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Altern ist kein Zufall: Welche Rolle spielen Gene und Umwelt?

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Die kürzlich veröffentlichte Studie verdeutlicht: Altern ist nicht nur Schicksal – unsere Lebensweise hat einen enormen Einfluss darauf, wie gesund wir älter werden.

Warum erkranken manche Menschen früher oder schwerer als andere? Obwohl sich Wissenschaftler:innen einig darüber sind, dass unsere Gene einen wesentlichen Teil zu unserer Gesundheit und dem Alterungsprozess beitragen, sind sie nicht der Hauptfaktor. Eine neue große Studie zeigt jetzt, dass die Umweltfaktoren, denen wir ausgesetzt sind, einen viel stärkeren Einfluss auf das Altern und die Lebenserwartung als unsere Gene.

Umwelt wichtiger als Gene

Forscher:innen des »Nuffield Departments of Population Health der University of Oxford« analysierten Daten von fast 500.000 Teilnehmer:innen der britischen »UK Biobank« und untersuchten, wie stark Umweltfaktoren (das sogenannte »Exposom«) und genetische Veranlagungen das Altern und das Sterberisiko beeinflussen. Das Ergebnis: Während genetische Risikofaktoren nur etwa 2 Prozent der Unterschiede in der Sterblichkeit erklärten, machten Umweltfaktoren ganze 17 Prozent aus.

Besonders spannend ist, dass Umweltfaktoren und Gene unterschiedliche Krankheiten beeinflussen. Während genetische Faktoren stärker mit bestimmten Krebserkrankungen wie Brust-, Prostata- und Darmkrebs zusammenhängen, sind Umweltfaktoren viel relevanter für Herz-, Lungen- und Leberkrankheiten.

Die wichtigsten Umweltfaktoren

Die Forscher:innen der Studie identifizierten insgesamt 25 Umweltfaktoren, die einen unabhängigen Einfluss auf das Altern und die Sterblichkeit haben. Besonders schädlich ist das Rauchen. Es wird meist als größter negativer Faktor gesehen und wird mit 21 der 25 untersuchten Krankheiten assoziiert. Auch Menschen, die in sozial schwachen Verhältnissen (z. B. in öffentlichen Mietwohnungen) leben und einen niedrigen sozioökonomischen Status besitzen, hatten ein erhöhtes Krankheits- und Sterberisiko. Bewegungsmangel zählt als eine der häufigsten Ursachen für altersbedingte Erkrankungen, genauso wie Stress und eine allgemeine psychische Belastung. Ständige Erschöpfung war mit 19 der 25 Alterskrankheiten verbunden. Besonders auffällig: Fast alle der untersuchten Umweltfaktoren hatten Einfluss auf mehrere Alterskrankheiten gleichzeitig.

Auf der anderen Seite konnten auch Schutzfaktoren identifiziert werden, darunter:

  • Körperliche Aktivität: Regelmäßige Bewegung reduziert das Risiko für viele altersbedingte Krankheiten.
  • Höheres Einkommen: Menschen mit finanzieller Stabilität lebten im Durchschnitt länger.
  • Soziale Bindungen: Menschen, die mit einem Partner oder einer Partnerin zusammenlebten, hatten eine höhere Lebenserwartung.

Interessanterweise wirkten sich diese Faktoren nicht nur auf die Sterblichkeit aus, sondern beeinflussten auch biologische Marker des Alterns. So konnten die Forscher:innen anhand bestimmter Eiweiße im Blut messen, dass Raucher beispielsweise biologisch deutlich schneller altern als Nichtraucher. Auch Schlafmangel, Stress und geringe körperliche Aktivität trugen zur beschleunigten Alterung bei. Positiv wirkten sich hingegen ein höheres Einkommen, ein stabiles soziales Umfeld und regelmäßige Bewegung aus.

Was bedeutet das also?

Die Ergebnisse zeigen, dass das Altern und die Gesundheit weitgehend selbst beeinflusst werden können, auch wenn nur oft in kleinen Maßen – jedoch hilft dies schon enorm. Gesunde Lebensgewohnheiten, Ernährung und soziale Stabilität spielen eine entscheidende Rolle. Während die Gene nicht veränderbar sind, gibt es viele Umweltfaktoren, die man aktiv gestalten könnte.

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Kristina Mitrovic
Kristina Mitrovic
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