Wenn ein Roboter kocht: Wie »Achim« ein Hamburger Lokal revolutioniert
»Achim« kennt weder Müdigkeit noch Urlaubsanspruch. In Hamburg sorgt der erste Kochroboter der Hansestadt im »Z’amme« für Aufsehen: Mit Klassikern aus der deutschen und (süd)tiroler Küche vereint er Handwerk, Heimat und Hightech auf einem Teller.
Im Hamburger Stadtteil Barmbek kocht seit Kurzem ein Roboter. Und das ziemlich gut. »Achim« heißt der erste vollautomatisierte Küchenhelfer der Stadt, der im Takeaway-Lokal »Z’amme« traditionelle Gerichte aus Deutschland und Südtirol zubereitet. Bis zu 150 Portionen schafft der Roboter pro Tag, und zwar frisch, einzeln und in wenigen Minuten.
Acht Gerichte gleichzeitig, über 100 pro Stunde: »Achim« bedient sich selbstständig aus einer Kühlwand mit 18 vorbereiteten Zutaten und sechs Saucen. Auf der Speisekarte stehen unter anderem Königsberger Klopse, Hühnerfrikassee, Linseneintopf, Käsespätzle, Currywurst oder Kaiserschmarrn. Die deftige Hausmannskost wird in vegetarischen und veganen Varianten serviert; auf Wunsch ist sie inzwischen aber auch mit Fleisch erhältlich.
Hinter dem Konzept stehen Jan Berlemann und Lars Bäumer. Die beiden Food-Unternehmer haben sich im Hamburger »Foodlab« kennengelernt. Mit »Z’amme« verfolgen sie das Ziel, eine Marktlücke zu schließen: klassische Gerichte in moderner Interpretation in Verbindung mit innovativer Küchentechnik. Der Roboter stammt vom Hamburger Unternehmen »GoodBytz« und wurde so programmiert, dass er alle Handgriffe eines Kochs ausführen kann. Entstanden ist er in Zusammenarbeit mit professionellen Köchen.
»Es geht nicht darum, Menschen in der Küche zu ersetzen«, sagt Jan Berlemann. »›Achim‹ übernimmt lediglich die monotone Arbeit, bei der es auf Wiederholbarkeit und Geschwindigkeit ankommt.«
Die finale Zubereitung bleibt dennoch Aufgabe der beiden Gründer: Berlemann und Bäumer richten die Gerichte an und entwickeln gemeinsam mit einem befreundeten Koch laufend neue Rezepturen.
Neben dem Abendangebot liefert »Z’amme« seit Kurzem auch mittags. Ergänzend zur Hausmannskost gibt es jetzt Salate, Bowls und Pastagerichte. Dafür ist ein zweiter Roboter im Einsatz. Geliefert wird im Umkreis von fünf Kilometern. Für Selbstabholer:innen gibt es ein Fenster in der Wand, durch das man dem Roboter bei der Arbeit zusehen kann.
»Unsere Kund:innen sind jedenfalls begeistert«, so Berlemann.