Insolvenz am Kutschkermarkt: »Paul & Worthmann« vor Sanierung
Über die Betreibergesellschaft von »Paul & Worthmann« am Kutschkermarkt in Wien wurde ein Sanierungsverfahren eröffnet. Hohe Betriebs- und Personalkosten führten zur Insolvenz, nun soll ein Sanierungsplan die Fortführung sichern.
Am Kutschkermarkt gehört »Paul & Worthmann« für viele Stammgäste seit einiger Zeit zum festen Bild. Zwischen Marktständen und Grätzltreffpunkt wurden hier gehobene Marktküche und Aperitivo-Kultur kombiniert. Nun steht der Betrieb vor einer ungewissen Zukunft.
Über das Vermögen der »Kutschker 48 GmbH«, die das Lokal betreibt, wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Handelsgericht Wien eröffnet. Das teilte der KSV1870 mit. »Paul & Worthmann« besteht aus zwei Marktständen: Stand 48 mit Gastronomiebetrieb sowie Stand 11, an dem sich die »Aperitiv Bar« befindet.
Hohe Kosten als Hauptursache
Nach Angaben des Kreditschutzverbandes lagen die laufenden Betriebskosten deutlich über den Planwerten. Insbesondere die Personalkosten seien aufgrund eines zunächst zu komplex angelegten Küchen- und Servicekonzepts höher ausgefallen als kalkuliert. Bereits im Jahr 2025 habe das Unternehmen reagiert und die Personalkosten reduziert. Zudem seien die Öffnungszeiten auf wirtschaftlich tragfähige Kernzeiten eingeschränkt, Mietflächen untervermietet und das Lokal saisonbedingt im Jänner und Februar geschlossen worden.
Dennoch konnte eine Insolvenz nicht verhindert werden. Die Passiva werden mit rund 180.000 Euro beziffert. Gläubiger können ihre Forderungen bis spätestens 23. April 2026 anmelden. Die Schuldnerin strebt die Fortführung des Betriebs an und hat einen Sanierungsplan eingebracht. Vorgesehen ist eine Quote von 20 Prozent für die Gläubiger, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme des Plans. Ob die geplante Sanierung realistisch ist, wird nun von der Insolvenzverwalterin geprüft.
Mit dem nun eröffneten Sanierungsverfahren ist die Zukunft des Betriebs vorerst offen. Ziel ist die Fortführung im Rahmen eines Sanierungsplans.