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Darum gibt es kein Brot auf der »Artemis«

Wissenschaft
Brot
Kulinarisch Kurios

189 Gerichte für zehn Tage: Die Artemis-Crew hat eine umfangreiche Auswahl an Essen für ihre Mondmission dabei, doch Brot findet man keines in der Bordküche.

Kaum ein Thema dominiert derzeit Nachrichten und soziale Medien so sehr wie die Artemis-II-Mission. Millionen Menschen weltweit verfolgen gebannt, wie sich drei Astronauten und eine Astronautin auf den Weg zum Mond und wieder zurück zur Erde machen. Doch während viele auf Flugbahn, Technik und historische Dimension blicken, rückt für uns ein ganz anderes Thema in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: Was essen die eigentlich da oben?

Schlemmen in der Schwerelosigkeit

Die Crew hat eine riesige Auswahl: Rund 189 verschiedene Speisen und Getränke begleiten sie auf ihrer zehntägigen Reise. Jede Mahlzeit wurde vorher getestet und nach Geschmack, Nährstoffen und Haltbarkeit ausgewählt. Schließlich gibt es auf Artemis II keine Nachlieferungen und keine frischen Lebensmittel. Was also auf den Teller kommt, muss lange haltbar, leicht zuzubereiten und vor allem in der Schwerelosigkeit praktisch sein. Zu den Speisen kommen Getränke wie Kaffee, Tee, Smoothies oder Fruchtdrinks. Für Kaffee sind insgesamt 43 Tassen für die ganze Crew eingeplant.

Kein Brot am Mond

Das Menü liest sich fast wie aus einem guten Restaurant. Es gibt Tortillas – 58 Stück, krümelfrei und perfekt für Wraps. Normales Brot gibt es auf der Mission nicht, weil es in der Schwerelosigkeit leicht zerfällt und Krümel durch die Kabine schweben würden. Diese könnten Geräte verstopfen oder sogar die Atmung stören. Außerdem stehen gegrillte Rinderbrust, Makkaroni mit Käse, Gemüse-Quiche, Couscous mit Nüssen sowie Brokkoliauflauf und Blumenkohl auf dem Speiseplan. Süßes kommt ebenfalls nicht zu kurz: Kekse, Kuchen, Pudding, Schokolade, Nüsse und Trockenfrüchte sorgen für kleine Glücksmomente. Aufstriche wie Schokolade, Erdnussbutter oder Ahornsirup bringen ein Stück Heimat, besonders für den Kanadier Jeremy Hansen.

Ein witziges Detail ist außerdem, dass es gleich fünf Sorten scharfer Soßen an Bord gibt. Der Grund liegt im menschlichen Körper. In der Schwerelosigkeit fühlt sich der Kopf oft »verstopft« an, ähnlich wie bei einer Erkältung, wodurch das Essen weniger intensiv schmeckt. Würzige und scharfe Gerichte sollen dabei helfen, dieses Defizit auszugleichen.

DAS MENÜ

Eine klassische Küche zur Zubereitung gibt es natürlich nicht. Stattdessen läuft alles so ab: Die Speisen werden auf der Erde vorgekocht und haltbar gemacht, im All mit Wasser rehydriert und anschließend in einem kompakten Heizgerät erwärmt.


Hannah Speyer
Hannah Speyer
Chefin vom Dienst Digital
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