Ramen-Überdosis: Kann die japanische Nudelsuppe krank machen?
Dampfende Nudelsuppe mit tödlicher Nebenwirkung? Japanische Forscher schlagen Alarm: Zu viel Ramen kann das Sterberisiko erhöhen – doch was bedeutet das für uns in Europa?
Kaum ein Gericht hat sich in den letzten Jahren so rasant vom Streetfood zum globalen Trend entwickelt wie Ramen. Die dampfenden Schalen voller Nudeln, Brühe, Gemüse und Ei gelten auch hierzulande mittlerweile als regelrechtes Soulfood: wärmend, wohltuend, gesund – könnte man meinen. Doch eine japanische Studie sorgt jüngst für Schlagzeilen: Wer regelmäßig Ramen isst, könnte gesundheitlich schlechter dastehen.
Die Forschenden der Yamagata-Universität begleiteten 6725 Männer und Frauen ab 40 Jahren, um den Zusammenhang zwischen Ramen-Konsum und Sterblichkeit zu untersuchen. Die Teilnehmer wurden gefragt, wie häufig sie Ramen essen: ein- bis dreimal im Monat, wöchentlich oder noch öfter. Besonders auffällig: Menschen, die drei- oder mehrmals pro Woche Ramen genießen, wiesen ein um den Faktor 2,2 erhöhtes Sterberisiko auf – vor allem Männer unter 70 Jahren.
Salz, Kohlenhydrate und Gesundheitsrisiken
Die Gründe liegen auf der Hand. Eine klassische Portion Ramen enthält enorme Mengen an Salz, oft mehr, als das empfohlene Tageslimit erlaubt. Dauerhaft hoher Natriumkonsum kann Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere gesundheitliche Probleme begünstigen. Hinzu kommt der hohe Anteil an raffinierten Kohlenhydraten in den Nudeln, die den Blutzuckerspiegel schnell steigen lassen und langfristig das Risiko für Insulinresistenz und Diabetes erhöhen können. Wer dazu noch regelmäßig Alkohol trinkt, steigert die Risiken zusätzlich.
Keine Panik für Gelegenheitsesser
Wer jetzt in Panik gerät, weil er zum zweiten Mal im Monat Ramen gegessen hat, kann aufatmen. Die Studie basiert ausschließlich auf japanischen Essgewohnheiten – dort gehören Ramen für viele Menschen zum festen Speiseplan, teilweise sogar täglich. In Europa und anderen Regionen ist der Konsum deutlich seltener. Die alarmierenden Zahlen spiegeln also nicht wider, wie wir hierzulande genießen. Wer ab und zu eine dampfende Schüssel Ramen isst, muss sich keine Sorgen machen. Die Botschaft bleibt dennoch: die Dosis macht den Unterschied.