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Mehrweg: Jedem vierten Österreicher ist das Pfandsystem nicht klar

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Die Pfanderhöhung war ein längst überfälliger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Doch wie funktioniert das System bisher? Was denkt Österreich? Eine Umfrage im Auftrag von »fritz-kola« zeigt auf, was noch aufzuholen ist.

Anfang Februar wurde in Österreich das Pfand auf Mehrwegflaschen erhöht – ein Schritt, den 78 Prozent der Österreicher:innen laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag von »fritz-kola« begrüßen. Doch die Umfrage zeigt auch: Es gibt erhebliche Wissenslücken rund um das Pfandsystem. Viele Menschen erkennen Mehrwegflaschen nicht oder wissen nicht, was nach der Rückgabe mit ihnen passiert. Expert:innen fordern daher eine bessere Kennzeichnung und Aufklärung, um das Kreislaufsystem effizienter zu machen.

Wissenslücken beim Pfandsystem

Obwohl drei Viertel der Befragten angaben, sich gut mit dem Pfandsystem auszukennen, offenbaren Detailfragen Unsicherheiten:

  • 30 Prozent wissen nicht, woran Mehrwegflaschen zu erkennen sind.

  • 40 Prozent haben keine Vorstellung davon, was nach der Rückgabe mit den Flaschen passiert.

  • 28 Prozent glauben fälschlicherweise, dass Glasflaschen eingeschmolzen werden.

Gerade bei den 16- bis 29-Jährigen ist der Informationsstand besonders niedrig. Nur 47 Prozent dieser Altersgruppe wussten, dass Glas-Mehrwegflaschen mehrfach wiederverwendet werden.

Pfandhöhe als Schlüsselfaktor

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Umfrage: Die Höhe des Pfands beeinflusst das Rückgabeverhalten maßgeblich. Seit der Einführung des neuen 20-Cent-Pfands geben 81 Prozent der Befragten an, Mehrwegflaschen sowie PET-Flaschen und Dosen häufiger zurückzubringen.

Die Brauwirtschaft hat seit Jahren darauf gedrängt, das Pfand auf Bierflaschen zu erhöhen. Die Rücklaufquote ist entscheidend, und wir lernen gerade, dass es nicht nur ums Zurückbringen geht, sondern auch darum, es richtig zu machen.
Florian Berger, von der WKÖ

Die wichtigsten Facts

Das Einweg-Pfandsystem wurde am 1. Jänner 2025 eingeführt, um Plastik- und Metallverpackungen nachhaltiger zu recyceln.

Die Pfandhöhe beträgt 25 Cent für Einweg-Plastikflaschen und Getränkedosen, bei Mehrweggebinden gelten unterschiedliche Beiträge je nach Art der Verpackung (Glas ist bei 20 Cent).

Betroffene Getränke sind Wasser, Softdrinks, Säfte, Energy-Drinks, alkoholische Getränke wie Bier und Mischgetränke. Diese sind oft mit den Logos »Einweg« oder »Mehrweg« gekennzeichnet. Ausnahmen: Milch, Sirupe, Wein, Spirituosen und Tetrapack.

Leergut kann in Supermärkten, Tankstellen, Kiosken und anderen Verkaufsstellen mit Pfandautomaten oder manueller Annahme zurückgegeben werden. Wichtig ist, dass es richtig zurückgegeben wird: leer und (bei Kunststoff) nicht zerdrückt. Das Pfand wird beim Kauf bezahlt und bei Rückgabe erstattet.

Wie funktioniert es nun genau?

Expert:innen sind sich einig: Mehrwegflaschen schonen Ressourcen, reduzieren Abfall und fördern die Kreislaufwirtschaft. »Sie werden nach der Rückgabe in Kisten gesammelt, gewaschen und neu befüllt – dieselbe Flasche kann also immer wieder in den Verkauf kommen,« erklärt Daniela Einsiedler von »DIE UMWELTBERATUNG«. Glasflaschen können nämlich bis zu 50-mal wiederverwendet werden, während Einwegflaschen nach der Nutzung geschreddert und neu produziert werden müssen – ein ressourcenintensiver Prozess.

Die Standardisierung von Flaschen, wie es im Bierbereich mit der 0,33-Liter-Flasche bereits erfolgreich umgesetzt wurde, könne die Nutzung weiter vereinfachen. Und Weinflaschen? »Wir versuchen gerade eine mehrwegtaugliche Weinflasche zu entwickeln. Man muss sich hier nur mit den Winzer:innen einigen. Die Steirer machen es vor, hier besteht bereits eine regional,« so Christian Pladerer (Österreichisches Öko-Institut).

»Jede einzelne Flasche zählt!«

Um Wissenslücken zu schließen und die Akzeptanz des Pfandsystems weiter zu stärken, startet »fritz-kola« die Aufklärungskampagne »re-tour«. Vom 27. bis 29. März wird in Wien an verschiedenen Standorten über das Mehrwegsystem informiert:

  • 27. März (Donnerstag): 10-16 Uhr, Universität Wien
  • 28. März (Freitag): 10-13 Uhr, Institut für Sport- und Bewegungswissenschaft, Universität Wien, Auf der Schmelz 6A, 1150 Wien
  • 28. März (Freitag): 14-16 Uhr, BILLA Plus Jedleseer Str. 51A, 1210 Wien
  • 29. März (Samstag): 10-16 Uhr, MuseumsQuartier Wien

Ziel ist es, Bewusstsein für die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft zu schaffen und praktische Tipps für die richtige Rückgabe von Mehrwegflaschen zu geben. »Jede einzelne Flasche zählt!«, betont Florian Weins, Geschäftsführer »fritz-kola«. »Unser Ziel ist es, den Konsum von Glas zu erhöhen und Plastik zu reduzieren – die österreichische Getränkeindustrie kann hier als Vorbild für Deutschland dienen.«

»fritz-kola« Re-tour Bus
© Paul Ambrusch
»fritz-kola« Re-tour Bus

 

Kristina Mitrovic
Kristina Mitrovic
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