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Symbolbild.  © Shutterstock

Dekadenz-Duell: Nach Wiener 395-Euro-Schnitzel kontert Kärnten mit 699 Euro

Schnitzel
Kärnten

Nachdem kürzlich das 395-Euro-Schnitzel aus Wien als teuerstes Österreichs Schlagzeilen machte, erhebt Kärnten nun Anspruch auf den Titel. Ein Gastronom aus Millstatt serviert ein Cordon bleu um knapp 700 Euro.

Vor zwei Wochen sorgte ein Schnitzel aus Wien für Aufsehen: In der »Spelunke« am Donaukanal wurde ein Wiener Schnitzel um 395 Euro serviert – samt Wagyu-Fleisch, Blattgold und Kaviar. Schnell war vom teuersten Schnitzel des Landes die Rede. In Kärnten will man davon allerdings nichts wissen. Dort heißt es nun: Das teuerste Schnitzel gibt es schon länger – man habe nur nicht darüber gesprochen.

Stefan Lercher, Betreiber der Pizzeria »Peppino« in Millstatt, bietet nach eigenen Angaben bereits seit Herbst ein deutlich kostspieligeres Gericht an. Sein Cordon bleu kostet nach eigenen Angaben 699 Euro und steht nicht auf der Speisekarte. Öffentlich wurde es erst, nachdem das Wiener Luxus-Schnitzel für Diskussionen sorgte. Von »Nachziehen« wolle er daher nichts wissen – vielmehr habe man in Wien etwas als neu verkauft, das in Kärnten längst existiere. Da es nicht auf der Speisekarte steht, lässt sich kaum nachvollziehen, wer das »Schnitzel der Superlative« zuerst serviert hat.

Lerchers Version des Klassikers ist ein Cordon bleu, gefüllt mit schwarzem Perigord-Trüffel, Brie de Meaux vom renommierten Käsemacher Bernard Antony sowie Sauspeck aus familiärer Produktion. Als Beilage gibt es Kartoffelpüree nach Art des französischen Spitzenkochs Joël Robuchon. Das eigentliche Schwergewicht liegt jedoch im Fleisch. Verarbeitet wird Filet von einem japanischen Kobe-Rind mit der höchsten Marmorierungsstufe A5, BMS 12. Weltweit gebe es davon nur sehr wenige Tiere pro Jahr, 200 Gramm Filet kosten im Einkauf rund 340 Euro. Pro Portion kommen zwei Stücke zu je 100 Gramm auf den Teller. Aufgrund einer langjährigen Partnerschaft verfüge der Betrieb jährlich nur über acht bis zehn Kilogramm dieses Fleisches. Rund 30 bis 40 Portionen sollen aktuell noch schockgefroren auf Lager sein. Verkauft wird das Gericht gezielt an Stammgäste, nicht beworben und nicht gelistet. Ist der Vorrat aufgebraucht, soll es eine günstigere Variante mit weniger stark marmoriertem Fleisch geben – der Preis halbiert sich dann immerhin.

Ob man darin nun kulinarische Avantgarde oder schlicht dekadente Spielerei sieht, sei dahingestellt. Fest steht: Das Schnitzel sorgt wieder einmal für Schlagzeilen. Wien hat mit 395 Euro vorgelegt, Kärnten kontert mit knapp 700 Euro – und plötzlich wird über ein Gericht diskutiert, das für die meisten wohl nur ein seltener Luxus bleibt.


 

Redaktion
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