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Diese Länder trinken den meisten Wein

Europa
USA

Wer trinkt am meisten Wein? Ein Blick auf die Länder mit dem höchsten Weinkonsum im Jahr 2024.

Im Jahr 2024 ist der weltweite Weinkonsum auf 214,2 Millionen Hektoliter gefallen – das niedrigste Niveau seit über sechzig Jahren. Der Rückgang um 3,3 Prozent gegenüber 2023 setzt eine Entwicklung fort, die seit 2018 anhält. Gründe sind vielfältig: von gestiegenen Preisen und wirtschaftlicher Unsicherheit bis hin zu veränderten Trinkgewohnheiten, besonders in klassischen Weinmärkten. Die Zahlen stammen von der International Organisation of Vine and Wine (OIV), die jedes Jahr den weltweiten Weinkonsum erfasst.

USA vor Europa

An der Spitze steht nach wie vor die USA. Dort wurden 33,3 Millionen Hektoliter konsumiert – deutlich mehr als in jedem anderen Land. Dennoch zeigt auch hier die Kurve nach unten: minus 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

In Europa bleibt Frankreich der größte Markt. Mit 23 Millionen Hektolitern liegt das Land zwar weiterhin klar vorne, doch auch hier ist ein Rückgang von 3,6 Prozent zu verzeichnen. Italien folgt knapp dahinter mit 22,3 Millionen Hektolitern, fast unverändert gegenüber 2023. Deutschland rangiert auf Platz drei in der EU und kommt auf 17,8 Millionen Hektoliter, was einem Minus von drei Prozent entspricht.

Lichtblicke und Ausreißer

Doch nicht überall ging der Konsum zurück. Spanien verzeichnete ein leichtes Plus von 1,2 Prozent und kam auf 9,6 Millionen Hektoliter. Auch Portugal konnte zulegen: Mit 5,6 Millionen Hektolitern liegt das Land sogar über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre und über dem Vor-Pandemie-Niveau.

Andere Länder dagegen bremsen stark: In den Niederlanden sank der Konsum um mehr als acht Prozent, in Rumänien sogar um elf Prozent.

Märkte im Wandel

Außerhalb Europas zeigt sich ein gemischtes Bild. Das Vereinigte Königreich bewegt sich mit 12,6 Millionen Hektolitern leicht rückläufig. Russland hingegen legte auf 8,1 Millionen Hektoliter zu. Besonders auffällig ist der Absturz in China: Der Konsum brach um fast 20 Prozent ein und fiel auf 5,5 Millionen Hektoliter – der niedrigste Stand seit über einem Jahrzehnt.

Auch in Japan wurde weniger Wein getrunken (3,1 Millionen Hektoliter, -4,4 %), ebenso in Kanada (-6,4 %). In Südamerika sinkt der Konsum in Argentinien und Brasilien weiter, während in Südafrika und Australien stabile Märkte bestehen bleiben.

Mehr als nur ein Trend

Kurzfristig drücken Inflation, höhere Produktionskosten und geopolitische Spannungen auf die Nachfrage. Langfristig verändern sich auch die Trinkgewohnheiten: In etablierten Märkten greifen jüngere Generationen seltener zum Wein. Damit steht die Branche vor einer doppelten Herausforderung – sie muss sich sowohl an neue wirtschaftliche Realitäten als auch an tiefgreifende kulturelle Veränderungen anpassen.


Redaktion
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