Leopold Museum Wien mit großer Kubin-Ausstellung
Die Frühjahrsausstellung setzt die Werke des Künstlers in den Dialog mit Zeitgenossen wie Goya.
Seit kurzem läuft im Wiener Leopold Museum eine eindrucksvolle Ausstellung: »Alfred Kubin. Bekenntnisse einer gequälten Seele zeigt das Schaffen des Künstlers«. Die Präsentation umfasst 248 Exponate, darunter 50 Archivalien. Der 1877 in Böhmen geborene und 1959 in Zwickledt verstorbene Grafiker, Schriftsteller und Buchillustrator hinterließ ein umfangreiches Werk. Er selbst hatte sich als »Organisator des Ungewissen, Zwitterhaften, Dämmerigen, Traumhaften« bezeichnet – seine Werke erscheinen vor dem Hintergrund kriegerischer Ereignisse daher heute besonders aktuelle und brisant.
Sein Schaffen wird bei der Ausstellung anhand zentraler Themen in einen Dialog mit kunsthistorischen Vorbildern sowie mit seinen Zeitgenossen gesetzt. Künstler wie Francisco de Goya, Odilon Redon, Gustav Klimt oder Edvard Munch zählten zu den Quellen seiner Inspiration. Aber auch von Autoren wie E.T.A. Hoffmann oder August Strindberg wurde Kubin beeinflusst. Kubins Schaffen ereignete sich vor dem Hintergrund politischer und gesellschaftlicher Umbrüche – etwa dem Niedergang des Habsburgerreichs und den Ereignissen der beiden Weltkriege. Die Ausstellung widmet sich darüber hinaus Kubins Projektionen des Weiblichen, welche durch frühe traumatische Erlebnisse geprägt waren. Bereits als Zehnjähriger hatte er durch den Tod seiner Mutter einen tragischen Verlust erlitten.
Zur Ausstellung, die bis 24. Juli läuft (täglich außer Dienstag 10 bis 18 Uhr, auch feiertags) erscheint ein umfangreicher Katalog in deutscher und englischer Sprache mit Essays von Annegret Hoberg, August Ruhs, Burghart Schmidt, Lena Scholz und Hans-Peter Wipplinger.