Neuer Wiesn-Wirt: Flößerstadl ersetzt Münchner Stubn auf dem Oktoberfest
Wochenlang wurde spekuliert, jetzt ist die Entscheidung gefallen: Auf dem Oktoberfest 2026 bekommt ein neuer Wirt die Chance auf einen der begehrtesten Standorte der Wiesn. Doch die Zeit drängt.
Nach einem wochenlangen Vergabekrimi steht fest, wer die Nachfolge der ursprünglich geplanten Münchner Stubn antreten wird: Der Münchner Gastronom Klaus Bartl erhält den Zuschlag für ein neues Wiesnzelt. Unter dem Namen Flößerstadl soll er bereits beim diesjährigen Oktoberfest Gäste bewirten – obwohl bis zur Eröffnung nur noch wenige Wochen bleiben.
Die Entscheidung gab Münchens Wirtschaftsreferent und Wiesnchef Christian Scharpf bekannt. Demnach soll Bartl einen Vertrag für eine Hühnerbraterei erhalten. Dass ausgerechnet er nun zum Zug kommt, ist für den Gastronomen ein besonderer Moment: In den vergangenen Jahren hatte er sich mehrfach um einen Platz auf der Wiesn beworben – bislang ohne Erfolg.
Aufbau unter Hochdruck
Die Herausforderung könnte allerdings kaum größer sein. Während auf der Theresienwiese viele Festzelte bereits seit Ende Juni aufgebaut werden, muss Bartls Team innerhalb von rund zehn Wochen ein komplett neues Zelt errichten und den Betrieb vorbereiten. Eine logistische Mammutaufgabe, die normalerweise deutlich mehr Vorlauf benötigt.
Dennoch zeigt sich die Stadt optimistisch. Laut Wiesnchef Scharpf sei die Unterstützung innerhalb der Münchner Wirtefamilie groß. Die Solidarität unter den Festwirten soll dabei helfen, den engen Zeitplan einzuhalten und das Flößerstadl pünktlich zum Oktoberfest zu eröffnen.
Warum der Platz plötzlich frei wurde
Eigentlich war der Standort bereits vergeben. Der Münchner Gastronom Alexander Egger hatte den Vertrag der Stadt zunächst erhalten, ließ jedoch die Frist zur Unterzeichnung verstreichen. Weshalb er den Zuschlag letztlich nicht annahm, blieb bislang offen.
Bartl, der unter anderem die »Almwirtschaft« in Haar sowie den Campingplatz in München-Thalkirchen betreibt, rückt damit überraschend nach und erfüllt sich den lang gehegten Traum eines eigenen Wiesnzelts.
Der Rechtsstreit geht weiter
Mit der Besetzung des letzten freien Platzes ist die Diskussion um die Vergabe der Wiesnzelte allerdings nicht beendet. Egger stellt das bisherige Verfahren grundsätzlich infrage und lässt gerichtlich prüfen, ob große Festzelte künftig europaweit ausgeschrieben werden müssten. Aus seiner Sicht soll dadurch mehr Chancengleichheit für Bewerber geschaffen werden.
Die Münchner Festwirte sehen das kritisch. Sie befürchten, dass eine europaweite Ausschreibung die gewachsene Struktur des Oktoberfests verändern und traditionelle Familienbetriebe verdrängen könnte.
Auf die diesjährige Wiesn dürfte das Verfahren jedoch keinen Einfluss mehr haben. Die großen Traditionszelte befinden sich bereits im Aufbau – und mit dem Flößerstadl steht nun auch der letzte offene Platz auf der Theresienwiese fest.