Steffen Henssler verkauft »Ahoi«-Restaurantkette
Nach einem turbulenten Jahr voller Rückschläge verabschiedet sich der TV-Koch Steffen Henssler von seiner Restaurantmarke »Ahoi«. Zum Jahresende 2024 übernimmt die »Jaclavis GmbH« die Kette vollständig.
Steffen Henssler, einer der bekanntesten TV-Köche Deutschlands, hat genug: Der Gastronom zieht sich zusammen mit seinem Bruder Peter aus der von ihnen gegründeten Restaurantkette »Ahoi« zurück. Dies markiert das Ende eines Jahres, das für die Henssler-Brüder geprägt war von Krisen und Negativschlagzeilen.
Die Marke, die bisher von der Henssler Gastro GmbH geführt wurde, geht vollständig in den Besitz der Jaclavis GmbH über. Unter der Leitung von Theo Bührmann wird das Unternehmen künftig die Geschicke der zwölf »Ahoi«-Standorte lenken. Acht der Restaurants arbeiten im Franchisemodell, während vier direkt betrieben werden – darunter Standorte in Hamburg, Travemünde und St. Peter-Ording.
Krisen im Henssler-Imperium
Der Rückzug kommt nicht überraschend: Die Henssler-Restaurants standen 2024 massiv unter Druck. Besonders ein Hygieneskandal in der Bremer Filiale »Ahoi« sorgte für mediales Aufsehen. Bei einer Kontrolle wurden dort großflächige Schimmelablagerungen und verschmutzte Regalböden festgestellt. Peter Henssler sprach von einem »bedauerlichen Einzelfall«, doch der Imageschaden war enorm.
Weitere Rückschläge folgten: Ein Fettbrand in der Hamburger Filiale an der Spitalerstraße erforderte einen Feuerwehreinsatz, während zwei Bremer Restaurants der Marke »Happi by Henssler« nach wenigen Monaten schließen mussten. Das Konzept der südostasiatischen Küche habe nicht gezündet, erklärte Peter Henssler. Auch in Hannover und Bremen mussten Standorte dichtmachen.
Zusätzlich erschütterten Insolvenzanträge mehrerer Sushi-Lokale das Henssler-Imperium. Betroffen waren unter anderem die »GO by Steffen Henssler Delivery & Events GmbH« sowie Sushi-Lieferdienste in München, Frankfurt und Berlin.
Ein Neuanfang für »Ahoi«
Trotz der schwierigen Umstände versichern die neuen Eigentümer, dass der Übergang reibungslos verlaufen soll. »Für Mitarbeiter, Franchisenehmer und Geschäftspartner wird sich nichts ändern«, betonte die Jaclavis GmbH in einer Pressemitteilung. Alle bestehenden Verträge und Partnerschaften sollen unverändert fortgeführt werden.
Peter Henssler, der ebenfalls aus der Geschäftsführung ausscheidet, zieht dennoch ein positives Fazit: »Wir sind stolz darauf, was wir mit Ahoi erreicht haben, und freuen uns, die Marke in erfahrene Hände zu geben.«
Für Steffen Henssler bedeutet der Verkauf möglicherweise eine Chance, sich nach einem Jahr voller Rückschläge neu zu orientieren – sei es im TV, in der Gastronomie oder mit neuen Projekten.
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