Deutsche Mensa streicht Pommes, weil Studierende zu viel Geschirr stehlen
Hunderte von Tellern sind aus einer Mensa in Mainz verschwunden, was zu einer unerwarteten Konsequenz geführt hat: keine Pommes frites mehr.
Eine deutsche Universitätsmensa in Mainz hat Pommes vom Speiseplan gestrichen. Und zwar nicht weil sie sparen muss, sondern weil zu viel Geschirr von Studierenden entwendet wurde. In den Mensen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz verschwinden seit Monaten Teller, Schalen und Besteck in großem Stil.
Nach Angaben des Studierendenwerk Mainz sind innerhalb von vier Wochen rund 450 von 500 neu gekauften Kuchentellern abhandengekommen. Noch größer fällt der Schwund bei den Pommesschalen aus: Von 1.590 im Vorjahr gekauften Schalen sind aktuell nur noch etwa 100 im Umlauf. Deshalb konnten Pommes phasenweise nicht mehr angeboten werden.
Nach Einschätzung der Verantwortlichen befindet sich ein Großteil des Geschirrs weiterhin auf dem Campus – etwa in Büros, Teeküchen oder Studierenden-WGs. Erste Teile seien bereits zurückgebracht worden: Etwa 50 Kuchenteller sowie zehn bis 15 Pommesschalen seien wieder aufgetaucht. Das reiche jedoch bei Weitem nicht aus, um den laufenden Betrieb zu sichern, berichtet die FAZ.
Intervention mit Studierenden
In einer Krisensitzung wurden daher weitere Maßnahmen besprochen. Unter anderem ist ein halbjährlicher »Geschirr-zurück-Tag«, an dem entliehenes Mensageschirr gesammelt werden soll, geplant. Weiters steht die Idee eines günstigen »Ersti-Geschirr-Starterpacks« im Raum, um vor allem Erstsemestrige vom Mitnehmen des Geschirrs abzuhalten.
In erster Linie wird aber auf Eigenverantwortung gesetzt. Wer Speisen außerhalb der Mensa essen wolle, könne Pfand-Mehrwegboxen oder eigene Behälter verwenden. Geschirrschwund sei zwar auch an anderen Hochschulen ein bekanntes Problem, in Mainz habe er zuletzt jedoch ein ungewöhnliches Ausmaß erreicht.