Ruinart Blanc Singulier: Champagner, der dem Klimawandel trotzt
Schmeckt so der Klimawandel? Mit der neuen Chardonnay-Champagner-Reihe aus dem Hause Ruinart sind die Auswirkungen des Klimawandels nicht nur im Glas erlebbar, sie geben auch einen Ausblick auf die Zukunft des edlen Schaumweins.
In vielerlei Hinsicht versucht die Champagne, die wohl bekannteste Weinregion der Welt, sich neu zu erfinden: Schon seit einigen Jahren bemüht sich das gesamte Gebiet um mehr Nachhaltigkeit im Anbau, sei es durch das Vorantreiben von Biodiversität durch strategische Heckenbepflanzung in den Weinbergen oder die Reduktion von energieaufwendigen Verpackungen mit leichteren Alternativen.
Das älteste Champagnerhaus der Region, Maison Ruinart, ist an vielen dieser Veränderungen beteiligt – so zum Beispiel mit einer intensiven Biodiversitätsinitiative im Weinberg Taissy – geht aber auch ganz eigene Wege.
Unvorhersehbar
So hat man mit der Reihe Edition Blanc Singulier eine Reihe von Chardonnay-Champagnern geschaffen, in denen die Auswirkungen des Klimawandels auf den Anbau zur Geltung kommen. Kellermeister Frédéric Panaiotïs stellt sich mit diesen experimentellen Abfüllungen den Herausforderungen, die der Klimawandel den Weinbau darstellt. Diese Herausforderungen haben zwar Tendenzen, wie eine stetig steigende Temperatur, die die Ernten erheblich verfrüht, sind aber auch von Jahr zu Jahr individuell und unvorhersehbar. Die Edition Blanc Singulier 2019, die dieses Jahr erstmals auch in Restaurants in Deutschland genossen werden kann, ist geprägt von Rekordtemperaturen, die zu einer außergewöhnlich frühen Ernte führten. Dies äußert sich durch eine saftige Nase und geschmackliche Präzision, der es aber nicht an Komplexität mangelt.
Im Vergleich dazu hatte der Weinbau 2024 mit starken Regenfällen zu kämpfen, wobei die Champagne im Vergleich zu Regionen wie dem Jura noch sehr glimpflich davongekommen ist. Dementsprechend wird ein Blanc Singulier des Jahres 2024 einen ganz anderen Charakter aufweisen, als die Edition 2019.
Ziel der Experimente mit dem Blanc Singulier ist laut Frédéric Panaiotïs nicht zuletzt, herauszufinden, wie sich der Champagner durch den Klimawandel verändert und unter welchen Bedingungen noch ein Produkt der Spitzenklasse entstehen kann.
Beginn einer neuen Ära
Parallel zu diesen Entwicklungen hat das Maison Ruinart jüngst ein neues Brand Home in Reims eröffnet. Gegenüber des Herrenhauses, das die Flaschenproduktion und die Kreidekeller des Hauses beherbergt, erstrahlt nun der von Sou Fujimoto entworfene Pavillon Nicolas Ruinart. Die Eröffnung des Pavillons, der in beeindruckendem Kontrast zum Herrenhaus steht, markiert auch den Beginn einer neuen Ära für Besucher: Ab sofort gibt es die Möglichkeit das Maison Ruinart durch eine Tour des Gartens, der Kreidekeller und Tastings kennenzulernen. Gerade der Besuch der Kreidekeller lohnt sich, da er einen vorbei an den mit diversen Kunstwerken ausgestatteten Gärten und der Hochglanz-Ästhetik des Pavillons zum Ort der tatsächlichen Champagnerproduktion führt.
Ein Besuch der Keller beginnt mit einem Einblick in den Prozess der Versiegelung der Flaschen, bevor man eine weitere Treppe nach unten steigt und die Lagerung der Flaschen begutachten kann. Durch unterirdische Gänge, die an Schauplätze aus James Bond Filmen erinnern und an deren Wänden tausende Champagnerflaschen gestapelt sind, gelangt man schließlich in die märchenhaft schönen, Crayère genannten, Kreidestollen. Bis zu achtunddreißig Meter unter der Erde werden hier Champagnerflaschen gelagert, bis sie das Licht der Welt erblicken. Bei diesem Anblick besinnt man sich bestens auf den handwerklichen Aspekt des doch sehr kommerziellen Produktes Champagner. Wieder über der Erde kann man sich umso mehr auf die Verkostung freuen. Dafür stehen zum Beispiel die neuen, spät degorgierten Jahrgangschampagner des Hauses zur Verfügung, die exklusiv in der 4 Rue de Crayère erhältlich sind.
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