.
Mit dem Rücken zur Wand
Doch allen Bemühungen zum Trotz, soll sich die Lage des Konzerns nicht gebessert haben und nun folgte der Insolvenzantrag. Aus den bei einem Gericht in Delaware eingereichten Dokumenten geht hervor, dass »Tupperware« ein geschätztes Vermögen von 500 Millionen bis einer Milliarde Dollar besitzen soll. Die Schuldensumme soll sich zwischen einer und zehn Milliarden Dollar bewegen. Zudem hat das Unternehmen zwischen 50.000 und 100.000 Gläubiger. Was diese Summen für die Zukunft der Firma bedeuten, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.
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