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Gusseisen für Generationen: Le Creuset steht seit 100 Jahren in Küchen

Jubiläum
Küche
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Da steht er, der Bräter von Le Creuset. Ein oranges Objekt der Begierde unter Kochbegeisterten. Die französische Marke feiert ihr 100-jähriges Bestehen und Falstaff fragt sich: Was macht diesen Topf zur Ikone?

Der Deckel hebt sich schwer, und ein feiner Duft füllt die Küche. Der gusseiserne Topf, inzwischen matt und an einer Seite angekratzt, hat schon alles gesehen – ausser ein Ende. Le Creuset ist eine französische Kochgeschirrmarke, aber auch ein farbenfrohes Designobjekt. Die gusseisernen Töpfe sind ein Symbol dafür, dass zu Hause gekocht wird, und zwar gut.

Im Jahr 2025 feiert die Marke ihr 100-jähriges Bestehen. 1925 lancierten zwei Belgier, Armand Desaegher und Octave Aubecq, den ersten Bräter aus emailliertem Gusseisen in der Originalfarbe Ofenrot. Inmitten grauer Töpfe entpuppte er sich als Verkaufshit. Aber was macht diese Bräter eigentlich so besonders?

Heiße Ware

Eine ganze Woche dauert es, bis ein Gusseisentopf produziert ist. Die Produktionsstätte liegt in der Kleinstadt Fresnoy-Le-Grand, etwa eine Autostunde nördlich von Paris. In der Fabrik wird mit über 1500 °C heissem Gusseisen gearbeitet, die Funken fliegen. Für jeden einzelnen Topf, Bräter oder Pfanne werden zwei Formen aus speziellem Sand hergestellt, die zusammengepresst und so befestigt werden, dass zwischen den beiden Formen nur ein kleiner Abstand bleibt. Dieser Raum wird mit dem flüssigen Eisen gefüllt und ergibt das unikate Endprodukt.

Das Rohmaterial, eine geheime Mischung aus Roheisen, Stahl, recyceltem Eisen und weiteren Bestandteilen, wird in einem riesigen Kessel geschmolzen. Via Transportbehälter gelangt das flüssige Eisen in eine Giessmaschine, die das flüssige Gusseisen in die Sandformen portioniert. Nach dem Abkühlen wird das Eisen aus der Form gelöst. In diesem Stadium sind die Stücke aussen rau und werden deshalb in mehreren Schritten maschinell und manuell gesäubert und geglättet. Dann folgt das Auftragen der Emaille.

Jedes Produkt erhält zwei Emaille-Schichten. Die erste ist farblos und wird als Grundierung bei 840 °C gebrannt. Diese erste Schicht erleichtert das Auftragen der zweiten Schicht in den bekannten Farben. Danach trocknen sie an der Luft und sind bereit für den letzten Brennvorgang. Dadurch wird die Emaille beständig, widerstandsfähig und hygienisch. Töpfe, die den Qualitätstest nicht bestehen, werden wieder eingeschmolzen und wiederverwendet. Dasselbe geschieht mit den beiden Sandformen.

Mittlerweile gibt es die vielseitigen Töpfe in weltweit etwa 60 Farben, zuletzt kam in der Jubiläumsedition Flamme Dorée (frz. goldene Flamme) dazu. Besonders beliebt sind die hohen runden oder ovalen Bräter. Man kann darin scharf anbraten oder langsam garen, sie auf dem Herd erwärmen, aber auch im Ofen oder auf dem Grill. Und von dort direkt auf den Tisch stellen, denn die Gefässe halten Speisen warm. Gusseisen ist ein Hitzespeicher, der – einmal erwärmt – nur wenig Hitzezufuhr braucht, um warm zu bleiben.

Auf jedes Produkt von Le Creuset, das nach 1999 hergestellt wurde, bekommen Kund:innen eine Garantie von 30 Jahren. Wenn man es nicht gerade darauf anlegt, die Bräter zu zerstören, halten sie aber auch ein Leben lang. Im Idealfall haben auch die folgenden Generationen Freude daran. Ein gebrauchter Le Creuset hat irgendwie sowieso mehr Charme als ein nagelneuer, oder nicht?


 

Linda Carstensen
Linda Carstensen
Portalmanagerin Schweiz und Autorin
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