Werden zu Ostern die Eier knapp?
Droht an Ostern der Eier-Engpass? Hohe Nachfrage, Vogelgrippe und sinkende Bestände bringen den Markt ins Wanken. Warum sich frühes Einkaufen lohnt – und warum Deutschland trotzdem nicht mit US-Zuständen rechnen muss.
Ostern ohne bunte Eier? Kaum vorstellbar! Jedes Jahr werden hierzulande Hunderte Millionen Eier gefärbt, versteckt und verzehrt – doch in diesem Jahr könnte es kniffliger werden als sonst. Der Präsident des Bundesverbands Ei, Hans-Peter Goldnick, gibt gegenüber der Deutschen Presse Agentur zwar Entwarnung, dass die Supermarktregale nicht völlig leer bleiben, dennoch könne es zu Engpässen bei bestimmten Sorten kommen. »Der eine möchte Bio, der andere weiß, der nächste groß – hier kann es regional zu Engpässen kommen«, erklärt er.
Doch warum sind Eier momentan so knapp? Und drohen in Deutschland Zustände wie in den USA, wo Kunden in manchen Regionen bereits leere Regale vorfinden?
Warum Eier derzeit Mangelware sind
Eier sind ein typisches Produkt mit saisonalen Schwankungen. Nach Weihnachten, wenn der Bedarf besonders hoch ist, wird die Produktion oft gedrosselt, und viele Betriebe nutzen die Zeit, um ihre Herden auszutauschen. Ältere Legehennen werden gekeult, während neue Hühner erst nach einigen Monaten die volle Legeleistung erreichen.
Doch in diesem Jahr verschärfen zusätzliche Faktoren die Lage. Einer der Hauptgründe ist die Vogelgrippe, die in Deutschland und vielen anderen Ländern immer wieder zu Keulungen ganzer Legehennen-Bestände führt. Besonders betroffen sind Norddeutschland sowie Länder wie die Niederlande, Italien und die USA.
Ein weiteres Problem: In den Niederlanden wird der Hühnerbestand aus umweltpolitischen Gründen reduziert. Da Deutschland einen Großteil seiner Eier importiert – 2023 stammten nur rund 73 Prozent der verbrauchten Eier aus heimischer Produktion –, wirkt sich das direkt auf das Angebot in deutschen Supermärkten aus.
Eierkrise in den USA
Während sich die Lage hierzulande noch unter Kontrolle befindet, sieht es in den USA bereits deutlich dramatischer aus. Dort haben sich die Eierpreise in einigen Bundesstaaten mehr als verdoppelt, und liegen bei 7 bis 9 US-Dollar pro Dutzend. Manche Supermärkte mussten die Abgabe pro Kunde begrenzen. Grund sind nicht nur die massiven Verluste durch Vogelgrippe, sondern auch stark gestiegene Futter- und Energiekosten.
»Eine solche Entwicklung erwarten wir in Deutschland nicht«, beruhigt Goldnick. Der Grund: Langfristige Verträge zwischen Händlern und Produzenten sorgen dafür, dass sich Preissteigerungen erst mit Verzögerung bemerkbar machen. Viele dieser Verträge werden im August für ein Jahr geschlossen, sodass sich der aktuelle Engpass frühestens im Herbst in den Ladenpreisen niederschlägt.
Die Lösung für Verbraucher
Auch wenn es zu Ostern genügend Eier geben wird, empfiehlt der Bauernverband, nicht bis zur letzten Minute zu warten. Eier sind bei richtiger Lagerung mehrere Wochen haltbar und können daher problemlos frühzeitig gekauft werden. Vor allem aber wer auf eine bestimmte Qualität oder Größe Wert legt, sollte lieber vorsorgen.
Neben den aktuellen Problemen gibt es auch einen langfristigen Trend, der den Eiermarkt beeinflusst: Eier sind beliebter denn je. 2024 lag der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei 244 Eiern – acht mehr als im Vorjahr. Der Grund? Eier gelten als nachhaltige Proteinquelle mit einer vergleichsweise guten CO₂-Bilanz, was sie besonders für umweltbewusste Konsumenten attraktiv macht.
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