Stammgäste werden sich nach wie vor wie zu Hause fühlen. Der grosszügige Gastraum; der herrliche Garten; das Stübli, von dem manche Basler sagen, es sei das schönste der Stadt: alles noch da. Im vorvergangenen Jahr hatte der langjährige Wirt Adriano Giordano angekündigt, sich zu verabschieden, 2024 war Schluss, danach blieb manches in der Schwebe, doch nun ist die «Mägd» wieder da, diesmal unter Leitung von Alexandre Kaden. Lebendig wie eh und je – und das schon am Mittag. Wir hatten reserviert und stellten fest, dass dies eine gute Idee war. Der Laden brummte nämlich, was den Kellner nicht davon abhielt, schnell nach Speisen- und Getränkewünschen zu fragen. Doch was nehmen? Polpo alla griglia oder die hausgemachten Ravioli? Risotto oder Parmigiana? Der zarte Casalinga-Stil der Küche wurde beibehalten und an der Qualität haperte es auch nicht. Das Brot war gut. Die Tagliatelle (hausgemacht) mit Salsiccia, sie waren es auch. Natürlich haben wir Trippa bestellt, als Hauptgang, weil wir die schon aus der alten «Mägd» kannten. Sie waren schön schlotzig, litten aber unter allzu zaghafter Würzung – und den Kartoffeln hätten ein, zwei Minuten zusätzliche Garzeit gewiss gutgetan. Nicht tragisch, zumal Tiramisu schön locker und nicht zu süss ausfiel und wir auch an der Weinkarte Gefallen fanden. Die Barbera d’Asti von Pescaja kam, nachdem wir den Servicebeauftragten erinnert hatten, schnell, wurde comme il faut aus der Flasche am Tisch eingeschenkt. Kerner aus dem Eisacktal gab es ebenso wie Sassicaia aus der Toskana. Einer glorreichen Zukunft der «Mägd 2.0» steht also nichts im Wege. Nur das mit der Verabschiedung sollte man noch mal üben. Dass Gäste einfach so rauslaufen können, hätte es früher eher nicht gegeben.