Zum Inhalt springen

Hans Kilger

Hans Kilger
© Domaines Kilger by Steve Haider

Domaine Kilger ist insolvent

Insolvenz
Weingut
Südsteiermark

Ende Februar wurde über die Domaines Kilger GmbH & Co KG mit Sitz in Gamlitz in der Südsteiermark ein Insolvenzverfahren eröffnet.

Damit hat der Münchner Investor Hans Kilger, der seit 2015 in der steirischen Weinlandschaft umgerührt hat, wohl ein erhebliches Problem am Hals. Laut Firmenbuch sehen die harten Zahlen für das Geschäftsjahr trüb aus. Es weist einen Verlust von 26,67 Millionen Euro und die Verbindlichkeiten von 80,65 Millionen Euro aus. Das negative Eigenkapital wurde mit 18,56 Millionen Euro angegeben. Sachanlagen stehen mit 37,97 Millionen Euro und die Finanzanlagen mit 10,83 Millionen Euro zu Buche.

Die Pläne von Kilger, in der Steiermark ein kleines öno-kulinarisches Imperium aufzuziehen, scheinen vorerst gescheitert zu sein. Neben dem Weingut, an dessen qualitativ ansprechenden Produkten es nicht gelegen haben kann, wurde auf Gastronomie und Hotellerie (Jaglhof, Schloss Gamlitz, Kaminstub'n, Stupperhof in Kitzeck) gesetzt, die Peterquelle erworben und Vieh und Wild in großer Herdenstärke gehalten und zu exquisiten Fleischwaren verarbeitet.

Schon vor einiger Zeit waren andere Weinprojekte wie die Schiefer & Domaine Kilger sowie die Domäne Müller in Insolvenzen untergegangen. Auch das Restaurant samt Wohnothek Ratschen im Südburgenland steht samt der Liegenschaft zu 100 Prozent als Tochter im Besitz der Kilger Gmbh und ist nun ebenfalls betroffen.

Wie es weitergehen könnte, ist noch ungewiss, eine erste Gläubigerversammlung ist für den 12. März anberaumt. Wenn Hans Kilger einen Sanierungsplan vorlegen kann, der den Schuldnehmern realistisch erscheint, ist vielleicht noch nicht das allerletzte Wort gesprochen.


Peter Moser
Peter Moser
Chefredakteur Wein
Mehr zum Thema
1 / 12