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© Shutterstock/Margo Basarab/Symbolbild

Preisduell im Café: So stark unterscheiden sich die Kaffeepreise

Restaurant
Café
Preiserhöhung
Bierpreise

Der Ländervergleich liefert überraschende Ergebnisse: Relativ zum Einkommen müssen Österreicher:innen beim Besuch im Café tiefer in die Tasche greifen als Schweizer:innen und Deutsche.

Im DACH-Raum klaffen die Preise für Bier und Kaffee auseinander. In der Schweiz sind sie am höchsten, in Deutschland am niedrigsten, Österreich bewegt sich im Mittelfeld. Doch erst der Blick auf die Einkommen zeigt, wo ein Kaffeehausbesuch wirklich ins Gewicht fällt. Vergleiche zu ziehen ist ein nützlicher Anhaltspunkt, um die Erschwinglichkeit in den Städten zu eruieren, berichtet das Online-Portal Chef's Pencil. Die verwendeten Daten kommen von der Crowdsourcing-Datenbank Numbeo.

Wer mehr verdient, kann sich mehr leisten. In Zürich liegt das durchschnittliche Nettoeinkommen bei rund 7700 Euro, in Wien bei 2800, in Berlin bei knapp 3000. Ein Mitttagsmenü etwa macht in Zürich 1,6 Prozent des Monatslohns aus, in Wien 2,8 Prozent, in Berlin 2,3 Prozent.

Schweiz am erschwinglichsten

Im globalen Vergleich landet Bern sogar auf Platz drei. Bei dem Ranking werden die Lebens- und Unterhaltungskosten in verschiedenen Ländern untersucht. Das mag überraschend sein, ist die Schweiz doch dafür bekannt, ein teures Pflaster zu sein. Berücksichtigt man jedoch die sehr hohen lokalen Löhne, ist ein Lokalbesuch für die Einwohner:innen hier günstiger als in fast jeder anderen Stadt weltweit. Generell kann gesagt werden: Im Europa-Schnitt dominiert die Schweiz in Sachen Erschwinglichkeit: Bern, Zürich und Genf gehören zu den Städten, in denen man im Verhältnis zu den lokalen Löhnen am günstigsten auswärts essen und trinken kann.

In Europa hängt die Erschwinglichkeit weniger vom Preis als vielmehr vom Gehalt der Einwohner:innen ab. Bern (0,38 %) und Zürich (0,39 %) gehören trotz einiger der weltweit höchsten absoluten Preise für Mahlzeiten in Betrachtnahme der hohen Löhne weiterhin zur globalen Spitzengruppe.

Kleiner Genuss im Alltag

Für viele Menschen ist der Kaffee Teil eines täglichen Rituals. Aber wie leistbar ist es, jeden Tag einen Kaffee im Café zu trinken? Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Betrachtet man den Preis für Kaffee im Verhältnis zum durchschnittlichen lokalen Gehalt, so gibt es frappierende Unterschiede.

Der Cappuccino ist das Alltagsprodukt, das jeder kennt – und er macht die Unterschiede greifbar. In Berlin oder Graz zahlt man rund 3,80 Euro, in Wien knapp 4,50, in Zürich 5,50. Damit kostet der Kaffee in der Schweiz ein Drittel mehr als in Österreich. Doch auch hier gilt: Mit einem Median-Einkommen von über 7.000 Euro netto ist ein Schweizer Cappuccino ökonomisch weniger schmerzhaft als einer in Wien.

Beim Bier zeigen sich die größten Preisgegensätze. In Berlin kostet der halbe Liter 4,50 Euro, in Wien etwas über fünf Euro. In Zürich und Genf hingegen sind acht Euro fällig – fast das Doppelte. Absolut ist das eine enorme Differenz. Relativ zum Einkommen kehrt sich das Bild: Wer in Zürich lebt, gibt für das Bier weniger vom Monatsgehalt aus als jemand in Wien oder Graz.

Die Schweiz bleibt ein Sonderfall: hohe Preise. Diese werden durch die hohen Löhne in der Schweiz abgefangen. In Österreich hingegen spürt man die Ausgaben stärker, auch wenn die Rechnung niedriger ist. Deutschland liegt am komfortabelsten im Mittelfeld.

Österreich liegt beim Ausgehen preislich zwischen Deutschland und der Schweiz. Jedoch ohne die Schweizer Gehälter – denn das Medianeinkommen ist in Österreich bei weitem nicht so hoch. Das macht Lokalbesuche in der Alpenrepublik spürbar teurer, auch wenn die Rechnung niedriger aussieht. In der Schweiz hingegen mildern hohe Einkommen die schmerzhaften Preise. Für Gäste bleibt aber der Eindruck, dass das Land sehr teuer ist. Für Einheimische gilt das nur bedingt.


Miriam Al Kafur
Digital Redakteurin
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