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Hinter den mächtigen Mauern des Klosters Muri-Gries liegt der Weingarten Klosteranger, der einen großartigen Lagrein hervorbringt.

Hinter den mächtigen Mauern des Klosters Muri-Gries liegt der Weingarten Klosteranger, der einen großartigen Lagrein hervorbringt.
© Manuela Prossliner

Die Sieger der Südtirol-Lagrein Trophy 2025

Südtirol
Verkostung

Lagrein ist eine autochthone Rotweinsorte aus Südtirol und fast ausschließlich dort anzutreffen. Vor fünfzig Jahren noch vom Aussterben bedroht, zählt Lagrein heute zu den erfolgreichsten Rotweinsorten des Landes. Ursprünglich im Bozner Ortsteil Gries beheimatet, hat er sich inzwischen über das gesamte Gebiet Südtirols verbreitet.

Lagrein wird erstmals 1318 urkundlich erwähnt. Dabei dürfte es sich aber um den weißen Lagrein gehandelt haben, vom roten Lagrein ist erstmals im 17. Jahrhundert die Rede. Er ist, wie man heute weiß, eine Kreuzung aus dem Teroldego im nördlichen Trentino und dem Vernatsch. Lange Zeit diente Lagrein als Zusatz zum Vernatsch oder wurde als Lagrein Kretzer in Rosé-Form ausgebaut.

Erst in den 70er-Jahren tauchten die ersten reinsortigen Lagrein auf, damals als »Lagrein Dunkel« bezeichnet. Diese Weine waren zwar dunkel in der Farbe, zeigten sich aber oft rau und mit rustikalem Tannin. Gekonnte Interventionen im Weingarten, schonender Ausbau im Keller und der richtige Einsatz des Barriques haben schließlich den Erfolg gebracht.

Die heutigen Lagrein sind von erstaunlicher Geschmeidigkeit – ohne dabei ihren Charakter zu verlieren. Lagrein bringt tiefdunkle, rubin-violette Weine mit deutlicher Säure und intensivem Tannin. Die Aromatik ist geprägt von Kirschen, Brombeeren und edler Bitterschokolade.

Die ursprüngliche Heimat des Lagrein liegt im Ortsteil Gries der Stadt Bozen, wo er sich auf den tiefgründigen Schotterböden wohlfühlt. Auch die Hänge von St. Magdalena und Rentsch sind für den Lagrein sehr gut geeignet, ebenso die warmen Porphyrhänge um Auer, Branzoll und Siebeneich.

Newcomer holen Silber

Aus Bozen kommt auch der Sieger unserer Trophy: der Lagrein Klosteranger 2021 von Muri-Gries, ein grandioser Wein. Der Weingarten steht innerhalb eines mächtigen Klosters, mitten im Bozner Stadtgebiet. Der Lagrein-Pionier Christian Werth hat dort gerade den Stab an seinen Nachfolger Manfred Bernard übergeben.

Auch der drittplatzierte Wein stammt aus Bozen und ist ein Klassiker, der Taber der Kellerei Bozen – aktuell wohl der geschliffenste Lagrein am Markt. Zwischen diese beiden aber schiebt sich eine große Überraschung: Der Sconius Lagrein Riserva kommt aus Schenna, oberhalb von Meran. Das junge Weingut Pföstl hat damit einen Volltreffer gelandet, wir sind schon gespannt was da noch kommt!

ZUM GESAMTEN TASTING

1. Platz

Sattes Kirschrot mit violetten Reflexen. In der Nase ansprechend kühl mit Nuancen von Rosmarin, Nelken und Rumtopf. Im Nachhall reife Kirsche und dezenter Chili. Komplexes...
Trentino-Südtirol, Italien

2. Platz

Leuchtendes, tiefdunkles Rubin. Sehr duftige und ansprechende Nase nach Heidelbeeren und Veilchen, dazu etwas harzige Komponenten und dunkle Schokolade. Füllt den Gaumen satt...
Provincia Südtirol, Italien

3. Platz

Sattes, tiefdunkles Rubin mit schwarzem Kern. Intensive Nase, satte Noten nach Maul- und Holunderbeere, dazu etwas Zimt und dunkle Schokolade, sehr ansprechend. Am Gaumen viel...
Provincia Südtirol, Italien

Sortenprofil


Die Sorte
Lagrein ist eine Kreuzung aus Teroldego und Vernatsch. Die Aromatik wird bestimmt von Kirschen, Brombeeren und Schokolade.

Das Gebiet
Der Anbau von Lagrein ist fast ausschließlich auf Südtirol begrenzt, wo er knapp 550 Hektar bedeckt. Das klassische Anbaugebiet sind die tiefgründigen Schotterböden im Bozner Ortsteil Gries. Heute ist er auch in anderen Anbaugebieten zu finden.

 


Erschienen in
Falstaff Magazin Österreich Nr. 9/2025

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Othmar Kiem
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Direktor Falstaff Italien
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