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Katharina Iglesias ist derzeit Deutschlands beste Sommelière. Die 30-Jährige entschied den Sommelier-Cup 2024 des deutschen Weininstitutes für sich.

Katharina Iglesias ist derzeit Deutschlands beste Sommelière. Die 30-Jährige entschied den Sommelier-Cup 2024 des deutschen Weininstitutes für sich.
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Dry January: Prickeln ohne Promille

alkoholfrei
Interview

Und mit was stoßen wir an? Die Frage stellt sich auch im Dry January, in dem immer mehr Menschen auf Alkohol verzichten. Deutschlands Top-Sommerlière Katharina Iglesias von der wineBANK Hamburg hat die Antwort.

Falstaff: Dry January – ist das für eine Sommelière überhaupt eine Option?

Katharina Iglesias: Ich kann nachvollziehen, dass man mal eine Pause beim Alkoholkonsum machen möchte, vor allem nach den Festtagen im Dezember. Allerdings spielt der Dry January für mich keine Rolle, da ich beruflich mit Alkohol zu tun habe und nicht einen kompletten Monat darauf verzichten kann. In der wineBANK in Hamburg gibt es jeden Donnerstag eine Afterwork-Weinverkostung. Spätestens da muss ich die Weine vorher probieren. Aber auch sonst muss ich viel verkosten. Wir haben eine große Weinkarte und da geht kein Wein raus, den ich oder meine Kollegin nicht selber getestet haben. Ich teile mir die alkoholfreien Phasen lieber aufs Jahr auf und mache immer mal wieder zwischendurch eine Pause.

Sind denn alkoholfreie Weine wirklich eine Alternative, wenn man mal eine Zeitlang »ohne« auskommen möchte?

Ich finde es generell schwierig, einen alkoholfreien Wein mit einem Wein mit Alkohol zu vergleichen. Es ist einfach eine komplett neue Getränkegruppe, auf die man sich einlassen muss. Vor allem die ganz spannenden Alternativen mit sehr wenig Zucker. Wenn man die für sich entdeckt, sich auf den eigenständigen Geschmack einstellen kann und nicht immer den Vergleich zu »normalen Wein« zieht, ist es in der Tat eine tolle Alternative!

Wie wird sich Ihrer Meinung nach der Markt der alkoholfreien Weine entwickeln?

Für mich ist der alkoholfreie Schaumwein schon eine tolle Variante. Das Prickeln im Glas verleiht dem Wein mehr Charakter, die Kohlensäure kann den fehlenden Alkohol geschmacklich kompensieren. Wohingegen der alkoholfreie Wein noch ein wenig braucht, damit er sich auch einem echten Vergleich stellen kann. Es ist wie damals beim ersten alkoholfreien Bier: Die Entwicklung braucht einfach Zeit. Den Trend zum alkoholfreien Wein gibt es ja auch noch nicht so lange und dafür sind wir schon unglaublich weit gekommen, was die Geschmacksnuancen in alkoholfreien Weinen betrifft: Ob er noch zusätzlich mit anderen Aromen verfeinert wird, die die Rebsorte unterstützen oder man für ihn Rebsorten auswählt, die von sich aus schon kraftvolle Fruchtaromen aufweisen, wie beispielsweise Muskateller oder Sauvignon Blanc.

Warum ist alkoholreduzierter Wein eigentlich meist süßer als das Original?  

Das liegt daran, dass durch den Entzug von Alkohol auch ein intensiver Geschmacksträger fehlt, der dann durch Zucker ersetzt wird. Ich glaube, dass es auf diesem Terrain aber noch große Entwicklungsmöglichkeiten gibt. Alkoholfreier Wein wird sicherlich in den nächsten fünf Jahren ein spannendes Thema.


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Brigitte Jurczyk
Autor
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