1. August: Das isst die Schweiz, wenn sie sich selbst feiert
Wenn die Höhenfeuer brennen und die Grillroste glühen, zelebriert die Schweiz ihre Identität – auch kulinarisch. Doch was essen wir eigentlich, wenn wir uns selbst feiern? Eine Spurensuche zwischen Cervelat und kulinarischer Neuerzählung.
Am 1. August lodern die Höhenfeuer und Kinder ziehen mit Lampions durch die Dämmerung. Die Schweiz feiert ihre Gründung. Und das tut sie mit Messer, Gabel und Grillzange: Kulinarik gehört untrennbar zum Nationalfeiertag. Doch was landet eigentlich auf den Tellern, wenn sich die Schweiz selbst feiert?
Kaum ein Produkt verkörpert diesen Tag so sehr wie der Cervelat. Aufgeschnitten, gekreuzt und am besten über offenem Feuer geröstet. Über 100 Millionen Stück werden hierzulande jährlich verzehrt, wie Zahlen des Bundesamts für Landwirtschaft zeigen. Doch der Cervelat hat Konkurrenz bekommen.
Immer öfter gesellen sich Halloumi, Maiskolben, Sojawürstchen, Teriyaki-Spiessli oder Fleischstücke mit würzigen Marinaden aus der Levante dazu. Der 1. August ist nicht nur ein Fest der simplen Genüsse, sondern auch der kulinarischen Vielfalt, die Regionen, Sprachen und Mentaliltäten vereint. Und genau das ist an diesem Tag spürbar.
Die Schweiz schmeckt divers
Die Schweiz schmeckt heute vielfältiger denn je. Da serviert die italienisch-schweizerische Nonna ihre Polenta mit Salsciccia, während der serbischstämmige Nachbar hier mit selbstgemachtem Ajvar beeindruckt. Und daneben steht ganz selbstverständlich der Chäschueche der Quartierbäckerei. Vielleicht ist genau das typisch schweizerisch: Das Nebeneinander von Althergebrachtem und Neuem. Wo früher das Familienrezept regierte, liefern heute der Freundeskreis, die Nachbarschaft und das Internet kulinarische Inspiration.
Auch beim Dessert wird Vielfalt grossgeschrieben: In Appenzell gibt es Biberfladen, in Genf vielleicht eine Tarte aux fruits. In Städten wie Lausanne oder Zürich stehen Tiramisù mit Röteli, Baklava mit Pistazien, oder auch Mochi-Eis aus der Gelateria auf der Liste. Und wer das Glück hat, eingeladen zu sein, entdeckt nicht selten ein Dessertbuffet, das so bunt ist wie die Schweiz selbst.
Ob Cervelat, Bio-Bratwurst, veganes Satay oder klassisches Raclette auf offenem Feuer: Die Schweiz isst, was sie ist – traditionsbewusst, aber dennoch vielfältig.