Der Preis des Massentourismus: Capri verdoppelt Gebühren für Inselbesuch
Nach der Einführung von Eintrittsgebühren in Venedig, zieht die Insel im Golf von Neapel mit und verlangt ebenfalls fünf Euro von Besuchern.
Der Tourismus ist für viele Länder ein wichtiger Wirtschaftszweig, unter anderem auch für Italien. Trotzdem scheinen die Anstürme von Reisenden für die Umwelt und die Einheimischen einen bitteren Nachgeschmack zu hinterlassen. Die zahlreichen Besucher:innen waren nun mitunter der Grund, warum die Lagunenstadt Venedig für Tagestourist:innen eine Eintrittsgebühr von fünf Euro an 29 Tagen im Jahr verlangt.
Obwohl dem Beschluss ein ewiges Hin und Her voraus ging, wurde die Testphase dafür am 25.April nun gestartet. Medienberichten zufolge dürfte es bezüglich Eintrittsgebühren nicht bei Venedig bleiben, denn nun zieht auch die Insel Capri nach und verdoppelt kurzerhand die Eintrittsgebühren ebenfalls auf fünf Euro pro Kopf.
Mit Maß und Ziel
Während der Hochsaison strömen täglich rund 16.000 Tourist:innen auf die malerische Insel Capri im Golf von Neapel, die eine Fläche von etwa zehn Quadratkilometern und knapp 13.000 Einwohner hat. Trotz der Einführung einer Eintrittsgebühr von bisher 2,50 Euro hat sich der Besucheransturm nicht verlangsamt, und selbst eine Verdoppelung auf fünf Euro wird voraussichtlich kaum eine Auswirkung haben. Für Reisende ist besonders die Blaue Grotte, das antike »Schwimmbad« des römischen Kaisers Tiberius, ein besonderes Highlight der Insel.
Gemäß den Plänen der lokalen Behörden soll die Verdopplung der Abgabe dazu beitragen, den Besucherstrom zu »lenken«, wie Franco Cerrotta, stellvertretender Bürgermeister von Anacapri, einer der Gemeinden auf der Insel, im Gespräch mit den Medien erklärt hat. Das Ziel besteht darin, mehr Menschen dazu zu ermutigen, die Insel auch außerhalb der Hochsaison, insbesondere im Winter, zu besuchen.
Unmut wird laut
Offizielle Stellen auf der Insel erhoffen sich durch diese Maßnahme Einnahmen von circa vier Millionen Euro in diesem Jahr zu erzielen. Die Umsetzung der Gebühr ist bis einschließlich 31.Oktober diesen Jahres geplant und soll hauptsächlich Besucher:innen betreffen, die mit der Fähre aus Neapel oder etwa Sorrent kommen.
Wie es heißt, wurden auch die Tarife für Zugtickets zu den malerischen Dörfern der Cinque Terre an der ligurischen Riviera in Norditalien erhöht, um die Auswirkungen des Massentourismus einzudämmen. Als Resultat wurden während der Sommermonate und an den Feiertagen die Fahrpreise für sämtliche Routen innerhalb der Fahrstrecke Cinque Terre verdoppelt. Wie nicht anders zu erwarten ist, wird die Entscheidung das Eintrittsgeld und die Fahrkartenpreise zu erhöhen, von zahlreichen Einwohner:innen, die im Tourismussektor tätig sind, kritisiert und als schädlich für die Reisebranche angesehen.
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